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Bike+Ride 2.0

Weiterentwicklung des Bike+Ride-Angebotes in der Region Hannover

Nationaler Radverkehrsplan 2020
Nationaler Radverkehrsplan 2020 © Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Ausgangssituation

Die Region Hannover mit ihren 21 Städten und Gemeinden besitzt bereits eine recht gute Ausgangslage an Bike+Ride (B+R)-Abstellanlagen. Bestandteile sind Fahrradstationen, mehrere Fahrradgaragen, überdachte Abstellanlagen an diversen Bahnhöfen und eine standardmäßige Ausstattung von Bushaltestellen mit Fahrradbügeln. Die gesicherten Abstellplätze sind in der Regel nur für Dauerkunden zugänglich. An Stadt- bzw. Straßenbahnhaltestellen werden zumeist nur frei zugängliche Abstellplätze vorgehalten.

Das "Handlungskonzept Radverkehr" für die Region Hannover, dem die Regionsversammlung im Mai 2015 einstimmig zugestimmt hat, legt als ein wichtiges Ziel zur Steigerung des Radverkehrsanteils die bessere Verknüpfung von Fahrrad und anderen Verkehrsmitteln fest. Gerade in den eher ländlich geprägten Städten und Gemeinden im Umland der Landeshauptstadt Hannover, ist die Kombination des Verkehrsmittel Fahrrads mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) eine gute Möglichkeit, auch auf langen Wegstrecken auf das Auto zu verzichten. Es wird daher eine intensivere Förderung von B+R Anlagen als wichtige Stellschraube empfohlen, um positive Effekte für die Radverkehrsnutzung zu erzielen. Die bestehenden B+R-Angebote sind in Hinblick auf besseren Komfort, einen zukünftig stärkeren Radverkehr und die Nutzung hochwertigerer Räder (z.B. Pedelecs) weiter zu entwickeln.

Projektdurchführung

Um die genannten Verbesserungen zu erreichen, sind neue Erkenntnisse zu gewinnen. Dazu hat die Region Hannover sich um Fördermittel zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) 2020 beworben. Diese wurden für das Projekt Bike+Ride 2.0 genehmigt. Unterstützt durch beauftragte Ingenieurbüros, Hersteller von B+R Anlagen, einem Designbüro sowie einer Moderatorin/einem Moderator sollen verschiedene Projektelemente umgesetzt werden. Begleitet wird das Projekt durch die Mitglieder eines Projektbeirats bestehend aus einem Netzwerk verschiedener relevanter Akteure. Da es im Rahmen des NRVP 2020 weitere Projekte mit thematischen Überschneidungen gibt, findet ein Austausch in einem übergeordneten Arbeitskreis statt, der von der Universität Frankfurt (Institut Humangeographie) koordiniert wird.

Im Projekt werden insbesondere auch die Städte und Gemeinden in der Region Hannover beteiligt. Diese sollen sich mit geeigneten Standorten und Ideen für eine Weiterentwicklung von B+R-Angeboten auf die Errichtung einer Modellanlage bewerben. Hier sollen Erkenntnisse über relevante Ausstattungen aus Sicht der zukünftigen Betreiber der B+R-Anlagen gewonnen werden. Auf Grundlage von Befragungen und Workshops sollen zusätzlich Anforderungen unterschiedlicher Nutzerinnen und Nutzer ermittelt werden. Es sind mündliche Befragungen von B+R-Nutzerinnen und Nutzern an verschiedenen Haltestellen und Bahnhöfen sowie mündliche Befragungen heutiger Park+Ride-Nutzer (potentielle B+R Kundschaft) geplant. Ein Online-Fragebogen soll darüber hinaus heutige Kfz-Nutzende im Arbeits- und im Einkaufsverkehr ansprechen. Mehrere Workshops dienen der Entwicklung von Konzepten, aus welchen im Nachgang technische Lösungsmöglichkeiten durch Hersteller aufgezeigt sowie Konzepte für Beschilderung und Kommunikationsmittel konkretisiert werden sollen.

Dabei sollen Ausstattungen z.B. für hochwertige Fahrräder wie etwa Pedelecs, besondere Fahrradtypen, Aufbewahrung von Kleidung oder Zubehör sowie die Zuwegungen zu den Anlagen berücksichtigt werden. Besonders betrachtet werden sollen auch gesicherte Abstellplätze für Gelegenheitskunden sowie eine saisonale Umnutzung von Park+Ride- zu B+R-Plätzen. Unter Begleitung durch die Großraum-Verkehr Hannover GmbH (GVH) sollen Lösungen für bessere Informationsangebote und für integrierte Mobilitätsangebote wie etwa zur Reservierung von Abstellplätzen durch B+R-Kunden entwickelt werden.

Als Ergebnis wird ein Modulkatalog Standards für flexibel einsetzbare Ausstattungen von B+R-Anlagen bei unterschiedlichen Anforderungen vorschlagen: für die verschiedenen Verkehrssysteme schienengebundener Personennahverkehr (SPNV), Stadtbahn und Bus; für gute/eingeschränkte Flächenverfügbarkeit und für unterschiedliche Regelmäßigkeit der B+R-Nutzung sowie verschiedener Zusatz-/Serviceangebote.

Auf Grundlage der Erkenntnisse werden Modellanlagen mit weitergehenden Serviceangeboten, die möglichst auch Standorte mit eingeschränkter Flächenverfügbarkeit berücksichtigen, errichtet. Anhand dieser soll die Wirkung der weitergehenden Angebote auf die B+R-Nutzung untersucht werden. Die Errichtung der Modellanlagen wird aus Mitteln der ÖPNV-/SPNV-Förderung des Landes Niedersachsen und aus Eigenmitteln der Region bzw. der Kommunen finanziert.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Eine klimafreundlichere Mobilität ist das Ziel der Region Hannover. Die Förderung des Radverkehrs trägt wesentlich dazu bei. Das Handlungskonzept Radverkehr hat dazu als eine von zehn besonders wirkungsvollen Maßnahmen, die kapazitätsorientierte Erweiterung von B+R Anlagen genannt.

Der Modulkatalog soll die Ausstattung von B+R- Anlagen an unterschiedlichen Haltestellen und Bahnhöfen standardisiert definieren. Diese Standards sind für B+R-Angebote in anderen Verkehrsverbünden und Regionen Deutschlands übertragbar. Sie greifen Diskussionen in verschiedenen Verkehrsverbünden auf, B+R-Angebote mit Ziel eines effizienteren Mitteleinsatzes stärker zu standardisieren. Insbesondere die Berücksichtigung von Standorten mit eingeschränkter Flächenverfügbarkeit kann Lösungen für Problemlagen aufzeigen, die an vielen Standorten in unterschiedlichen Verkehrsverbünden der Realisierung von B+R-Anlagen entgegenstehen.

Die geplanten Modellanlagen stellen eine Anwendungshilfe für andere Verkehrsverbünde dar. Die Elemente eines einheitlichen Corporate Designs wären dabei an Besonderheiten anderer Verkehrsverbünde anzupassen.

Potentielle Anwendergruppen wären somit

  • Aufgabenträger des ÖPNV
  • Verkehrsverbünde
  • Kommunen
  • Parkhausgesellschaften und weitere Träger und Betreiber von B+R-Anlagen
  • Hersteller von B+R-Anlagen

Finanzierung

Finanzierung: 
Bundesmittel
Private Mittel (ohne Sponsoring und Spenden)
Gesamtvolumen: 
172 560 €
Erläuterungen: 

172.560 Euro (ohne Baumaßnahmen)

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) 2020 gefördert.

Evaluation

Evaluation: 
ja
Erläuterungen: 

Die Wirkung der oben beschriebenen Modellanlagen wird nach Anlaufphase der B+R-Anlagen evaluiert.
Daraus ergeben sich Erkenntnisse zur Entwicklung der B+R-Nutzung sowie über die Bewertung der Infrastruktur durch Nutzerinnen und Nutzer und deren Wirkung auf die B+R-Nutzung.
Der Projektbeirat soll die Übertragbarkeit des Modulkataloges, der Modellanlagen und der Untersuchungsergebnisse auf andere Regionen und Verkehrsverbünde bewerten und Folgerungen für eventuell erforderliche Zuwendungsregelungen für B+R-Anlagen ziehen.

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 

Region Hannover, Fachbereich Verkehr

Projektbeteiligte: 
  • Planungsgemeinschaft Verkehr GbR, PGV-Alrutz
  • SHP-Ingenieure GbR
  • Design-Gruppe

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
nein
Projektstart: 
Januar 2016
Projektende: 
Dezember 2019

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 

Sina Wenning
Region Hannover
Radverkehrskoordinatorin
Hildesheimer Str. 18
Telefon: +49 (0)511/616-23713
E-Mail: NRVP-Projekte-86.04@region-hannover.de

 

Meta-Info
Stand der Information
28. Februar 2016
Autor
Sina Wenning, Region Hannover, Fachbereich Verkehr
NRVP-Handlungsfelder
Fahrradthemen
Schlagworte
Land
Niedersachsen