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Schnelle Hilfe zur Selbsthilfe

Service-Netzwerk Radverkehr

Plakette für Service-Partner
Plakette für Service-Partner © Stadt Frankfurt am Main

Ausgangssituation

Ausgangspunkt für das Service-Netzwerk Radverkehr waren die Bestrebungen der Stadt Frankfurt am Main zur Förderung des Radverkehrs insgesamt und speziell im Handlungsfeld Service. Um den Service zu verbessern, sollte ein niederschwelliges Angebot für Radfahrerinnen und Radfahrer geschaffen werden. Grundlage war die Annahme, dass eine Vielzahl von technischen Alltagsproblemen von den Radfahrern selbst gut gelöst werden können, sofern hierzu einige wenige Dinge zur Verfügung stehen: Werkzeug, Flickzeug, Luftpumpe. Doch nur wenige Radler führen diese Dinge auf ihren alltäglichen Wegen mit sich, so dass es sinnvoll erschien, Dritte dazu zu bewegen, diese als "Hilfe zur Selbsthilfe" vorzuhalten und gegen Pfand o.ä. zu entleihen. Hierüber sollten teilnehmende Betriebe zugleich die Möglichkeit erhalten, sich als fahrradfreundlich darzustellen und diesen zusätzlichen Service ihren radelnden Kundinnen und Kunden anzubieten.

Vorbereitungsphase

In den Blick genommen wurden daher primär Betriebe aus dem Einzelhandel, aus der Gastronomie und dem Beherbergungsgewerbe. Um eine gute Ansprache der Zielgruppe zu erreichen, wurden als Netzwerkpartner der örtliche ADFC, das CityForum Pro Frankfurt (Interessen- und Aktionsgemeinschaft von Einzelhändlern, Gastronomen und Hoteliers in der Kernstadt) sowie die Stadtteil-Initiative Pro Frankfurt (Zusammenschluss der Gewerbevereine aus den meisten Stadtteilen) angesprochen und für die Idee gewonnen. So konnte positive Multiplikation der Idee in die Zielgruppe hinein sichergestellt werden.

Im Vorfeld des Projektstarts wurden die technischen Voraussetzungen auf dem städtischen Radfahrportal realisiert (www.radfahren-ffm.de). Ein schneller Zugriff auf die Übersicht und Standorte der Service-Partner ist für die Besitzer mobiler Endgeräte mittels Google Maps in Relation zum eigenen Standort möglich (maps.google.de). Für alle Internetnutzer bietet das Radfahrportal einen Stadtplan und eine Liste mit den teilnehmenden Betrieben. Ferner wurde ein Mustervertrag entwickelt, Werbematerialien sowie ein kennzeichnender Aufkleber für die Service-Partner gestaltet und produziert.

Projektstart

Der Projektstart erfolgte pressewirksam zur Einweihung der ersten öffentlichen Luftpumpstation in zentraler Innenstadtlage. Hier wurde gemeinsam mit den Netzwerkpartnern die Idee im März 2011 vorgestellt. Über Sponsoring konnten 25 Service-Boxen zusammengestellt werden, die den ersten 25 Service-Partnern von Seiten der Stadt Frankfurt am Main kostenlos überlassen wurden. Ansonsten verpflichten sich die Service-Partner vertraglich dazu, die wenigen notwendigen Materialien selbst zu beschaffen und während ihrer Öffnungszeiten verfügbar zu halten. Das Service-Paket beinhaltet eine Standluftpumpe, Flickzeug und ein Multifunktionswerkzeug.

Bereits im Mai 2011 konnte das Service-Netzwerk, abermals presseöffentlich, seinen Betrieb aufnehmen, da bereits 60 Standorte in der gesamten Stadt Frankfurt gesichert werden konnten. Maßgeblichen Anteil hieran hatte die Frankfurter Sparkasse, die kurzerhand mit all ihren Filialen im Stadtgebiet dem Netzwerk beigetreten war. Inzwischen ist das Netzwerk auf 87 Service-Partner angewachsen und wird durch drei öffentliche Luftpump-Stationen ergänzt. Nenneswerte Probleme sind keine bekannt, das Feedback ist durchweg positiv. Auch die Mechanismen zur Qualitätssicherung haben sich bewährt. Das Projekt wird nach unseren Kenntnissen gut angenommen und zieht insbesondere im lokalen Kontext der Stadtteile häufig Nachahmungseffekte nach sich.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Das Frankfurter Service-Netzwerk Radverkehr zeigt, wie sich mit geringem finanziellen Aufwand und den richtigen Multiplikatoren kostengünstig und effizient ein niederschwelliges Service-Angebot für den Radverkehr aufbauen lässt. Dieses ermöglicht es zugleich den beteiligten Partnern, ihre Offenheit für und die Akzeptanz des Radverkehrs außenwirksam gegenüber Kundinnen und Kunden darzustellen.

Finanzierung

Finanzierung: 
Kommunale Mittel
Private Mittel (ohne Sponsoring und Spenden)
Sponsoring, Spenden
Gesamtvolumen: 
5 000 €
Erläuterungen: 
Investition: ca. 5.000 Euro; lfd. Kosten: ca. 1.000 Euro

Evaluation

Evaluation: 
ja
Erläuterungen: 
Die begleitende Evaluation ist feedback-basiert, in der Regel erfolgen Rückmeldungen ans Radfahrbüro per E-Mail. Auf der entsprechenden Website ist für jeden Service-Partner ein Feedback-Formular hinterlegt. Werden Probleme gemeldet, nimmt das Radfahrbüro mit dem betreffenden Partner Kontakt auf und klärt diese. Ist eine Klärung nicht möglich, wird der Vertrag seitens der Stadt Frankfurt am Main gekündigt (dies ist bislang noch nicht notwendig gewesen). Mitarbeiter des Radfahrbüros und Mitglieder des ADFC führen darüber hinaus vereinzelt auch Stichproben durch.

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 
Radfahrbüro der Stadt Frankfurt am Main
Projektbeteiligte: 
als sog. Netzwerkpartner: ADFC Frankfurt am Main e.V., CityForum Pro Frankfurt e.V., Stadtteil-Initiative Pro Frankfurt e.V.

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
ja
Projektstart: 
März 2011

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 
Herr Thomas Friede
Stadt Frankfurt am Main
Radfahrbüro (36.31.5)
Gutleutstraße 191
60327 Frankfurt am Main
Telefon: 069/212-30895
E-mail: thomas.friede@stadt-frankfurt.de

Meta-Info
Stand der Information
17. Januar 2013
Autor
Ingmar Bolle, Stadt Frankfurt am Main, Verkehrsdezernat
NRVP-Handlungsfelder
Fahrradthemen
Schlagworte
Land
Hessen