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Abschätzung von Wegelängen für Radfahrer und Fußgänger

Nahmobilitäts-Schablone

Fahrradfahrerschablone
Fahrradfahrerschablone © Carsten Knoch

Ausgangssituation

Die Förderung der Nahmobilität ist der Stadt Mönchengladbach ein wichtiges Anliegen. Die städtischen Verkehrsanalysen zeigen, dass etwa die Hälfte aller mit dem Auto in Mönchengladbach zurückgelegten Wege nicht länger als fünf Kilometer ist. Bei so kurzen Wegen liegt es nahe, öfter einmal das Auto stehen zu lassen und die eigenen Füße oder das Fahrrad zu benutzen - was häufig sogar schneller geht und gesünder ist.

Ziel

Neubürger Mönchengladbachs sollen dazu angeregt werden, mit einfachen Mitteln die Wahl ihres täglichen Fortbewegungsmittels zu überdenken. Mithilfe der Fußgänger- und Fahrradschablonen kann unter Umständen eine Verkehrsmittelwahländerung, hin zu umweltfreundlichen Fortbewegungsmitteln, unterstützt werden. Dies wiederum kann zur Umweltentlastung hinsichtlich Lärm- und Schadstoffminderung sowie mehr Gesundheitsbewusstsein beitragen.

Durchführung

Mit den Fußgänger- und Fahrradfahrerschablonen wird dem Fußgänger bzw. Fahrradfahrer ein möglicher erreichbarer Umkreis angezeigt sowie auch in welchem zeitlichen Rahmen ein bestimmtes Ziel zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu schaffen ist. Der Einsatz solcher Schablonen ist beispielsweise im Rahmen von Neubürgermarketingmaßnahmen denkbar; diese haben, da sie sich sowieso in Bezug auf schnelle und bequeme Wegeverbindungen neu orientieren müssen meist eine höhere Bereitschaft ihre bisherige Verkehrsmittelwahl zu überdenken.

Bei der Anwendung der Schablone wird deren Kreismittelpunkt auf einen beliebigen Standort auf dem Stadtplan angelegt. Dadurch wird die Entfernung der Umgebung in Minuten sichtbar. Für den Fußgänger- und Radverkehr wurde ein Zeitrahmen von bis zu 15 Minuten als attraktiv in Bezug auf die Verkehrsmittelwahl angenommen. Es können die Zeiten 5, 10 und 15 Minuten abgelesen werden. Die Schablonen zeigen Reichweiten bei normalen bis niedrigen Durchschnittsgeschwindigkeiten an: 1m/s (kleine Schablone) bzw. 1,5m/s (große Schablone) für Fußgänger und 10km/h (kleine Schablone) bzw. 15km/h (große Schablone) für Fahrradfahrer. So können eventuelle Wartezeiten an Lichtsignalanlagen aufgefangen werden. Zudem ist innerstädtisch zumeist keine Luftlinienverbindung möglich, auch dieser Faktor wird mit den niedrigen Durchschnittsgeschwindigkeiten zu relativieren versucht. Da es für Fußgänger und Fahrradfahrer jeweils zwei Schablonen (kleine und große) mit unterschiedlichen Reichweiten/Durchschnittsgeschwindigkeiten gibt, kann der Anwender die Wahl der Schablone auf seine Bedürfnisse abstimmen. Für die vorliegenden Schablonen wurde der für Mönchengladbach gebräuchliche Maßstab von 1:20.000 gewählt. Eine Übertragbarkeit dieser Idee auf andere Maßstäbe ist möglich. Darüber hinaus sind Schablonen mit schnellen Durchschnittsgeschwindigkeiten (z.B. 1,8 m/s für Fußgänger bzw. 20 km/h für Fahrradfahrer) denkbar.

Die Fußgänger- und Fahrradfahrerschablonen wurden auf dicke Folie gedruckt, damit eine Transparenz für den jeweiligen Stadtplan geschaffen werden kann. Generell sind auch andere transparente Materialien für die Schablonen denkbar.

2015 wurden die Nahmoblitäts-Schablonen im Rahmen der "Begrüßungstüten" der Stadt Mönchengladbach für Neubürger und neue Studenten in Kombination mit einem Stadtplan verteilt.

Ausblick

In Mönchengladbach gibt es derzeit keine Touristeninformation. Da die Schablone auf den Maßstab des Stadtplans der Stadtsparkasse abgestimmt ist und nur in Verbindung mit diesem genutzt werden kann, ist ihre Verwendung abhängig davon. Dieser Stadtplan wird aber immer nur in begrenzter Zahl gedruckt und ist zurzeit (Jan. 2016) nicht mehr vorrätig.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Durch die Nahmobilitätsschablone rückt das Zufußgehen und das Radfahren mehr in den Fokus der Verkehrsteilnehmer. Die Schablone ist zudem preiswert und leicht zu anzuwenden. Eine Übertragbarkeit dieser Idee auf andere Maßstäbe ist möglich. Außerdem ist eine generelle Übertragbarkeit der Schablone auf einen digitalen Stadtplan denkbar.

Finanzierung

Finanzierung: 
Kommunale Mittel

Evaluation

Evaluation: 
nein

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 

Stadt Mönchengladbach

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
nein
Projektstart: 
Januar 2015
Info zur Laufzeit: 

Vorerst bis 31.12.2016

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Kommunale Ansprechpartner: 

Sachbearbeiter Lärmaktionsplanung, Mobilität
Herr Moritz Hilgers
Stadt Mönchengladbach
Fachbereich Stadtentwicklung und Planung, Abteilung Verkehrsplanung
Markt 11
41236 Mönchengladbach
Telefon: +49(0)2161/25-8584
E-mail: moritz.hilgers@moenchengladbach.de

Mobilitätsbeauftragter
Herr Carsten Knoch
Stadt Mönchengladbach
Fachbereich Stadtentwicklung und Planung, Abteilung Verkehrsplanung
Markt 11
41236 Mönchengladbach
Telefon: +49(0)2161/25-8575
E-mail: carsten.knoch@moenchengladbach.de
 

Meta-Info
Stand der Information
26. Januar 2016
Autor
Moritz Hilgers Carsten Knoch (Stadt Mönchengladbach)
NRVP-Handlungsfelder
Fahrradthemen
Schlagworte
Land
Nordrhein-Westfalen