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"Tu’s aus Liebe" - Kampagne der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden- Württemberg e. V.

Verkehrssicherheitskampagne "Ich und die Anderen - Die Anderen und ich"

Wendebroschüre "Ich und die Anderen – Die Anderen und ich"
Wendebroschüre "Ich und die Anderen – Die Anderen und ich" © AGFK-BW

1. Ausgangslage

Radfahrunfälle gehören in Baden-Württemberg wie in jedem anderen Bundesland zum Alltag. Autofahrer fallen Radfahrer auf, die sich an keine Regeln halten. Als Radfahrer stören die Fußgänger, die auf den Radwegen flanieren und als Fußgänger fühlt man sich von den auf dem Gehweg fahrenden Radfahrern genervt. Für die Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e. V. (AGFK-BW), die es sich zum Ziel gesetzt hat, das Radfahren in Baden-Württemberg zu fördern, war dies 2015 der Anlass eine Verkehrssicherheitskampagne zu starten, um das Radfahren in Baden-Württemberg sicherer zu machen. Mittels Film und Wendebroschüre zum Perspektivenwechsel wird sich diesem Phänomen auf völlig neue Weise angenähert und es wird für ein gelasseneres Miteinander im Straßenverkehr geworben. Die zentrale Botschaft der Kampagne lautet: Wer im Straßenverkehr für Andere mitdenkt, lebt sicherer und kann sich über nette Begegnungen freuen. Bei den Bemühungen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit kommt man stets zu einem Thema zurück, nämlich der Rücksichtnahme. Durch mehr Rücksichtnahme kann man die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erheblich verbessern. Die Ausgestaltung und die Schwerpunktsetzung der Kampagne wurden zusammen mit den unterschiedlichsten Arbeitsgremien des Netzwerkes der AGFK-BW erarbeitet. 

2. Projektdurchführung

Um passgenaue Informationsmaterialien zu erstellen, wurde in einem ersten Schritt das Unfallgeschehen mit Radfahrern analysiert. Damals wurden in Baden-Württemberg 63 Prozent aller Unfälle zwischen Auto und Rad auf den Straßen Baden-Württembergs von Autofahrern verschuldet. Gut ein Drittel der Unfälle von Radfahrern. Vor diesem Hintergrund wollte die Kampagne ganz bewusst Autofahrer und Radfahrer, aber auch Fußgänger gleichermaßen ansprechen. Es sollte nicht um Schuldzuweisung gehen, vielmehr wollte die Kampagne für mehr Miteinander und Rücksichtnahme  auf der Straße werben.

Das Konzept für beide Produkte, Broschüre und Film, ist, die Handlungsfelder "Rücksicht" und "Perspektivenwechsel" mit Emotion und Witz zu kommunizieren. Das schwer fassbare Thema Verkehrssicherheit und die Wichtigkeit von Rücksichtnahme und Nachgeben, statt auf dem eigenen Recht zu beharren, werden auf ganz konkrete Situationen heruntergebrochen, die viele Menschen schon erlebt haben und damit leicht nachfühlen können. Fühlt man sich bei Betrachtung der Szenen "ertappt", regen die klaren Botschaften zum Reflektieren des eigenen Verhaltens an. Die Machart und der Stil des Films und der Broschüre verhindern jedoch, dass eine Abwehrhaltung eingenommen wird.

Die Wendebroschüre "Ich und die Anderen – Die Anderen und ich" verkörpert das komplexe Thema Perspektivenwechsel schon auf den ersten Blick: Von der einen Seite gelesen, erzählt sie kritische Situationen aus Sicht der Radfahrer ("Ich"), einmal umgedreht und gewendet erzählt sie die Situationen aus der Sicht von Autofahrern und Fußgängern ("Die Anderen"). In der Mitte der Broschüre treffen sich "Ich und die Anderen" und es werden Tipps für alle Verkehrsteilnehmer gegeben. Beim Kurzfilm handelt es sich um die Verfilmung der Broschüre.

Konkret werden kritische Situationen für alle Verkehrsteilnehmer aufgegriffen und Lösungsvorschläge gezeigt. Die Situationen wurden aus der Unfallstatistik abgeleitet und als Comic-Serie dargestellt.

Die Wendebroschüre "Ich und die Anderen - Die Anderen und ich" und der dazugehörige Film sind Teil eines umfangreichen Maßnahmen- und Aktionspaketes, das die AGFK-BW in der Kampagnenlaufzeit 2015/2016 ihren Mitgliedskommunen und -Landkreisen für deren Bürgerkommunikation zur Verfügung gestellt hat. Die Broschüre sowie die weiteren Kampagnenmaterialien wurden bei unterschiedlichsten Aktionen, wie zum Beispiel der "Allee der Liebe" oder der "Nikolausaktion" sowie anderen Aktionen zur Verkehrssicherheit, in den AGFK-Kommunen und -Landkreisen eingesetzt.

Die Kampagne "Tu’s aus Liebe" der AGFK-BW und damit auch die Wendebroschüre "Ich und die Anderen – Die Anderen und ich" wurde mit dem Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg abgestimmt und von diesem finanziell gefördert. Die beratende Agentur der AGFK-BW tippingpoints GmbH hat die Kampagne konzipiert und die Kampagnenmaterialien produziert.

3. Projekterfolge

Broschüre und Film sowie alle anderen Informations- und Werbematerialien der Kampagne stehen den inzwischen über 70 AGFK-Mitgliedern auch nach dem Projektabschluss weiter zur Verfügung. Die Kommunen und Landkreise der AGFK-BW können die Broschüre jederzeit selbstständig nachdrucken.  Auch die für die AGFK-Verkehrssicherheitskampagne von der AGFK-Agentur erstellten Leitfäden zur Durchführung öffentlichkeits- und medienwirksamen Bürgeraktionen rund um das Thema Verkehrssicherheit sind für die AGFK-Mitglieder kontinuierlich abrufbar.

Im Rahmen der bisherigen Nutzung wurden folgende Kanäle bedient: Veröffentlichung via Pressemitteilung zum Sommerferienbeginn mit Tipps für einen entspannten Start in die Ferien, bei allen Aktionen zur Verkehrssicherheit, Verwendung der Comics auch separat, Vorfilm im kommunalen Sommerkino der Stadt Lahr, über Partner aus dem Bereich Schulen und Polizei, beim landesweiten RadCHECK der Initiative RadKULTUR BW.

Die Inhalte der Broschüre gibt es auch als Animationsfilm auf dem YouTube-Kanal der AGFK-BW. Broschüre und Film wurden mit dem dritten Platz beim Deutschen Fahrradpreis 2017 ausgezeichnet.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Im Vergleich zu vielen anderen Verkehrssicherheitskampagnen kommuniziert die Kampagne "Tu’s aus Liebe" das Thema mit Emotion und Witz. Das facettenreiche Thema wird auf Situationen heruntergebrochen, die die meisten Verkehrsteilnehmer schon erlebt haben. Ziel ist es, über Alltagsszenen zur Reflektion des eigenen Verkehrsverhaltens anzuregen.

Die Wendebroschüre setzt das Thema "Perspektivwechsel" haptisch um: Sie erzählt zwei unterschiedliche Geschichten – je nach dem, von wo aus man sie zu lesen beginnt.

Finanzierung

Finanzierung: 
Landesmittel
Kommunale Mittel
Erläuterungen: 
  • Landesmittel: Projektförderung des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg
  • Kommunale Mittel: Die Arbeit des Vereins AGFK-BW wird u. a. durch Mitgliedsbeiträge der Mitgliedskommunen finanziert

Evaluation

Evaluation: 
nein

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 

Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e. V. (AGFK-BW) c/o Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg mbH

Projektbeteiligte: 

Agentur tippingpoints GmbH

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
ja
Projektstart: 
Januar 2015
Projektende: 
Dezember 2016
Info zur Laufzeit: 

Broschüre und Film sowie alle anderen Informations- und Werbematerialien der Kampagne stehen den inzwischen über 70 AGFK-Mitgliedern auch nach dem Projektabschluss weiterhin zur Verfügung.

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 

Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e. V. (AGFK-BW)
c/o Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg mbH
Wilhelmsplatz 11
70182 Stuttgart
Telefon: +49(0)711/23991-114
Telefax: +49(0)711/23991-23
E-Mail: info@agfk-bw.de
Internet: www.agfk-bw.de

Meta-Info
Stand der Information
30. August 2018
Autor
Michaela Mohrhardt, Agentur tippingpoints (Beratende Agentur der AGFK-BW e. V.)
NRVP-Handlungsfelder
Kommunikation
Verkehrssicherheit
Fahrradthemen
Image/Kampagnen
Verkehrssicherheit
Schlagworte
Kampagne
Oeffentlichkeitsarbeit
Verkehrsverhalten
Land
Baden-Württemberg