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Knoptenpunkt mit hoher Verkehrsbelastung

Radfahrgerechter Umbau des komplexen Verkehrsknotens Hasetor

Auf roter Furt über die Kreuzung
Auf roter Furt über die Kreuzung © Stadt Osnabrück, FB Städtebau

Die "Hasetorkreuzung" besteht eigentlich aus zwei nah beieinander liegenden Knotenpunkten (Erich-Maria-Remarque-Ring / Hasestraße und Erich-Maria-Remarque-Ring / Hasetorwall / Hansastraße) auf dem Wallring. Der Wallring entspricht ungefähr dem Verlauf der ehemaligen Stadtmauer. Er umschließt die Osnabrücker Innenstadt und ist Teil des innerstädtischen Hauptverkehrsstraßennetzes. Die Hasetorkreuzung ist durch den Individualverkehr stark belastet. Mit einer durchschnittlichen Tagesbelastung von 60.000 Kfz gehört sie zu den hochgradig belasteten Knotenpunkten Osnabrücks.

Sie hat ebenfalls eine hohe Bedeutung für den Rad- und Fußverkehr, da die angrenzende Bahnlinie eine starke Barriere bildet, die andere Wegbeziehungen verhindert. Mit dem Hasetorbahnhof und der Hasestraße als Entree in die nördliche Innenstadt liegen im Bereich der Kreuzung wichtige Ziele für Fußgänger und Radfahrer. Die Wichtigkeit für den Radverkehr zeigt sich in der Einstufung in das "Rad-Hauptnetz" im aktuellen "Radverkehrsplan Osnabrück 2005".

Ende der 90er Jahre wurde deutlich, dass die Spuraufteilungen und Lichtsignalregelungen der beiden Knotenpunkte dringend veränderungsbedürftig waren. Im Rahmen des Programms zur ÖPNV-Beschleunigung wurden die Kreuzungen mit dem Ziel überarbeitet, die Situation für alle Verkehrsteilnehmer zu verbessern und dabei die Leistungsfähigkeit zu erhalten. Zwei Gruppen kamen dabei verstärkt in den Fokus der Planer: Radfahren und zu-Fuß-Gehen sollte sicherer und attraktiver werden.

Mit dem Abbruch der Fußgängerbrücke 1998 über den Erich-Maria-Remarque-Ring wurde die Veränderung eingeleitet, gleichzeitig erfolgte die Umgestaltung der beiden Knotenpunkte Erich-Maria-Remarque-Ring / Hasestraße und Erich-Maria-Remarque-Ring / Hasetorwall / Hansastraße.
Als (z.T. neue) Elemente für den Radverkehr wurden hier eingesetzt:

  • Weitestgehende Führung auf Radfahrstreifen auf der Fahrbahn
  • Eigene Aufstellspuren an den Ampeln für verschiedene Fahrtrichtungen
  • Radfurten mit Rotmarkierung über den kompletten Knotenpunktbereich
  • Eigene Signalisierung für Radfahrer mit "Grün" Vorlauf und –Abbruch
  • Direkte Linksabbiegemöglichkeit mit eigener Spur
  • Einbindung von Radfahrern über Video-Detektion bzw. Detektor-Schleifen in die programmabhängige Schaltung der Ampeln.

In Anbetracht der Komplexität der Kreuzungen, der Fahrbeziehungen und der hohen Verkehrsbelastung ist es nicht möglich, alles zur Zufriedenheit aller Radfahrer zu lösen. Gerade unsichere Radfahrer, Ältere und Kinder, fühlen sich nicht wohl, wenn sie Autospuren kreuzen müssen, um die Aufstellspuren in Mittellage zu erreichen. Hier soll nach dualen Lösungen gesucht werden.

Die Widerlager der vorhandenen Eisenbahnbrücke und der abgerissenen Fußgängerbrücke begrenzen den Verkehrsraum und damit die möglichen Breiten der Spuren für Auto und Rad. Aufgrund des dadurch fehlenden Platzes und fehlender "Zeitreserven" in der Ampelschaltung ist es bisher nicht gelungen, vom Erich-Maria-Remarque-Ring in die Hasestraße eine gesicherte direkte oder indirekte Linksabbiegemöglichkeit für Radfahrer zu schaffen. Auch in den zuführenden Straßen soll sich im Rahmen von anstehenden Straßenbaumaßnahmen die Situation für Radfahrer noch erheblich verbessern.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Die Hasetorkreuzung zeigt, dass mit den Empfehlungen des bestehenden Regelwerkes auch bei hohen Verkehrsbelastungen ortsangepaßte, radfahrfreundliche Lösungen gefunden werden können, die RadfahrerInnen als gleichberechtigte VerkehrsteilnehmerInnen betrachten.

Finanzierung

Finanzierung: 
Landesmittel
Kommunale Mittel
Gesamtvolumen: 
156 000 €
Erläuterungen: 
72.000 Euro (Förderung Umbau der Ampelanlagen) und 84.000 Euro (Ampelanlagen + Tiefbau)

Evaluation

Evaluation: 
ja
Erläuterungen: 
Fortlaufend Betrachtung der Unfallsituation in der Verkehrsicherheitskommission.

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 
  • Stadt Osnabrück

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
ja
Projektstart: 
Januar 1997

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 
Frau Dipl. Ing. Ulla Bauer
Stadt Osnabrück
Fachbereich Städtebau, FD Verkehrsplanung
Postfach 44 60
49034 Osnabrück
Telefon: +49(0)541/3234695
Telefax: +49(0)541/323154695
E-mail: bauer@osnabrueck.de

Herr Dipl.-Ing. Burghard Albers
Stadt Osnabrück
Fachbereich Städtebau, FD Straßenbau, Teamleiter Lichtsignalsteuerung und Verkehrstechnik,
Postfach 44 60
49034 Osnabrück
Telefon: +49(0)541/323433
Telefax: +49(0)541/323154233
E-mail: albers@osnabrueck.de

Meta-Info
Stand der Information
15. Oktober 2006
Autor
Ulla Bauer / Burghard Albers, Stadt Osnabrück
NRVP-Handlungsfelder
Fahrradthemen
Schlagworte
Land
Niedersachsen