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Ich entlaste Lindau

Radeln von 8 bis 80

Poster der Kampagne
Poster der Kampagne © Stadt Lindau

Einleitung

Lindau ist eine kompakte Stadt mit sehr guten Voraussetzungen, sich zu einer Fahrradstadt zu entwickeln. Allgemein gilt, dass Radfahrer auf Wegstrecken von bis zu 5 km meist schneller unterwegs sind als Autofahrer. Am 28. September 2018 fand ein Inhouse-Seminar der AGFK in Lindau statt. Ziel war es, den Stadtrat, die Verwaltung und den Arbeitskreis-Verkehr über die verschiedenen Möglichkeiten der Radverkehrsförderung zu informieren und den sich daraus ergebenen Gewinn für die Kommune darzulegen. Als Schwerpunkte wurden die Themen "Marketing" und "Kommunikation" im Radverkehr thematisiert. Das Ergebnis des Seminars war es, eine Marketing-Kampagne: "Radeln von 8 bis 80" zu konzipieren.

Durchführung

Die Kampagne "Radeln von 8 bis 80" wurde erstmals vom 18. April bis 17. November 2017 durchgeführt. Als Teil des Netzwerks der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern e.V. (AGFK Bayern) unterstützt Lindau den lokalen Radverkehr gezielt und trägt so dazu bei, dass Fahrradfahren ein sicherer und selbstverständlicher Teil unseres Mobilitätsverständnisses ist. Die AGFK Bayern hat die Kampagne mitfinanziert.

Die Zielgruppe, der breite Bevölkerungsquerschnitt von Jung (8) bis Alt (80), wurde darüber hinaus auch über verschiedene Aktionstage und Veranstaltungen angesprochen. Das übergeordnete Ziel dieser Anstrengungen in Lindau ist es, den Modal Split von derzeit 27 % in den nächsten 5 Jahren (bis 2022) um weitere 5 Prozentpunkte zu erhöhen.

In Kooperation mit dem Arbeitskreis Verkehr und lokalen Partnern wurden im Rahmen der Kampagne mehrere Aktivitäten durchgeführt. Diese Aktivitäten auf folgenden vier Säulen der Radverkehrsförderung verteilt: Infrastruktur, Kommunikation, Information und Service.

Infrastruktur

Im Rahmen des Bundeswettbewerbs Klimaschutz im Radverkehr wurden im Jahr 2018 zwei Infrastrukturprojekte in Lindau umgesetzt. Die beiden Projekte wurden vom Bundesumweltministerium gefördert. Zum einen handelt es sich hier um die Einrichtung von KLiMo-Stationen (B+R-Anlagen an Bahnhöfen, Bushaltestellen und bedeutenden touristischen Orten mit Service-Einrichtungen) und zum anderen um die Aufwertung eines innerstädtischen Teils des Bodenseeradweges. Diese Infrastrukturprojekte bilden den Grundstein und schaffen alle Voraussetzungen für ein sicheres und komfortables Radfahren und wurden als Marketinginstrument im Rahmen dieses Projektes genutzt.

Kommunikation

Ein nachhaltiger Einstellungs- und Verhaltenswandel wurde über aufklärende, motivierende und verhaltensstabilisierende Kommunikation erreicht, hierfür fand z.B. einmal im Monat ein Pendlerfrühstück an wechselnden Orten in Lindau statt sowie die städtische Teilnahme bei STADTRADELN und der Europäischen Mobilitätswoche.

Information

Die Bürgerinnen und Bürger wurden mittels verschiedener Medien (Internet, Zeitungen, Flyer) kontinuierlich über die umfangreichen Vorteile des Radfahrens, das sichere Verhalten und die verbesserten Rahmenbedingungen, wie z.B. neue KLiMo-Stationen, Radverkehrsführungen, Fahrradstraßen, ein verbessertes Service-Angebot und Veränderungen innerhalb der Rechtslage informiert. Im Rahmen der Kampagne wurde einmal im Monat mittels einer Infobox in der Bürgerzeitung (BZ) über verschiedene Themen zum Radverkehr informiert. Die Zeitung wird gratis an alle Haushalte in Lindau verteilt.

Service

Der Baustein "Service" soll Radfahren bequem und komfortabel machen. Zum Service zählen Hilfestellungen und Dienstleistungsangebote. Im Rahmen der Kampagne wurden Service Stationen gebaut, Trainingsprogramme durchgeführt sowie Fahrradwaschanlagen und Sicherheitschecks angeboten. Für alle täglichen Radfahrer, die auf ihrem Weg auf störende oder gefährliche Stellen aufmerksam wurden, können dies auf der Meldeplattform RADar! mitteilen.

Fazit

Die Kampagne "Radeln von 8 bis 80" erweist sich als sehr erfolgreich. Hierfür haben wir mehrere Anreize zur häufigeren Nutzung des Fahrrads gesetzt. Die Kampagne wurde in 2019 erfolgreich weitergeführt, hierzu zählt z.B. das Pendlerfrühstück. Jeden ersten Dienstag im Monat von April bis November wird ein gratis Frühstück als Belohnung an alle Pendler, die umweltfreundlich unterwegs sind verteilt. Gleichzeitig werden mehrere aktuelle Informationen bei Facebook sowie in der Bürger Zeitung veröffentlich.

Seit der Durchführung der Kampagne konnten wir feststellen, dass das Bewusstsein für die vielen Mobilitätsprojekte bei den Bürgerinnen und Bürgern gewachsen ist und sehr gut angommen werden.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Radverkehrsförderung besteht schon lange nicht mehr nur aus der Förderung des Radwegebaus. Um die Potenziale des Radverkehrs voll auszuschöpfen, haben wir im Rahmen der Kampagne zahlreiche Aktionen durchgeführt, die die vier Säulen der Radverkehrsförderung abdecken. Die Kampagne trägt weiter dazu bei, dass Fahrradfahren ein sicherer und selbstverständlicher Teil unseres Mobilitätsverständnisses ist.

Finanzierung

Finanzierung: 
Kommunale Mittel
Sonstige
Gesamtvolumen: 
10 284 €
Erläuterungen: 

Die Kampagne "Radeln von 8 bis 80" wurde durch die AGFK-Bayern mit 80 % bezuschusst.

Evaluation

Evaluation: 
nein

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 

Garten- und Tiefbaubetriebe Stadt Lindau

Projektbeteiligte: 

AK Verkehr, Stadt Lindau

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
nein
Projektstart: 
April 2018
Projektende: 
November 2018

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 

Jaime Valdés
Garten- und Tiefbaubetriebe Lindau /  Stadt Lindau
Mobilitätsplanung
Bregenzer Str. 8
88131 Lindau
Telefon: +49 (0) 83 82 - 918-662
Telefax: +49 (0) 83 82 - 918-391
E-Mail: Jaime.Valdes@lindau.de