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Rad-Mobilität und Infrastruktur für Mitarbeiterschaft und Mieter*innen

Nachhaltige Immobilienentwicklung denkt nachhaltige Mobilitätsentwicklung

Moderne Fahrradgarage
Moderne Fahrradgarage © BICICLI Holding GmbH

Einleitung

Die GEWOBAG AG geht zukunftsweisend voran und entschloss sich 2018 für ihre Mitarbeiter*innen das Thema Radmobilität insbesondere für Pendler- und betriebliche Verkehre auf die eigene Agenda zu nehmen. Die Idee war eine umfängliche Mobilitätsstrategie hin zu mehr Radmobilität, um diese Verkehre zu erhöhen und zu unterstützen – mit Jobticket und Dienstrad-Programm sowie Fahrrad-Flotten. Das Einzigartige: der ganzheitliche Ansatz denkt Mitarbeiter*innen- und Mieter*innen-Mobilität zusammen und entwickelt Angebote vor dem Dilemma von Wohnungsbau-Nachverdichtung ohne höhere Verkehrsdichte und geringerem Parkraumbedarf. Die neue Infrastruktur soll einen Anreiz für alternative Mobilität abseits des Autos bieten und die Fahrradnutzung noch attraktiver gestalten.

Durchführung

Für dieses Projekt suchte die GEWOBAG AG einen Partner, der sie von der Beratung über Infrastruktur und Räder bis zur Wartung in einem "Rundum-sorglos-Paket" begleiten kann. Die Wahl traf auf den Mobilitätsspezialisten die BICICLI Holding GmbH, Gesellschaft für Urbane Mobilität, in Kooperation mit Würschinger Architekten. Der erste Meilenstein, der Prototyp einer Fahrradgarage, wurde am GEWOBAG AG Verwaltungsstandort im Spreebogen (ehemals Bundesinnenministerium Alt Moabit Berlin) innerhalb eines Jahres umgesetzt und im Dezember 2019 eingeweiht.

Hierfür führte BICICLI eine umfangreiche Mobilitätsbedarfsanalyse auf Basis der konkreten Pendlerbewegungen und deren Entfernungen sowie für die betrieblich veranlassten Verkehre durch. Im zweiten Schritt wurde eine Infrastrukturbedarfsanalyse inklusive Prognosen der zukünftigen Nutzungen spezifischer Radtypen, wie E-Bikes vs. Non-E-Bikes sowie insbesondere Falträder für intermodale Verkehre (ÖPNV/Rad) sowie Lastenräder auf Basis der familiären Verkehre mit Kindern vorgenommen. Würschinger Architekten entwickelte mit BICICLI die Umwidmung des ehemaligen Pressezentrums des Ministeriums im Erdgeschoss. Basierend auf den Ergebnissen der Analysen wurde eine "Fahrrad-Oase" entwickelt, welche direkt von der Straße einfahrbar ist. Die Fahrradgarage bietet auf 320 m² Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, Lademöglichkeiten für Pedelecs, einen großzügigen Sanitärbereich mit Duschen und Schließfächern sowie einen Werkstattbereich. Der vorhandene Raum wird mit einem Parkierungssystem über zwei Ebenen höchst effizient genutzt. Diese Besonderheit ermöglicht bis zu 170 Pendler*innen, ihre Fahrräder bei jeder Witterung sicher und trocken abzustellen und das zusätzliche Angebot zu nutzen.

Das war auch der Startschuss des BICICLI Dienstrad-Leasings, mit Vor-Ort-Wartung, Vollkaskoversicherung und Mobilitätsgarantie, das spezifisch für eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft mit Tarifbindung entwickelt werden musste, da die klassischen Leasing-Vermittlungsmodelle der Bruttoentgeltumwandlung hier – wie bei allen tarifgebundenen Unternehmen – nicht anwendbar sind.

Ausblick

Die Nutzung der Fahrradoase im Jahr 2020 war aufgrund von Corona auffällig: Einerseits ist eine Zunahme des Radverkehrs als ÖPNV-Ersatz zu verzeichnen gewesen, so dass eine trotz Home Office vergleichsweise hohe Auslastung zu verzeichnen war. Der Umstieg auf das Rad wird durch Zuschuss-Politiken sowie durch KfZ-Stellplatz-Nutzungsgebühren stark angereizt. Interessant ist auch, dass Anrainer wie der Landesrechnungshof als Externer Plätze gesondert anmietete. Das war eine der Refinanzierungssäulen aus dem Wirtschaftlichkeitskonzept von BICICLI.

Derzeit wird die Mietermobilität mit Mobilitätsstationen entwickelt. Erste Bike Days für Mieter*innen in Kiezen wurden durch BICICLI angeboten und erste Entwicklungsprojekte, wie Bülowstraße 90 in Berlin, sind in Planung, d.h. ein Fahrradparkhaus für ca. 250 Mieter*innen und Gewerbetreibende mit Fahrrad-Flotten per App im Full Service. Innerhalb der GEWOBAG geht es weiter mit Bestandsimmobilien-Umbau bzw. Nachverdichtung sowie den Residential Mobility Hubs für die 130.000 Mieter*innen.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Der Prototyp der Fahrradgarage sollte anderen Immobilienentwicklern als Vorbild dienen, um die Förderung, den Ausbau und die Unterstützung der Radmobilität für Berufs- und Geschäftsverkehre anzuregen.

Finanzierung

Finanzierung: 
Kommunale Mittel
Gesamtvolumen: 
250 000 €
Erläuterungen: 
  • 250.000 Euro Prototyp für Fahrradgarage
  • BICICLI-Dienstrad-Porgramm für alle Mitarbeiter*innen mit Zuschüssen und Versicherungsübernahme
  • BICICLI Bike Days für Mitarbeiter und Mieter*innen 

Evaluation

Evaluation: 
ja
Erläuterungen: 
  • Mobilitätsbedarfsanalyse
  • Infrastrukturbedarfsanalyse

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 

GEWOBAG AG

Projektbeteiligte: 
  • Würschinger Architekten
  • BICICLI Holding GmbH

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
nein
Projektstart: 
Februar 2019
Projektende: 
Dezember 2019

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 

Sven Harke
GEWOBAG AG
Leitung "Konzern-Services"
Alt-Moabit 101 A
10559 Berlin
E-Mail: s.harke@gewobag.de
Internet: www.gewobag.de

Prof. Stephan A. Jansen
BICICLI Holding GmbH
Geschäftsführender Gesellschafter
Kurfürstendamm 132
10711 Berlin
Telefon: +49(0)30/25763970
E-Mail: stephan.jansen@bicili.de

Meta-Info
Stand der Information
17. November 2020
Autor
Prof. Dr. Stephan A. Jansen, BICICLI Holding GmbH
NRVP-Handlungsfelder
Fahrradthemen
Schlagworte
Land
Berlin