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Sicheres Fahrradparken

Velostationen - Planung und Betrieb

Velostation Bern
Velostation Bern © Büro für Mobilität AG

Die ersten Fahrradstationen in der Schweiz wurden Mitte der 90er Jahre nach Vorbildern aus nordeuropäischen Ländern in Betrieb genommen. Sie bieten den Radfahrenden Sicherheit und Schutz für ihr "Velo" (Schweizerdeutsch für Fahrrad), angesichts der hohen Diebstahlquoten und des Vandalismus an zentralen Lagen. Auch die Nachfrage nach Fahrraddienstleistungen hat zugenommen. Das Potenzial für "Velostationen" ist heute noch bei weitem nicht ausgeschöpft, in der Schweiz wie anderswo.

Velostationen bieten sich insbesondere dort an, wo Räder ungeordnet abgestellt werden, wo zahlreiche Fälle von Diebstahl und Vandalismus festgestellt werden oder wo die bestehenden Abstellanlagen überbelegt sind. Sie bilden eine der möglichen Maßnahmen der öffentlichen Radverkehrsförderung oder des Mobilitätsmanagements in Betrieben. Sie sind demnach nicht nur den Bahnhöfen vorbehalten, sondern können neben den Pendlern auch den Bewohnern, Kunden der Geschäfte, Arbeitstätigen, Studenten und Touristen zu Gute kommen.

Eine Velostation kann von einer videoüberwachten Veloparkieranlage bis hin zur Mobilitätszentrale ganz unterschiedliche Ausprägungen haben, was vor allem von den politischen Zielen, den finanziellen Möglichkeiten und dem zur Verfügung stehenden Platz abhängt. Das Angebot unterscheidet sich in drei Elementen:

  • Grundausstattung (Parkier-, Zutritts- und Überwachungssystem)
  • Dienstleistungen in Selbstbedienung (Schließfächer, Fahrradpumpe, Ladestationen für E-Bikes)
  • Zusätzliche Dienstleistungen durch das Personal (Information und Beratung, Reparation und Reinigung, Verkauf von kleinerem Material, Ordnungsdienst, Fahrradvermietung, Sammelstelle und Recycling von Fundrädern, usw.)

Ergänzende Angebote in den Bereichen öffentlicher Verkehr, CarSharing, Gastronomie, Tourismus oder Freizeit können ebenfalls verknüpft werden. Die meisten Velostationen sind kostenpflichtig, einige bieten jedoch einen kostenlosen Sektor an.

Eine ausführliche Darstellung finden Sie auf der Onlineplattform www.mobilservice.ch (s.u.). Diese knüpft an den kürzlich erschienenen ASTRA-Leitfaden "Velostationen – Empfehlungen für die Planung und Umsetzung" an und illustriert am Beispiel der Velostationen in Delémont und Burgdorf die zahlreichen Vorkehrungen und Details, welche es bei der Umsetzung solcher Infrastrukturen zu beachten gilt.

Finanzierung

Erläuterungen: 

Die Baukosten pro Abstellplatz hängen stark von der baulichen Situation vor Ort ab. Je nachdem, ob zum Beispiel ein Provisorium, die Eingliederung in ein bestehendes Gebäude oder ein unterirdischer Neubau vorgesehen ist, bewegen sich die Kosten pro Abstellplatz in einer Velostation mit elektronischem Zutrittssystem zwischen 3.000 und 10.000 Franken. Die Betriebskosten hängen ihrerseits von der Wahl des Betriebsmodells ab, insbesondere von der personellen Präsenz und der Zahl der zusätzlich angebotenen Dienstleistungen.

In der Regel werden die Infrastrukturen durch die öffentliche Hand (Gemeinden, Agglomerationen, Kantone und Bund) und/oder anderen Investoren (SBB, Betreiber, Finanzierungspartner) finanziert. Die Betriebskosten werden durch die Einnahmen aus den eigenen Dienstleistungen, der Drittfinanzierung (Sponsoring, Drittaufträge) und Beiträge der öffentlichen Hand (Sozialbeiträge, Subventionen, Defizitgarantie) gedeckt. Der Betrieb einer Velostation mit Beschäftigungsprogramm ist erfahrungsgemäss zu rund 30% selbsttragend. In Kombination mit einem Velo-Hauslieferdienst steigt diese Quote.

Evaluation

Evaluation: 
ja

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 

In der Schweiz wird die Mehrheit der Velostationen im Rahmen von Beschäftigungsprogrammen oder durch ein privates Unternehmen betrieben, welches auf ein Synergiepotenzial zurückgreifen kann (z.B. eine Parking- oder ein Veloverleih-Betreiberin)

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
ja
Projektstart: 
Januar 1996
Info zur Laufzeit: 

Die ersten Velostationen in der Schweiz wurden Mitte der 90er Jahre nach Vorbildern aus nordeuropäischen Ländern in Betrieb genommen.

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 

Forum Velostationen Schweiz
c/o Pro Velo Schweiz
Birkenweg 61
CH-3001 Bern
Postfach 6711
Telefon: 0041/31/3185417
E-mail: info@velostation.ch
WWW: www.velostation.ch/de
 

Kommunale Ansprechpartner: 

Co-Geschäftsleiter
Herr Martin Wälti
Stiftung intact
(Betreiberin der Velostation Burgdorf)
Bucherstrasse 6
CH-3401 Burgdorf
Postfach 1229
Telefon: 0041/34/4232380
E-mail: martin.waelti@wir-bringens.ch

Abteilungsleiter
Herr Hubert Jaquier
Ville de Delémont
Service de l'urbanisme, de l'environnement et des travaux publics
Route de Bâle 1
CH-2800 Delémont
Telefon: 0041/32/4219292
E-mail: uetp@delemont.ch
 

Meta-Info
Stand der Information
30. Januar 2014
Autor
Büro für Mobilität AG
NRVP-Handlungsfelder
Fahrradthemen
Schlagworte
Land
Schweiz