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Marktstudie zum Radtourismus

Radreisen der Deutschen 2010

Logo der Studie
Logo der Studie © Trendscope GbR

Das Projekt

Mit der Marktstudie "Radreisen der Deutschen 2008" hat Trendscope vor zwei Jahren die erste repräsentative Studie zum deutschen Radreisemarkt vorgelegt. Der 216-seitige Bericht liefert gegenwärtig über 70 verschiedenen Tourismusverbänden, Radreiseveranstaltern, Kommunen und anderen Kunden aus dem In- und Ausland wichtige Grundlageninformationen bezüglich des Radreisemarktes.

Um Entwicklungen und Trends des deutschen Radreisemarktes abzubilden, folgte im Jahre 2010 der zweite Durchgang der von Trendscope 2008 erstmals durchgeführten Radreisestudie, der zugleich ein kontinuierliches Monitoring ermöglichte. Viele Untersuchungsinhalte aus dem Jahr 2008 sind Bestandteil der 2010er Studie geblieben und wurden – über die grundsätzliche Aktualisierung hinaus – in einigen Fällen durch zusätzliche aktuelle Fragestellungen ergänzt, die mit den Bestellern der ersten Radreisestudie in einem gemeinsamen Workshop erarbeitet wurde.

Definition der Zielgruppe

Je nach Verständnis werden Radtouristen ganz unterschiedlich definiert. Unbestritten ist hingegen, dass alle Arten von Radtouristen (Radwanderer, Radausflügler etc.) positive ökonomische Effekte für das jeweilige Zielgebiet induzieren. Der Marktstudie "Radreisen der Deutschen 2010" liegt daher ein weites Verständnis von Radtourismus zugrunde.

Außer "übernachtungsgebundenen Radurlauben" mit Radfahren als Haupt- oder Nebenmotiv wurden auch solche Radtouren in die Untersuchung einbezogen, die nicht an eine Übernachtung gebunden sind ("Radausflüge"). Es fanden jedoch nur solche "Radausflüge" Berücksichtigung, die außerhalb des eigenen Wohnortes unternommen werden und eine Mindestdauer von zwei Stunden haben.

Im Gegensatz zur Radreisestudie aus dem Jahr 2008 werden die radtouristischen Zielgruppen der Mountainbiker und Rennradfahrer in der aktuellen Untersuchung nicht gesondert betrachtet. Dies erfolgt vor dem Hintergrund einer stärkeren Fokussierung auf die radtouristische Kernzielgruppe (Radwanderer und Regio-Radler). Hierauf wurde sich mit Interessenten von "Radreisen der Deutschen 2010" im Vorfeld der Studie in einem Entwicklungsworkshops verständigt. Die Ergebnisse der beiden Studien können sich durch diese Anpassung der Grundgesamtheit in Teilen unterscheiden.

Bei "Radwanderern" handelt es sich um Raddurchzugstouristen, die ihren Urlaub nicht an einem Ort verbringen, sondern vielmehr von einem Start- zu einem Zielort fahren. "Regio-Radler" sind hingegen Radaufenthaltstouristen, die sich eine feste Unterkunft suchen, um von dort aus Tagestouren zu unternehmen. Für beide Radurlauberarten stellt Radfahren das Hauptmotiv ihrer Reise dar. Diese Arten des Radurlaubs werden in der Studie aus dem Jahre 2010 ergänzt durch die Gruppe der "Urlaubs-Radler", bei denen das Radfahren nur eine von mehreren Urlaubsaktivitäten darstellte.

Aus dem Inhalt der Studie „Radreisen der Deutschen 2010“

  • Konzept der Studie: Methodik, Vorgehensweise
  • Soziodemographie: Die Befragten, Die Haushalte der Befragten
  • Art des Radtourismus: Radausflüge, Radfahren als Nebenmotiv, Radurlaube
  • Planung, Anreise und Reiseziele
  • Reiseverhalten und Reisebedürfnisse: Allgemeine Radreisefaktoren, Radurlaubsfaktoren, Radreiseveranstalter
  • Motive und Eigenschaften der Radtouristen
  • Zertifizierung und Qualität
  • Wertschöpfung und ökonomische Bedeutung
  • Art des Radurlaubs
  • Potenzialanalyse: Radfahren als Freizeitaktivität, Zukünftige Radurlaube

Methodik

Aufbau der Untersuchung

Die Marktstudie "Radreisen der Deutschen 2010" wurde in zwei aufeinanderfolgenden Schritten durchgeführt. Der erste Schritt bestand in einer Befragung deutscher Haushalte mittels computergestützter Telefoninterviews. Im zweiten Schritt folgte die eigentliche Hauptbefragung, bei der ausschließlich Radtouristen befragt wurden.

Die Teilung der Untersuchung in zwei Schritte ist dem Umstand geschuldet, dass auch im Jahr 2010 noch längst nicht jeder Deutsche bereits einmal einen Radurlaub mit mindestens einer Übernachtung unternommen hat. Der Anteil der geeigneten Personen an der gesamtdeutschen Bevölkerung ist zu gering, um die vorliegende Untersuchung ausschließlich über eine Haushaltsbefragung durchzuführen. Die damit verbundenen Kosten wären so hoch, dass sich die Studie nicht mehr am Markt platzieren ließe. Zudem könnten unterschiedliche Aspekte – wie die durch den Radtourismus induzierte Wertschöpfung – nicht mehr in sinnvoller Weise erfasst werden. Ist eine Haushaltsbefragung aus ökonomischen Gründen nicht durchführbar, bedarf es eines anderen Weges, um einen möglichst repräsentativen Überblick über den Radtourismus auf gesamtdeutscher Ebene zu erhalten. Dieser Weg besteht in der Zweiteilung der Untersuchung.

Der große Vorteil von Haushaltsbefragungen ist es, repräsentative Zufallsstichproben zu ziehen. Dies ist bei touristischen Befragungen, die im jeweiligen Zielgebiet durchgeführt werden, nicht möglich. Eine repräsentative Untersuchung zum Radtourismus in Deutschland würde daher scheitern, befragte man die Zielgruppe scheinbar zufällig an diversen Radfernwegen etc.. Zur Lösung dieses Problems bietet sich die Quotierung der Stichprobe an. Durch diese Vorgehensweise wird nicht mehr jeder Radtourist willkürlich in die Stichprobe integriert. Genaue Quotierungsvorgaben steuern die Zusammensetzung der Stichprobe, die als möglichst genaues Abbild der Grundgesamtheit konstruiert wird.

Telefonstichprobe

Die der Hauptbefragung vorgeschaltete computergestützte Telefonbefragung hatte eine Stichprobengröße von n=1.000. Bei dieser Befragung wurde sich des ADM Master-Samples, als einem systematischen dreistufigen Auswahlverfahren bedient, das die Ziehung bundesweit repräsentativer Telefonstichproben ermöglicht. Die Grundgesamtheit der telefonischen Voruntersuchung ist die Gesamtheit aller Telefonanschlüsse in Deutschland. Diese umfasst ca. 71,7 Mio. Rufnummern, von denen etwa 30,7 Mio. im Telefonbuch verzeichnet sind. Die restlichen 41 Mio. Rufnummern werden durch ein systematisches Verfahren generiert, um auch die nicht eingetragenen Teilnehmer zu erreichen.

Die Ergebnisse der Telefonbefragung haben im Rahmen dieser Studie primär zwei Aufgaben zu erfüllen: Zum einen dienen sie der Sicherung der Repräsentativität der Hauptbefragung und zum anderen als Potenzialanalyse des deutschen Radreisemarktes. Damit die Radtouristen im Rahmen der Hauptbefragung nicht willkürlich befragt werden mussten, wurden anhand der telefonischen Befragung die wesentlichen Merkmale von Radtouristen erhoben:

  • Geschlecht und Alter der Radtouristen
  • Art der Radtouristen (Radurlauber und Radausflügler)

Im Rahmen der Potenzialanalyse wurde sich auf die Erhebung derjenigen Merkmale beschränkt, die Aussagen über das Zukunftspotenzial des Radtourismus vermitteln. Diese Analyse konnte nicht anhand der Hauptbefragung erfolgen, da eine ausschließliche Befragung von Radtouristen nur wenig über das vorhandene aber noch nicht genutzte Marktpotenzial dieses touristischen Segments aussagt.

Hauptstichprobe

Im Rahmen der Hauptbefragung wurden ausschließlich Radtouristen (Radurlauber und Radausflügler) befragt. Die gezogene Stichprobe umfasste 2.197 Personen. Obwohl die im April 2010 durchgeführte Telefonbefragung ergeben hatte, dass lediglich rund 18 % der Deutschen bis dato einen Radurlaub (ohne Rennrad- und Mountainbike-Urlaube) mit mindestens einer Übernachtung unternommen haben, wurde sich zu Beginn der Hauptbefragung dafür entschieden, Radurlauber und Radausflügler möglichst zu gleichen Teilen in die Untersuchung einfließen zu lassen. Insgesamt wurden auf diese Weise 1.049 Radurlauber und 1.148 Radausflügler anhand des Fragebogens befragt.

Neben den über die telefonische Befragung gewonnenen Merkmalen wurde im Rahmen der Quotierung der Stichprobe auch die regionale Herkunft der Probanden berücksichtigt. Diese regionale Aufteilung der Stichprobe erfolgte auf Basis in der Marktforschung üblicher Gebietsgrenzen (der so genannten Nielsengebiete), wodurch sich die Ergebnisse der Studie regional aufschlüsseln und zu den gebietsspezifischen Kontextinformationen (Konsumverhalten, Kaufkraft etc.) in Beziehung setzen lassen.

Durch die Kombination aller Quotierungsmerkmale ergaben sich insgesamt 96 Quotierungstöpfe, die bei der Hauptbefragung zu berücksichtigen waren. Ein Beispiel für einen derartigen Quotierungstopf sind Männer im Alter von 14 bis 29 Jahren, die Radurlauber sind. 57% der Quotierungstöpfe wurden gefüllt bzw. übererfüllt. 43% der Töpfe konnten nicht vollständig gefüllt werden. 81% dieser nicht vollständig gefüllten Quotierungstöpfe waren jedoch mindestens zu 75% gefüllt. Da nicht alle 96 Quotierungstöpfe genau zu 100% gefüllt werden konnten, wurden deren Soll-Werte mit den ermittelten Ist-Werten gewichtet. Auf diese Weise ließ sich die Repräsentativität der Stichprobe gewährleisten.

Quotierungsmerkmale

Folgende Merkmale wurden zur Quotierung der Stichprobe herangezogen:

  • Geschlecht
  • Altersklassen: 14-29 Jahre, 30-59 Jahre, 60 Jahre und älter
  • Art des Radtouristen: Radurlauber, Radausflügler
  • Herkunft nach Nielsengebiet: Bundesgebiet, unterteilt in 7 Regionen

Auswahl der Befragungsstandorte

Während bereits die Quotierung der Stichprobe einer willkürlichen Verzerrung der erzielten Daten entgegenwirkte, wurden weitere Maßnahmen getroffen, um die Datenqualität zu optimieren. Von zentraler Bedeutung war hierbei die Auswahl der Befragungsstandorte, der als wichtigstes Kriterium die gleichmäßige Verteilung der Standorte über das gesamte Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zugrunde lag.

Darüber hinaus erschien es unabdingbar, die Erhebung an verschiedenen Kategorien von Befragungsstandorten durchzuführen, um die unterschiedlichen Arten von Radtouristen in die Erhebung mit einzuschließen. Zu den Befragungsstandorten zählten insbesondere:

  • Radfernwege
  • regionale Radwege

Innerhalb der jeweiligen Kategorie musste zudem darauf geachtet werden, dass keine einseitige Verzerrung zugunsten einer Subkategorie stattfand. So musste beispielsweise ein ausgewogenes Verhältnis von Radfernwegen und regionalen Radwegen gefunden werden. Auf diese Weise wurden verschiedene Befragungsstandorte im ganzen Bundesgebiet ausgewählt.

Da die unterschiedlichen Arten von Radtouristen nicht nur an verschiedenen Standorten zu finden sind, sondern auch zu verschiedenen Jahreszeiten Rad fahren, musste der Befragungszeitraum ein großes Zeitfenster abdecken. Die Befragung erstreckte sich deshalb vom 01. Mai bis zum 12. September 2010.

Art der Befragung

Die Probanden wurden an den jeweiligen Standorten von Interviewern befragt. Ein Interview konnte dabei auf zwei Wegen erfolgen:

  • Der Proband füllte den selbsterklärenden Fragebogen in Eigenregie aus und wendete sich bei eventuellen Nachfragen an den anwesenden Interviewer.
  • Der Proband wurde durch den Interviewer face-to-face befragt.

Hierbei las der Interviewer nicht nur die Fragen, sondern auch die möglichen Antworten des Fragebogens vor. Diese Vorgehensweise erschien erforderlich, um die Vergleichbarkeit zu den in Eigenregie ausgefüllten Fragebögen zu gewährleisten und um die Tiefe der Antwortmöglichkeiten auszuschöpfen. So hatten die Pretests ergeben, dass erfahrene Radurlauber ohne die Vorgabe verschiedener Antwortmöglichkeiten nicht annähernd in der Komplexität antworteten, wie es ihrem normalen Reiseverhalten entspricht. Um sicher zu gehen, dass der Fragebogen die nötige Verständlichkeit besitzt, um von den Radtouristen in Eigenregie ausgefüllt zu werden, wurde dieser zwei ausführlichen Pretests unterzogen und anschließend optimiert. Die Ergebnisse der Pretests dienten zudem dazu, die Interviewer gezielt zu schulen.

Aufbau des Fragbogens

Für die Befragung der Radtouristen kamen drei Fragebögen zum Einsatz, die im Wesentlichen gleich aufgebaut sind. Die ersten beiden Fragebögen (Z-Fragebögen) waren für Personen bestimmt, die während ihres Radurlaubs (Z-RU-Fragebogen) oder während ihres Radausflugs (Z-RA-Fragebogen) befragt wurden. Der dritte Fragebogen (Q-Fragebogen) war hingegen für den Einsatz im touristischen Quellgebiet bestimmt. Mit diesem wurden ausschließlich Personen befragt, die zwar zum Zeitpunkt der Befragung einen Radausflug, in der Vergangenheit jedoch bereits auch einen Radurlaub unternommen haben.

Der Z-RU-Fragebogen und der Q-Fragebogen enthalten dasselbe Fragespektrum und weichen nur geringfügig voneinander ab. Während der Z-RU-Fragebogen z. B. eine zusätzliche Frage zu den während des Radurlaubs getätigten Tagesausgaben enthält, ist diese auf dem Q-Fragebogen nicht zu finden. Dieser Umstand ist der Tatsache geschuldet, dass sich Radtouristen nach mehreren Wochen oder Monaten nicht mehr detailliert genug an ihre Tagesausgaben im Rahmen ihres Radurlaubs erinnern können.

Während das Fragespektrum der beiden Fragebögen nahezu identisch ist, besteht der größte Unterschied zwischen diesen darin, dass die Fragen des Q-Fragebogens immer auf den letzten Radurlaub bezogen sind, während sich die Fragen des Z-RU-Fragebogens stets auf den aktuellen Radurlaub beziehen.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Die Trendscope Marktstudie "Radreisen der Deutschen 2010" vermag in ihrer Breite die starke gegenwärtige Ausdifferenzierung des Radtourismus abzubilden und untermauert im Rahmen einer ausführlichen Wertschöpfungsanalyse den hohen Stellenwert dieses Segments als einer der wichtigsten touristischen Wachstumsmärkte Deutschlands.

Finanzierung

Erläuterungen: 
Finanzierung durch Bezieher der Studie:
  • Regionale Tourismusverbände
  • Landesverbände für Tourismus
  • Verlage
  • Reiseveranstalter
  • ADFC-Bundesverband

Evaluation

Evaluation: 
nein

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
nein
Projektstart: 
Januar 2008
Projektende: 
Dezember 2010

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 
Projektmanager
Herr Oliver Brimmers
Trendscope GbR
Gottfried-Hagen-Str. 60 51105 Köln
51105 Köln
Telefon: 0221 – 9851083-14
Telefax: 0221 – 9851083-19
E-mail: o.brimmers@trendscope.com
WWW: www.trendscope.com

Meta-Info
Stand der Information
8. Dezember 2010
Autor
Oliver Brimmers, Trendscope GbR
NRVP-Handlungsfelder
Fahrradthemen
Schlagworte
Land
Deutschland