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"Wer radelt am meisten?"

Wettbewerb zwischen den Beschäftigten dreier Betriebe

Das Wettbewerbslogo
Das Wettbewerbslogo © BVG, BSR, BWB

Projektidee

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben 2012 erstmals eine gemeinsame Radfahraktion mit der Berliner Stadtreinigung (BSR) und den Berliner Wasserbetrieben (BWB) initiiert, bei der es darum ging, welcher Betrieb die meisten Fahrradkilometer in einem bestimmten Zeitraum sammelt, natürlich im Verhältnis zu der Anzahl seiner Beschäftigten.

Im Sommer 2011 führte die BVG im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements erstmals eine Radfahraktion mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durch. Sie trug den Titel "Mit dem Rad zur BVG – einfach fitter ankommen". Dabei kam es darauf an, in fünf Monaten mindestens dreißig Mal das Rad für den gesamten Arbeitsweg oder auch in Kombination mit dem ÖPNV auf Teilstrecken zu nutzen. Ziel der Aktion war es vor allem, jene Kolleginnen und Kollegen zum Fahrradfahren und damit zur körperlichen Bewegung zu motivieren, die sich in ihrem Alltag insgesamt zu wenig bewegen. Sie sollten dazu angeregt werden, auf die PKW-Nutzung zu verzichten.

Für eine ganze Reihe von "Vielfahrern" hatte diese Aktion jedoch nur begrenzten Reiz und so wurde die Idee eines neuen Wettbewerbs geboren, bei dem es explizit um das "Kilometer sammeln" geht. Mit der Berliner Stadtreinigung (BSR) und den Berliner Wasserbetrieben (BWB) wurden zwei andere Unternehmen von der BVG angesprochen, aus denen ähnliche Mitarbeiter-Fahrradaktionen bekannt waren, Gemeinsam wurde der Wettbewerb um den "Berliner-Betriebe-Pokal" initiiert

Projektdurchführung

Im November 2011 fand das erste gemeinsame Treffen von Vertreterinnen und Vertretern der drei Unternehmen (BVG, BSR und BWB) statt. Gemeinsam wurden verschiedene "Arbeitspakete" vereinbart und aufgeteilt. Ein Betrieb kümmerte sich um erste Textentwürfe für die Teilnehmerunterlagen, ein anderer Betrieb entwickelte Ideen und erste Muster für die Kilometererfassung und der dritte Betrieb entwarf ein Layout der Teilnehmerunterlagen und Werbeplakate.

Das Organisationsteam aus den drei Unternehmen war sich schnell über folgende Eckpunkte, Ziele und Botschaften der Aktion einig:

  • Förderung des Ausgleichsports und damit der Gesundheit für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller drei Betriebe.
  • Schonung der Umwelt und Erhöhung der Lebensqualität bei gleichzeitiger Kosteneinsparung.
  • Mit der Aktion sollen sowohl Vielfahrer/innen als auch Gelegenheitsfahrer/innen erreicht werden.
  • Es soll der Teamgedanke gefördert werden. Deshalb sollen sich vorrangig 3er-Teams anmelden, die sich gegenseitig anspornen und bei den Kilometerleistungen unterstützen, aber auch leistungsschwächere Radfahrer/innen in ihre Teams integrieren.
  • Neben den Teams dürfen aber auch Einzelfahrer starten und beim Kilometersammeln unterstützen.
  • Es zählen sowohl die Kilometer von und zur Arbeitsstätte als auch zusätzlich in der Freizeit und am Wochenende privat gefahrene Kilometer.
  • Die Kilometererfassung basiert auf Vertrauen und wird nicht im Einzelnen nachgeprüft.
  • Es wird als Preis für den Gewinnerbetrieb einen Wanderpokal geben.
  • Jeder Betrieb belohnt selber seine Kollegen/innen der drei besten Teams mit einem attraktiven kleinen Preis. Auch die Einzelfahrer/innen sollen die Chance bekommen, mit einem Preis belohnt zu werden.

Der Wanderpokal wurde von den Aktiven selbst gestaltet. Die Auszubildenden der BWB konnten dafür gewonnen werden, die Trophäe zu entwerfen. Ohne Designvorgaben wurde ihnen völlig freie Hand gelassen. Es entstand ein ausgesprochen gelungenes Exemplar mit elektrischer Beleuchtung. Dieser Wanderpokal wird jährlich an den Gewinnerbetrieb vergeben. Dort darf er dann für das kommende Jahr ausgestellt werden. Ein Auszubildender der BSR entwickelte eine Online-Anwendung zur Erfassung der Teilnehmer und Kilometerauswertung. Diese Eingabemaske wurde später auch für die anderen Unternehmen nutzbar und übertragbar gemacht. Gemeinsam wurde ein Logo für die Aktion entwickelt, ein Streckenpass entworfen und die Texte für die Plakate und Flyer erstellt. Jedes Unternehmen hat die Werbung für die Aktion eigenständig durchgeführt ebenso wie die Kilometererfassung und die Veröffentlichung des Kilometerstandes für die Mitarbeiter. Die Art und Weise in der das geschah, war jedoch bei allen drei Unternehmen ähnlich und untereinander abgestimmt.

Die Mitarbeiter oder Teams gaben ihre gefahrenen Kilometer wöchentlich an. Etwa alle ein bis zwei Wochen teilten sich die Unternehmen gegenseitig den Stand mit. Dieser wurde dann veröffentlicht. Die Kilometerangaben beruhten auf Vertrauensbasis und wurden nicht überprüft. Im Streckenpass sollte lediglich die Länge des Arbeitsweges und der Freizeitfahrten angegeben werden. Die Kilometerangaben konnten per E-Mail, telefonisch oder per Hauspost, bei der BSR auch direkt im Intranet, gemacht werden. Entscheidend war die Einsendung der Streckenpässe nach Ende der Aktion, da nicht alle Mitarbeiter über einen Netzanschluss verfügen.

Bilanz der Wettbewerbe 2012 bis 2015

Am 14.10.2012 war der erste Wettbewerb um den Berliner-Betriebe-Pokal beendet. Insgesamt haben 426 Mitarbeiter der 3 Betriebe teilgenommen und in den 9 Wochen der Aktion 319.087 km zusammengefahren. Das entspricht ungefähr acht Mal der Distanz einer Erdumrundung. Gewinner des Pokals waren in diesem Jahr die Berliner Wasserbetriebe.

2013 konnte der Wettbewerb auf sechs Unternehmen ausgeweitet werden. Hinzugekommen sind die Investitionsbank Berlin, die Berliner Energieagentur und die Wohnungsbaugesellschaft GEWOBAG. Gemeinsam wurden von 500 Mitarbeitern der beteiligten Unternehmen in der Zeit vom 1. August bis 30. September 380.500 Kilometer erradelt. Gewinner waren in diesem Jahr die BVGer mit 125.636 zurückgelegten Kilometern. Da 2013 mehr Unternehmen an der Aktion beteiligt waren, die zusätzlichen Logos sich jedoch nicht auf dem Berliner-Betriebe-Pokal unterbringen ließen, wurde durch die Auszubildenden der BSR ein neuer Pokal entworfen und hergestellt.

2015 fand der Wettbewerb zum vierten Mal statt. 648 Mitarbeiter der sechs beteiligten Unternehmen radelten in den zwei Monaten des Aktionszeitraums 392.328 km. Gewinner des Wettbewerbs war die BVG mit 154.375 km, die von 236 Teilnehmern gefahren wurden. Bei der Bewertung wurden nicht nur die gefahrenen Kilometer berücksichtigt, sondern auch wie viele Mitarbeiter sich in Relation zur Gesamtmitarbeiterzahl der Unternehmen an der Aktion beteiligt haben. Somit hatten auch die kleineren Unternehmen eine faire Chance gegenüber den großen.

Die Teilnehmer hatten viel Spaß an der Aktion. Die Zusammenarbeit der Unternehmen war sehr konstruktiv. Durch den Wettbewerb wurden Kontakte unter den Beschäftigten, zwischen verschiedenen Abteilungen und sogar zu den anderen Betrieben hergestellt, indem sich regelmäßig über die Kilometerleistungen ausgetauscht und verglichen wurde.

Es wurde somit nicht nur ein Beitrag zur Gesundheitsförderung der Mitarbeiter und zur CO2-Reduzierung geleistet, sondern auch zur Verbesserung des Betriebsklimas.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Die Förderung des Radfahrens ist für jedes Unternehmen erstrebenswert. Sportliche Betätigung hält die Mitarbeiter fit. Eine Änderung des Mobilitätsverhaltens (weg vom PKW)trägt zur CO2-Reduzierung bei und fördert die Nutzung des Umweltverbundes. Innerbetrieblich wurde die Mitarbeitermotivation und die Teambildung unterstützt. Der Wettbewerbscharakter verstärkte die Identifikation der Beschäftigten mit ihrem jeweiligen Unternehmen. Die Aktion ist auf alle größeren Unternehmen übertragbar.

Finanzierung

Finanzierung: 
Private Mittel (ohne Sponsoring und Spenden)
Gesamtvolumen: 
1 000 €
Erläuterungen: 

Ausgaben für Preise: 12 mal ca. 40 EUR je Betrieb
Druckkosten (2.000 Flyer, Streckenpässe, Plakate…): 1.200 EUR insgesamt
Eigenleistung der drei Unternehmen wie Layout für Flyer, Plakate, Streckenpässe, Wanderpokal, Programmierung des webbasierten Erfassungstools

Evaluation

Evaluation: 
ja
Erläuterungen: 

Erfassung der Teilnehmer und ihrer Leistungen

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 

Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Berliner Stadtreinigung (BSR), Berliner Wasserbetriebe (BWB), Investitionsbank Berlin, Berliner Energieagentur, GEWOBAG

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
ja
Projektstart: 
August 2012
Projektende: 
Oktober 2012
Info zur Laufzeit: 

Der Wettbewerb findet fortan jährlich statt

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 

Fahrradbeauftragte der BVG
Frau Isabel Heins
Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)
Bereich Angebot, Angebotsplanung
Holzmarktstraße 15-17
10179 Berlin
Telefon: 030/256-29021
Telefax: 030/256-28088
E-mail: isabel.heins@bvg.de
 

Meta-Info
Stand der Information
30. September 2015
Autor
Isabel Heins, FA-P1, Bereich Angebotsplanung, Fahrradbeauftragte der BVG
NRVP-Handlungsfelder
Fahrradthemen
Schlagworte
Land
Berlin