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Radschwerpunkt des Landes Tirol

Tirol auf D' Rad

Der Sieger des Malwettbewerbs Crazy Bike freut sich über sein von einem Spezialisten nachgebautes Fantasie-Fahrrad
Der Sieger des Malwettbewerbs Crazy Bike freut sich über sein von einem Spezialisten nachgebautes Fantasie-Fahrrad © Interreg-Projekt "Gemeinden mobil"

Projektidee und Zielsetzungen

Auch im Gebirgsland Tirol ist der Anteil an Städten und Gemeinden, die für den Radverkehr topographisch geeignet sind, groß. Zu Projektbeginn wurden jedoch tirolweit nur rund 7 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Dieser Anteil sollte im Rahmen von "Tirol auf D’Rad" durch eine breite Maßnahmenpalette wesentlich erhöht werden.

Zentrale Projektpartner der Landesregierung sind die Tiroler Gemeinden. Das Projektziel ist, möglichst eigenständige und dauerhafte kommunale Aktivitäten anzuregen. Die Akteure in den Städten und Gemeinden erhalten Förderungen, Beratungen und Weiterbildungen zu möglichen infrastrukturellen Maßnahmen. Darüber hinaus wird ein besonderer Fokus auf Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung und zur Kommunikation mit den GemeindebürgerInnen gelegt. Schritt für Schritt werden weitere Netzwerkpartner miteinbezogen: So widmet sich z.B. im Rahmen von "Tirol auf D'Rad" ein eigener Schwerpunkt der Förderung von Schulinitiativen. Aber auch Unternehmen werden sukzessive als Partner in das Projekt integriert.

Angebote für die Städte und Gemeinden

Bildungsprogramm "Gemeinden mobil" für Gemeinden

In der Reihe "mobile" bietet das Land Tirol Leitfäden zu Themen der kommunalen Verkehrspolitik an. Dabei beschäftigten sich die Ausgaben 03/2007 und 04/2007 mit der Förderung von Radinfrastruktur und der Bewusstseinsbildung für die Fahrradnutzung in der Gemeinde.

Im Rahmen des Bildungsprogramms "Tirol mobil" werden den Kommunen aber auch regelmäßig Workshops und Seminare zu Planungsgrundlagen, Abstellanlagen, Öffentlichkeitsarbeit etc. angeboten. Angeboten werden die Radseminare vom Land Tirol in Kooperation mit dem Klimabündnis Tirol. Diese finden meist in Innsbruck statt, zukünftig sind aber (auch) bezirksweise Veranstaltungen geplant. Als Referenten fungieren MitarbeiterInnen des Klimabündnis sowie fallweise zugezogene Experten (z.B. Verkehrsplaner beim Thema Planungsgrundlagen für Radverkehrsmaßnahmen). Das Klimabündnis informiert weiterhin über alle möglichen Radveranstaltungen wie Sattelfeste, Radwettbewerbe, Reparatur-Aktionen, etc.

Veranstaltungsangebot "Sattelfeste"

Das Land Tirol stellt Gemeinden Veranstaltungsmodule zur Verfügung, die vor allem die Freude und den Spaß am Radfahren in den Mittelpunkt stellen. Im Rahmen von "Sattelfesten" können beispielsweise "Spaßräder" oder neueste Rad- und E-Bike-Modelle getestet werden. Außerdem erhalten die Gemeinden Handlungsanleitungen zur Organisation von Fahrradtauschbörsen oder von "Fahrradchecks"; in Kooperation mit einem Automobilclub werden kostenlose Fahrradcodierungen angeboten. Die Veranstaltungen werden mit bis zu 1.500 Euro gefördert.

Finanzielle Förderungen

Das Land Tirol fördert Planungskosten für Radanlagen mit bis zu 50 Prozent. Hintergrund dessen ist die "Richtlinie – Zuwendung zur Erholungsraumgestaltung" vom Land Tirol für 2007-2013 als Förderangebot für Radwanderwege mit Begleiteinrichtungen. Dabei werden die Errichtung von Radwegen (Fertigtstellung, sinnvolle Ergänzung des Landesradwanderwegnetzes), d.h. die Baukosten, Kosten für die Projektentwicklung und Projektbetreuung sowie auch für die Grundbeschaffung, mit 30-50 % gefördert. Darüber hinaus werden Radabstellanlagen sowie Beschilderungen mit bis zu 30 Prozent der Nettokosten gefördert. Außerdem werden Verkehrssicherheitschecks finanziell unterstützt, die speziell mit dem Schwerpunkt Radverkehr durchgeführt werden. Veranstaltungen zur Förderung des Radverkehrs werden mit bis zu 1.500 Euro der nachweisbaren Kosten unterstützt. Zudem sind Mittel für Schulprojekte vorgesehen. Darüber hinaus fördert das Land Tirol ab Frühjahr 2012 schwerpunktmäßig den Einsatz von ExpertInnen für Vor-Ort-Beratungen. Auch der Ankauf von Pedelecs für Gemeindediensträder wird finanziell unterstützt.

Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit

Im Rahmen des Informationsschwerpunkts im Projekt "Tirol auf D’Rad" werden Gemeinden in regelmäßigen Abständen Informationspakete zum Thema Fahrrad (Flyer, Plakate, Vorlagen für Gemeindezeitungsartikel und Homepagetexte) zur Verfügung gestellt. Bisher gab es Informationspakete zur Verkehrssicherheit, zu Pedelecs sowie zum Fahrrad-Frühjahrs-Check.

Angebote für Privathaushalte

Radworkshops für ausgewählte Zielgruppen

Im Rahmen des in Italien und Österreich länderübergreifend durchgeführten Interreg IV A-Projekts "Mobilität ohne Barrieren" (s.u.) werden 2012 Radworkshops für SeniorInnen und MigrantInnen durchgeführt. Zielgruppengerecht vermitteln die Projektpartner die Vorteile des klimafreundlichen Radverkehrs gegenüber dem Pkw; in Fahrradwerkstätten lernen die TeilnehmerInnen selbständig kleinere Reparaturen und Einstellungen an ihren Rädern durchzuführen. Die Kurse werden in enger Zusammenarbeit mit Gemeinden und Vereinen angeboten.

Angebote für Schulen

Kinder und Jugendliche sind der Schlüsselfaktor auf dem Weg zu einem nachhaltigen Mobilitätsverhalten in unserer Gesellschaft. Ein Schwerpunkt von "Tirol auf D'Rad" sind deshalb bewusstseinsbildende Maßnahmen in und für Schulen sowie die Sensibilisierung von Schulgemeinschaften für umweltfreundlichen Radverkehr.

Ebenfalls als Interreg IV A-Projekt in Italien und Österreich wurde "Schulen mobil" ins Leben gerufen. Das länderübergreifende Projekt stellt eine zentrale Informationsplattform für PädagogInnen dar, denen die Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen in Umwelt- und Verkehrsfragen ein wichtiges Anliegen ist. Besonderes Augenmerk wird dabei neben der Attraktivierung der öffentlichen Verkehrsmittel auch auf die Förderung des Fuß- und Radverkehrs gelegt.

Schwerpunkte des Projekts "Schulen mobil" sind:

  • Bildungsveranstaltungen für PädagogInnen: Praxisnah und anschaulich werden methodische Grundlagen, u.a. zum Einbau der Thematik Radverkehr in den Unterricht, vermittelt. Die TeilnehmerInnen erhalten Vorschläge für Unterrichtsgestaltungen sowie Unterrichtsmaterialien, wie technische Anleitungen, Videos etc., zur Durchführung von Fahrradwerkstätten oder für die "Klasse auf D'Rad", in der sich SchülerInnen fächerübergreifend einen einmonatigen Schwerpunkt rund um das Thema Fahrrad setzen. Die Angebote sind ab 2012 erhältlich.
  • Crazy Bike: Der Mal- und Zeichenwettbewerb "Crazy Bike" wird seit 2011 grenzüberschreitend für Kinder der 3. und 4. Schulstufe aus Tirol und Südtirol ausgeschrieben. Das "coolste" Fantasiewunschrad der Wettbewerbssiegerin, bzw. des Wettbewerbssiegers wird von Fachleuten als echtes Fahrrad nachgebaut und ausgezeichnet.
  • Darüber hinaus werden auch Velobusse – eine Gruppe von Kindern, die von einer oder mehreren Aufsichtspersonen begleitet, gemeinsam per Rad zur Schule fährt – oder Radworkshop für Volksschulkinder (AUVA) gefördert.

Angebote für Betriebe

Verstärkt soll die Förderung des Radverkehrs auch in Zusammenarbeit mit Betrieben erfolgen.

Tiroler Radgipfel

Das Land Tirol veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem Lebensministerium und der Stadt Innsbruck im April 2009 einen österreichweiten "Radgipfel" zum Schwerpunkt "Nutzung von Synergien des Radtourismus und Alltagsradverkehrs". Auf der Veranstaltung im Innsbrucker Congress konnten 250 TeilnehmerInnen begrüßt werden.

Beratungsangebot für Betriebe

In Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Tirol wird derzeit ein Beratungsangebot zum Thema Betriebliches Mobilitätsmanagement entwickelt. Beratungen werden auch zum klimafreundlichen Radverkehr angeboten.

Autofreier Tag in der Europäischen Woche der Mobilität

Im Rahmen des Autofreien Tages (22. September), der die Europäische Woche der Mobilität beschließt, werben viele Gemeinden für den klimafreundlichen Radverkehr: mit Ausstellungen und Testmöglichkeiten neuester Rad- und E-Bike-Modelle sowie Spaßrädern, mit kostenlosen Fahrradcodierungen zum Diebstahlschutz, Kooperationen mit lokalen FahrradhändlerInnen, Radworkshops, Radrennen und vielem mehr. 2010 wurde u.a. ein Fotowettbewerb unter dem Motto "Wow! Einkaufen mit dem Fahrrad ist schlau" ausgeschrieben. Der Autofreie Tag wird in Tirol im Rahmen des Interreg IV A-Projekts "Gemeinden mobil" (s.u.) von Klimabündnis Tirol organisiert.

Tiroler Fahrradwettbewerb

Unter dem Motto "Tirol auf D'Rad – Radeln für den Klimaschutz" haben das Land Tirol und Klimabündnis Tirol 2011 erstmals zur Teilnahme am Ersten Tiroler Fahrradwettbewerb aufgerufen. Die Initiative wurde mit 1.200 TirolerInnen und 900.000 für den Klimaschutz geradelten Kilometern bereits in ihrer Pilotphase zum vollen Erfolg. 34 Gemeinden, 25 Betriebe und 24 Vereine haben sich als Veranstalter beteiligt. Im März 2012 wird der Tiroler Fahrradwettbewerb zum zweiten Mal gestartet. Der Fahrradwettbewerb ist eine Initiative von "Tirol mobil", dem Mobilitätsprogramm des Landes, und dem Klimabündnis Tirol, das die Initiative im Rahmen des Interreg IV A-Projekts "Gemeinden mobil" (s.u.) koordiniert.

Der Fahrradwettbewerb ist eine Initiative von "Tirol mobil", dem Mobilitätsprogramm des Landes, und Klimabündnis Tirol, das die Initiative im Rahmen des Interreg IV A-Projekts "Gemeinden mobil" (s.u.) koordiniert.

Weitere, landesweite Projekte: Das Radweg-Modell Tirol

Das Radweg – Modell Tirol liefert mit einer übersichtlichen Beschilderung einen wichtigen Beitrag zur Förderung des Radfahrens, wobei die Ziele des Modells sowohl der aktiven Freizeitgestaltung, dem Tourismus als auch der Verkehrs- und Umweltpolitik dienen. Mithilfe eines umfangreichen Maßnahmenpakets soll Tirol innerhalb von fünf Jahren zu einem Muster-Radland werden.

Wichtige Maßnahmen sind:

  • Tirolweit einheitliche Beschilderung der Radwege
  • Maßnahmen zur Sicherheit, z.B. die Entschärfung von Gefahrenstellen
  • Fahrradfreundliche Begleiteinrichtungen wie Rast- und Informationsplätze
  • Leitsystem von und zu Bahnhöfen und Ortszentren inkl. Anbindung an den öffentlichen Verkehr
  • Professionelle Betreuung, Erhaltung und Sanierung des Radwegenetzes

Die Rennradrouten Tirol sind in Zusammenarbeit Land Tirol - Abt. Waldschutz und Sport und dem Tiroler Landesradsportverband entstanden. Es handelt sich hierbei um die bekannten "Radklassiker" wie z.B. die Route über das Hahntennjoch, Route auf das Kitzbüheler Horn oder die Routen der Pustertaler Höhenstraße. Ergänzt werden die Radklassiker durch weitere Vorschläge an attraktiven Radtouren. Mittels einer interaktiven tiris-Karte kann der Benutzer direkt einzelne Routen auswählen und sich als Karte anzeigen lassen - oder aber man wählt einen Ort in Tirol und es werden alle Routen im Umkreis dieses Ortes angezeigt. Es können Zusatzinformationen wie z.B. Streckenlänge, Höhenunterschied usw. abgefragt werden. Ein Streckenprofil zeigt den Höhenverlauf der ausgewählten Route.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Tirol auf D'Rad ist ein Gesamtkonzept zur Förderung des Radverkehrs, das alle Ebenen (Gemeinden, Land, Betriebe, Schulen) mit einschließt. Es dient der Information zu aktuellen Radverkehrsthemen und motiviert durch zahlreiche Radkampagnen zur Nutzung des Fahrrades. Bestes Beispiel ist der Radwettbewerb. Das Programm Tirol auf D’Rad umfasst als Sammelbegriff alle Radfahrmaßnahmen für die Tiroler Bevölkerung. Der Erfolg des Programms beruht im wesentlichen auf dem direkten Kontakt und der fortlaufenden Betreuung der Gemeinden.

Finanzierung

Finanzierung: 
EU-Mittel
Bundesmittel
Landesmittel
Kommunale Mittel
Gesamtvolumen: 
10 000 000 €
Erläuterungen: 
Investition: 10 Mio. Euro (200.000 Euro Bundesmittel); lfd. Kosten: Ca. 100.000 Euro (Bundesmittel, Landesmittel und 30.000 Euro EU-Mittel)

Evaluation

Evaluation: 
ja
Erläuterungen: 
Mobilitätserhebung 2011

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 
Land Tirol, Verein Klimabündnis Tirol

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
ja
Projektstart: 
Januar 2008
Info zur Laufzeit: 
Im Rahmen des Tiroler Mobilitätsprogramms wird Tirol auf D'Rad fortgesetzt werden.

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 
Mobilitätskoordinator
Herr DI Mag. Ekkehard Allinger-Csollich
Amt der Tiroler Landesregierung
Abteilung Verkehrsplanung
Eduard-Wallnöfer-Platz 3
A-6020 Innsbruck
Telefon: +43 (0)512 508 4090
Telefax: +43 (0)512 508 4085
E-mail: ekkehard.allinger@tirol.gv.at
WWW: www.tirol.gv.at/verkehr