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Wettbewerb Fahrradfreundliches Geschäft

Stärkung der Fahrradfreundlichkeit im Einkaufsverkehr

Fahrradständer mit Luftpumpe
Fahrradständer mit Luftpumpe © Barbara Plate

Ausgangssituation

Potsdam ist auf einem guten Weg zu einer fahrradfreundlichen Stadt. Im Jahr 2008 hat die Stadtverordnetenversammlung ein aktualisiertes Radverkehrskonzept und eine neu erarbeitete Radverkehrsstrategie beschlossen und damit die Grundlagen der aktuellen städtischen Radverkehrsförderung definiert. Darin ist z.B. festgelegt, dass das konstant für den Radverkehr zur Verfügung stehende Budget im städtischen Haushalt nicht nur für den Ausbau und die Verbesserung der Fahrradinfrastruktur ausgegeben, sondern auch für die Schaffung eines fahrradfreundlichen Klimas durch Öffentlichkeitsaktionen und Wettbewerbe genutzt wird. Dazu gehört auch der Wettbewerb "Fahrradfreundliches Geschäft", welcher erstmals im Jahr 2010 stattfand.

Projektidee und -ziele

Das Projekt setzt bei den alltäglichen Mobilitätsbedürfnissen der Potsdamerinnen und Potsdamer an. Grundidee ist es, die Fahrradnutzung auf den Einkaufswegen zu fördern, indem bessere Bedingungen für Radfahrer geschaffen werden. Unmittelbare Adressaten sind die Betreiber der lokalen Einkaufsangebote: Einzelhändler, Handwerker und Händlergemeinschaften sollen mit dem Wettbewerb angeregt werden, den Rad fahrenden Kunden ein komfortables und willkommenes Gefühl beim Einkauf zu geben. Dazu gehören natürlich in erster Linie gute und qualitativ hochwertige Fahrradabstellanlagen in Eingangsnähe. Zusätzlich ergeben sich für Händler jedoch auch viele andere Möglichkeiten, zu einem fahrradfreundlichen Klima beizutragen.

Der Wettbewerb wird finanziell und personell von der Landeshauptstadt Potsdam gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Potsdam, dem Handelsverband Berlin-Brandenburg, der AOK Nordost, dem Kreisverband Potsdam des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sowie der Verbraucherzentrale Brandenburg durchgeführt.

Projektdurchführung

Einladung zur Wettbewerbsteilnahme

Der jährlich stattfindende Wettbewerb beginnt meist im Frühjahr bei einem Potsdamer Geschäft, das bereits fahrradfreundliche Maßnahmen umgesetzt hat. Dort lädt der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt zu einem pressewirksamen Auftakttermin. Dabei werden die Eckdaten und Ziele für den Wettbewerb sowie der Zeitraum und die Beitragsbedingungen erläutert.

Parallel dazu werden ca. 800 Einzelhändler, Händlergemeinschaften, Handwerker und Einkaufszentren durch die Industrie- und Handwerkskammer Potsdam und den Handelsverband Berlin-Brandenburg mit einem Flyer und einem Motivationsschreiben angeschrieben und zur Teilnahme am Wettbewerb eingeladen. Zusätzlich liegen Flyer in der Geschäftsstelle der AOK Nordost in Potsdam und der Verbraucherzentrale aus. Darüber hinaus werden weitere Multiplikatoren (Apothekerverband, stadtteilbezogene Zusammenschlüsse) genutzt, um die Bekanntheit des Wettbewerbs zu erhöhen. Innerhalb des Projektzeitraums wird eine Erinnerung an den Wettbewerb in Form einer Pressemitteilung herausgegeben.

Bewerbungsvoraussetzungen

Bewerben können sich alle Einzelhandels- und Handwerksbetriebe mit Verkaufsgeschäft, Händlergemeinschaften sowie Einkaufszentren. Die Teilnehmer sollen mit Begründung und bereits umgesetzten Maßnahmen zeigen, warum sie ein fahrradfreundliches Geschäft sind. Auch die Kunden haben die Möglichkeit, in ihren Augen besonders fahrradfreundliche Geschäfte für den Wettbewerb vorzuschlagen.

Die in die Bewerbung einfließenden Maßnahmen können von Abstellanlagen über Aufbewahrungsmöglichkeiten für Einkaufstüten und Gepäck, über Lieferservice und Transporthilfen bis hin zu Rabattaktionen und Veranstaltungen reichen. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Weniger entscheidend ist die Größe der Projekte - auch kleine Maßnahmen können preiswürdig sein.

Die eingegangenen Wettbewerbsbeiträge werden nach Ende der Abgabefrist von einer Jury, bestehend aus Vertretern der Kooperationspartner, bewertet. Die besten drei Beiträge werden im Rahmen eines Pressetermins gekürt. Entscheidend bei der Auswahl der Gewinner sind die Kriterien Innovation, Service und Familienfreundlichkeit.

Aktuelles Gewinnerprojekt

Den Wettbewerb 2013 konnte die Potsdamer Filiale einer Optiker-Kette für sich entscheiden. Das Geschäft im Stadtzentrum hält für seine radelnden Kunden Regencapes und Leihschlösser bereit. Im Frühjahr wurden zudem 200 Sattelbezüge zum Schutz gegen Regen und Nässe verteilt. Auf Wunsch erhalten Kunden Informationen zum Potsdamer Scherbentelefon sowie zu nahe gelegenen Reparaturmöglichkeiten. Darüber hinaus wird all jenen Besuchern, die die angebotene Rückerstattung der Pkw-Parkgebühren erfragen, der Flyer des lokalen Verleihsystems "PotsdamRad" überreicht. Schließlich werden auch die Kosten einer Fahrradausleihe im Geschäft rückerstattet.

Was wurde erreicht?

Der Wettbewerb wurde bisher vier Mal durchgeführt. Insgesamt haben sich in dieser Zeit 15 Geschäfte beteiligt bzw. wurden als preiswürdig vorgeschlagen. Insbesondere die große Öffentlichkeitswirksamkeit der Aktion und die intensive Beteiligung der unterschiedlichen Projektpartner sind als Erfolge zu werten. Außerdem ist unabhängig von einer Beteiligung am Wettbewerb zu merken, dass einige Potsdamer Einzelhändler seit Projektbeginn fahrradfreundliche Angebote geschaffen haben. So konnte beobachtet werden, dass Geschäfte ADFC-qualifizierte Fahrradständer aufstellten, Schließfächer für die Kunden installierten oder dass auf Visitenkarten mit fahrradfreundlichen Angeboten geworben wurde.

Darüber hinaus wird mit dem Wettbewerb indirekt auch das Einkaufen mit dem Fahrrad beworben, so dass - ohne dass dies jedoch in Zahlen nachweisbar wäre – auf die Verkehrsmittelwahl der Kundinnen und Kunden eingewirkt wird.

Insgesamt wird der sehr medienwirksame Wettbewerb in den letzten Jahren als Erfolg gewertet, denn bei der Fahrradfreundlichkeit vieler Potsdamer Geschäfte ist ein Fortschritt erkennbar, wenngleich eine größere Beteiligung am Wettbewerb wünschenswert wäre.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Der Wettbewerb hat durch die gute Pressewirksamkeit und die Bandbreite der angeschriebenen Geschäfte den Gedanken der Fahrradfreundlichkeit beim Einkaufen in Potsdam verstärkt. Der Wettbewerb könnte auch auf andere Bereiche des Alltags, wie z.B. fahrradfreundliche Gastronomie, fahrradfreundliche Wohnanlagen oder fahrradfreundliche Museen übertragen werden.

Finanzierung

Finanzierung: 
Kommunale Mittel
Sonstige
Erläuterungen: 
Mittel der Industrie- und Handwerkskammer Potsdam und des Handelsverbands Berlin-Brandenburg

Evaluation

Evaluation: 
ja

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 
Landeshauptstadt Potsdam
Projektbeteiligte: 
Industrie- und Handwerkskammer Potsdam, Handelsverband Berlin-Brandenburg, AOK Nordost, Verbraucherzentrale Brandenburg, Kreisverband Potsdam des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND)

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
ja
Projektstart: 
Januar 2010
Info zur Laufzeit: 
Die Weiterführung des Wettbewerbs ist grundsätzlich geplant. Eine Ausweitung z.B. auf andere Bereiche, wie Gastronomie, Arbeitgeber, Wohnen, etc. ist in der Diskussion.

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 
Sachbearbeiterin
Frau Ulrike Kucharzyk
Landeshauptstadt Potsdam
Bereich Stadtentwicklung, Verkehrsentwicklung
Hegelallee 6-10
14461 Potsdam
Telefon: 0331-289 2541
Telefax: 0331-289 84 2541
E-mail: stadtentwicklung@rathaus.potsdam.de
WWW: www.potsdam.de/fahrrad-in-pots...

Meta-Info
Stand der Information
31. August 2013
Autor
Ulrike Kucharzyk, Landeshauptstadt Potsdam
NRVP-Handlungsfelder
Fahrradthemen
Schlagworte
Land
Brandenburg