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Mehr Sicherheit auf Paderborner Radwegen

Radroutennotrufsystem

Notrufaufkleber an einem Wegweisungspfosten
Notrufaufkleber an einem Wegweisungspfosten © Stadt Paderborn

Einleitung

Der Kreis Paderborn verfügt über ein gut ausgebautes, weitreichendes Radroutennetz, welches durch landschaftlich schöne, aber auch sehr abgelegene wald- und landwirtschaftlich genutzte Gebiete führt. Diese Routen werden zunehmend auch von Radlern mit Pedelecs bzw. E-Bikes genutzt, die mit ihren elektromotorisch unterstützten Rädern besonders weite Strecken zurücklegen können. Diese touristische Nutzung wird vom Kreis Paderborn außerordentlich begrüßt und zugleich gefördert durch die Ausweisung von Themenrouten, die auch über die Kreisgrenzen hinausgehen und Hinweise auf Restaurationen und Übernachtungsmöglichkeiten sowie auf touristische Sehenswürdigkeiten geben. Gleichzeitig sieht sich der Kreis in der Verantwortung, das Mögliche zur Sicherheit der Radtouristen beizutragen. Die Radrouten werden durch Wegweisungen gut geführt. Allerdings fällt es Radroutennutzern in Notfällen, in denen dringend sofortige Hilfe erforderlich ist, aufgrund fehlender Ortskenntnisse oftmals schwer, dem Einsatzdisponenten der Rettungsleitstelle genau zu beschreiben, wo man sich gerade befindet. Die Suche nach den Verunfallten kann dann lebenswichtige Minuten kosten.

Umsetzung

Der Kreis Paderborn hat sich zum Ziel gesetzt, ein kostengünstiges Ortungssystem zu entwickeln, mit dem in Notfällen, auch bei ortsfremden Personen, die Position genau bestimmt werden kann. Die Lösung liegt in der Nutzung der auf sämtlichen Radrouten des Radverkehrsnetzes Nordrhein-Westafeln bereits vorhandenen Ausschilderung der Kreuzungen und Abzweigungen mit Wegweisungsschildern (rote Schrift auf weißem Grund). Jeder Befestigungspfosten hat eine individuelle Nummer, die mit Standortkoordinaten hinterlegt ist. Im Notfall kann jede Minute zählen. Was liegt da näher, als die bereits vorhandenen Schilder an den Radwegen zu nutzen, um den Standort zu kennzeichnen?

Die Standortkoordinaten der Wegweisungsschilder werden von Verantwortlichen des Radverkehrsnetzes Nordrhein-Westfalen verwaltet und wurden dem Projekt Radroutennotrufsystem zur Einrichtung des Notrufpunktesystems zur Verfügung gestellt. Mit Hilfe der Webanwendung Radverkehrsnetz Nordrhein-Westfalen wurden für den Kreis Paderborn rund 800 der als Notrufpunkte geeigneten Wegweisungspfosten und die zur Verfügung gestellten digitalen Daten durch das Katasteramt des Kreises aufbereitet und ein digitales Kartenmaterial entwickelt. Innerörtliche Bereiche blieben hierbei unberücksichtigt, da dort eine Standortbestimmung durch Straßennamen möglich ist.

Diese Notrufpunkte sind für interessierte Nutzer, vor allem aber auch für die Rettungsleitstelle, bei der Notrufe unter der Nr. 112 auflaufen, einsehbar.

Um den Hilfesuchenden auf diese Ortungsmöglichkeit hinzuweisen, wurde in Zusammenarbeit mit der Rettungsleitstelle des Kreises Paderborn ein einheitliches Layout für die an den Wegweisungspfosten anzubringenden Notrufaufkleber entworfen. Auf 100 x 100 mm großen, in einem auffälligen Rot gehaltenen Aufklebern sind die Notrufnummer 112 und die Stadt bzw. Gemeinde mit Ortsteil genannt, außerdem wird auf die am Pfosten vorhandene Nummer hingewiesen. Damit kann die Leitstelle sofort im System erkennen, wo sich der Hilfesuchende genau befindet und gezielt Einsatzmaßnahmen einleiten.

Bei Fahrradclubs und Fahrradinitiativen im Kreis Paderborn wurde das Projekt vorgestellt. Erfahrene Mitglieder erklärten sich spontan zur Unterstützung beim Anbringen der Aufkleber bereit. Innerhalb weniger Wochen konnten so ca. 90 % der Notrufpunkte ausgezeichnet werden.

Fazit

Bereits nach kurzer Zeit waren die ersten Hilfeersuchen durch Radfahrende bei der Rettungsleitstelle der Kreisfeuerwehrzentrale eingegangen. Das Ziel ist erreicht: Hier wurde mit einfachen Mitteln eine Idee umgesetzt, die sogar Leben retten kann. Das kostengünstige Notrufsystem gibt dem Radroutennutzer das sichere Gefühl, in einem Notfall schnelle Hilfe zu erhalten. Ausflugsrouten können auch unter diesem Sicherheitsaspekt im Internet geplant werden können. Über 800 Notrufpunkte wurden bereits an den NRW-Radwegeschildern angebracht.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Das Gesundheitsbewusstsein und die Freude an der Bewegung in der Bevölkerung nehmen kontinuierlich zu. Um flexibler zu sein, aber auch mit Blick auf die eigene Gesundheit, steigen viele Menschen auf das Fahrrad, mit oder ohne elektromotorische Unterstützung, um. Bei Ausflügen gibt das Notrufsystem dem Radroutennutzer das sichere Gefühl, in einem Notfall schnelle Hilfe erhalten zu können. Ein Einsatz dieses Systems in anderen Kreisen des Landes Nordrhein-Westfalen ist in Verbindung mit dem Radverkehrsnetz problemlos und kosteneffizient möglich, da alle Wegweisungspfosten der Radrouten bereits mit Standortkoordinaten hinterlegt sind.

Finanzierung

Finanzierung: 
Kommunale Mittel
Gesamtvolumen: 
800 €
Erläuterungen: 

Es entstehen Personalkosten für die Planung, Entwicklung und Umsetzung durch den Fahrradbeauftragten. Dank des Einsatzes engagierter Mitglieder der örtlichen Fahrradclubs sind für das Anbringen der Hinweise keine weiteren Personalkosten entstanden.

Der Mitteleinsatz beschränkt sich auf die Notrufaufkleber, die mit der Garantie auf Haltbarkeit und Lichtbeständigkeit hergestellt werden müssen.

Evaluation

Evaluation: 
ja
Erläuterungen: 

Eine halbjährliche Abfrage bei der Kreisfeuerwehrzentrale zur Nutzung dieses Systems wird durchgeführt und ist auch weiterhin geplant. Gleichzeitig wird regelmäßig der Kontakt zu Fahrradclubs und –initiativen zum Zwecke des Erfahrungsaustausches gepflegt.

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 

Kreis Paderborn

Projektbeteiligte: 
  • Straßenverkehrsamt des Kreises Paderborn
  • Fahrradbeauftragter des Kreises Paderborn
  • Kreisfeuerwehrzentrale
  • Katasteramt des Kreises
  • Steuerungsgruppe Radverkehrsnetz NRW
  • Fahrradclubs und Fahrradinitiativen im Kreis Paderborn

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
ja
Projektstart: 
August 2015
Info zur Laufzeit: 

Schilderpfosten mit beschädigten oder unlesbaren Pfostennummern müssen nachgearbeitet werden. Schäden oder unlesbare Nummern an den Schilderpfosten können dem Radverkehrsnetz NRW über eine kostenfreie Telefonnummer oder über das Internet direkt gemeldet werden. Von dort aus werden die zuständigen Städte und Gemeinden zur Schadensbehebung aufgefordert. Hinweisaufkleber über die Meldewege sind an jedem Pfosten vorhanden.

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

  • Veröffentlichungen in der örtlichen Presse
  • Internetseiten des Kreises Paderborn und in den sozialen Medien (Twitter)
  • Vorstellung des Projektes bei diversen Veranstaltung unter zur Hilfenahme von Flyern

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 

Franz-Josef Fichna
Straßenverkehrsamt
Fahrradbeauftragter des Kreises Paderborn
An der Talle 7
33102 Paderborn
Telefon: 05251-3083649
Telefax: 05251-308893640
E-Mail: FichnaF@kreis-paderborn.de

Kommunale Ansprechpartner: 

Frau Pitz
Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Pressesprecherin des Kreises Paderborn
Aldegreverstraße 10 – 14
33102 Paderborn
Telefon: 05251-3089200
Telefax: 05251-308899200
E-Mail: pitzm@kreis-paderborn.de

Meta-Info
Stand der Information
30. August 2017
Autor
Franz-Josef Fichna, Fahrradbeauftragter für den Kreis Paderborn
NRVP-Handlungsfelder
Infrastruktur
Radverkehrsplanung und -konzeption
Verkehrssicherheit
Fahrradthemen
Infrastruktur
Verkehrssicherheit
Schlagworte
Außerorts
Sicherheitsempfinden
Wegweisung
Land
Nordrhein-Westfalen