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Fahrradvermietsystem, betrieben durch das lokale Verkehrsunternehmen MVG

MVGmeinRad

Die Vermietstationen sind optimal in das ÖPNV-Netz integriert.
Die Vermietstationen sind optimal in das ÖPNV-Netz integriert. © MVG

Einleitung

Die MVG plante den Aufbau und langfristigen Betrieb eines stationsgebundenen, ganzjährigen und langfristig nutzerfinanzierten Fahrradvermietsystems innerhalb ihres Verkehrsgebiets zur Ergänzung und Erweiterung des bisherigen Mobilitätsangebots. Im Frühjahr 2012 nahm dieses System seinen Betrieb auf.

Mieträder als flexible Ergänzung zum ÖPNV

Der Betrieb erfolgt durch die MVGmeinRad GmbH, seit 2014 hundertprozentige Tochter der MVG. Das System wird im Endausbau bis zu 960 Fahrräder umfassen, die an bis zu 120 Stationen mit ca. 1.440 Stellplätzen gemietet werden können. Die Vermietstationen befinden sich entweder in unmittelbarer Nähe zu bestehenden hoch frequentierten ÖPNV-Haltepunkten oder erschließen bewusst Verkehrsgebiete, die derzeit aufgrund räumlicher Gegebenheiten (beengte Straßenverhältnisse) oder zu geringer Nutzerströme keine ÖPNV-Anbindung aufweisen. Die Fahrradvermietstationen bieten eine Kombination aus Vermietautomat und Fahrradständer, die mit einer autarken Stromversorgung (Photovoltaik), kompakter und modularer Aufbauweise, flexibel und nutzerorientiert im Verkehrsgebiet aufgebaut werden können (lernende Infrastruktur). Der Zugang zu den Fahrrädern und die Abrechnung der Mietentgelte erfolgt mit einer Chipkarte auf Basis der VDV-Kernapplikation (KA).

Verlagerung zugunsten von Radverkehr und ÖPNV

Mit der Umsetzung des Projekts sollen Schadstoffe und insbesondere Kohlendioxid-Emissionen sowie der Verkehrslärm sinken. Schließlich soll das Leihradangebot dazu beitragen, die Zahl der ÖPNV-Nutzer und den Modal-Split des ÖV anzuheben. Nur ein geringer Teil der Nutzer wird zur Bewältigung der eigenen Wegeketten ausschließlich auf das öffentliche Fahrrad setzen. Stattdessen wird der überwiegende Teil der Kunden aufgrund der attraktiven Vernetzung das neue System mit dem bestehenden ÖPNV-Angebot verbinden. Durch die hohe Verfügbarkeit des Systems ist mit einer merklichen Abnahme der PKW-Nutzung zu rechnen.

Die Konzeptidee zur Integration von öffentlichen Mietfahrrädern und öffentlichem Personenverkehr ist im Rahmen des bundesweiten Kommunalwettbewerbs "Innovative Öffentliche Fahrradverleihsysteme – Neue Mobilität in Städten" als Ergebnis der Bewertung und Empfehlung durch die Fachjury auf ihrer Sitzung am 14. Juli 2009 von Bundesminister Tiefensee ausgezeichnet und für eine Förderung durch das BMVBS (jetzt BMVI) vorgesehen worden. Damit erfüllt das Vorhaben das förderpolitische Ziel des Nationalen Radverkehrsplans 2002 - 2012, den Radverkehr als Bestandteil einer nachhaltig integrierten Verkehrspolitik zu betrachten.

Ausgangssituation und Projektumsetzung

Vorherige Leihradangebote in Mainz

In Mainz gab es vor der Einführung von MVGmeinRad das "Call a Bike"-System der Deutschen Bahn, bestehend aus ca. 15 Fahrrädern, die am Mainzer Hauptbahnhof für Rundwegfahrten zur Verfügung stehen. Des Weiteren können tageweise Fahrräder für touristische Fahrten am Parkhaus Cityport in der Nähe des Hauptbahnhofes geliehen werden.

Beschluss, Planung und Akquise von Fördergeldern

2008 wurde seitens des Stadtrates ein Beschluss gefasst, dass die MVG als lokales Verkehrsunternehmen die Einführung eines Fahrradvermietsystems prüfen soll. Auf dieser Basis wurden die bis dahin vorhandenen Recherchen und Marktanalysen durch die MVG vertieft. Im Zuge des im Frühjahr 2009 initiierten Bundeswettbewerbs "Innovative öffentliche Fahrradverleihsystem - Neue Mobilität in Städten" wurde gemeinsam mit der Stadt Mainz ein Konzept entwickelt, welches im Juli 2009 durch eine unabhängige Fachjury mit dem 1. Preis ausgezeichnet wurde. Der Förderantrag mit detaillierten Planungen wurde schließlich im Oktober 2009 beim Bundesverkehrsministerium eingereicht. Zum 1. Oktober 2009 startete gleichfalls der Förderzeitraum von drei Jahren für die Umsetzung der Projektidee. Daran anknüpfend wurde im Herbst 2009 damit begonnen, ein Projektteam zu bilden, welches die Konzeption eines ganzjährigen, stationsgebundenen Fahrradvermietsystems in Mainz bis einschließlich 2012 auf die Straße bringen sollte.

Ausschreibung mit Teilnehmerwettbewerb

2010 wurde eine europaweite Ausschreibung, inkl. eines Teilnehmerwettbewerbs durchgeführt. Die Ausschreibung erfolgte losweise: Los 1 - Fahrräder, Los 2 - Stationen, Los 3 - Hintergrundbetriebssystem, Los 4 - Abrechnungssystem. Ziel war es, ein möglichst breites Spektrum an Angeboten bzw. Bietern für den Wettbewerb zu gewinnen. Schließlich wurden neun Angebote, inhaltlich für ein Los oder als Gesamtsystem mit allen vier Losen umfassend, eingereicht. Nach der Auswertung der Angebote und aller 260 Kombinationsmöglichkeiten, erhielten zwei Anbieter den Zuschlag. Die Fahrräder lieferte die Simpel GmbH aus der Schweiz; die Stationen und die Software wurden von der Sycube Informationstechnologie mbH aus Wien geliefert.

Festlegung der Standorte

2010 starteten parallel zu Ausschreibung und fortschreitenden Detailplanungen und in Zusammenarbeit mit der Stadt Mainz die Überlegungen zur Standortsuche für die 120 Stationen. Als Basis wurde hier zwischen der Stadt Mainz und der MVG eine Kooperationsvereinbarung hinsichtlich der Nutzung öffentlicher Flächen unterzeichnet. Die Abstimmung der ersten 40 Standorte erfolgte dann gemeinsam mit einer Vielzahl an beteiligten städtischen Ämtern (Denkmalschutz, Verkehrswesen, Bauaufsicht, Grünamt, Stadtbildpflege, Ordnungsamt, Amt für Öffentlichkeitsarbeit u.a.) sowie Feuerwehr, Polizei und der MVG im Frühjahr 2011. Im Sommer 2011 wurde auf der Grundlage der gesammelten Erfahrungen ein neues Verfahren zur Festlegung der Standorte eingeführt. Es fanden seitdem mehrere Abstimmungstermine mit allen Beteiligten statt, welche unter Einbindung eines externen Beratungsbüros gesteuert wurden.

Im Zuge des Ausbaus von MVGmeinRad hat sich gezeigt, dass im stark verdichteten Innenstadtbereich die in der Ursprungskonzeption angedachten Standorte und deren Größe nicht ausgereicht haben. Ein hoch verdichtetes Standortnetz im Innenstadtbereich ist zwingend notwendig für ein funktionierendes System. Daraufhin wurden seit dem Jahr 2013 verstärkt Vergrößerungen oder Ergänzungen von Stationen im Innenstadtbereich koordiniert. Die Standorte werden regelmäßig auf Ihre Frequentierung, Wirtschaftlichkeit und Bedeutung im Gesamtnetz hin überprüft. Im Winter 2014/15 wurden erste Stationsanpassungen vorgenommen. Einige sehr gering frequentierte Standorte sind zurückgebaut und andere dafür erweitert worden. Seit Anfang 2016 wird erneut der Stationsausbau vorangetrieben.

Systemeinführung und Betriebsstart

Testbetrieb ab Sommer 2011

Aufgrund der technischen Entwicklungsarbeit sowie organisatorischer Schwierigkeiten konnte das System erst verspätet seinen Betrieb aufnehmen. Die erste Testphase von MVGmeinRad startete mit ca. 200 Betatestern im August 2011. Hierbei standen zunächst nur einzelne Stationen in der Innenstadt zur Verfügung. Die Betatester waren aufgefordert, das System auf Funktionalität und Anwendungsfreundlichkeit hin zu prüfen. Während der Testphase vergrößerte sich das Stationsnetz kontinuierlich auf 20 Standorte in Mainz. Mit bis zu 70 Fahrten pro Tag und geringen technischen Ausfällen wurde der Betatest zum 31. Dezember 2011 erfolgreich beendet.

Die Beta-Tester mit ihren Nutzungserfahrungen übernahmen eine wichtige Rolle bei der Einführung des Systems. Eine große Mehrheit von rund 80 Prozent bewertete das Fahrradvermietsystem positiv. Die Tester nutzten die Möglichkeit, detaillierte Bewertungen der Nutzerfreundlichkeit aller Systemkomponenten abzugeben. Nachbesserungen gab es etwa in den Bereichen der Menüführung am Terminal sowie bezüglich der Verhinderung unautorisierter Entnahmemöglichkeit. Positiv bewertet wurden u.a. die unterschiedlichen Gepäckträgermodelle, wie z.B. "Bootbags" (Körbe) auf dem Gepäckträger oder der wasserdichte Koffer. Stationen, die mit Solarstrom betrieben werden, haben sich - auch an eher ungünstigen, schattigen Standorten - als voller Erfolg erwiesen. Ebenso gelten die Fahrräder mit der stufenlosen Nabenschaltung als Gewinn für das System.

Stufenweise Erweiterung des Nutzerkreises im Winter 2012

Zum 11. Januar 2012 wurde das System unter dem Motto: "Warmradeln für Eiskalte" für die ersten 999 Kunden geöffnet. Ziel dieses Vorgehens war die stufenweise Erweiterung des Nutzerkreises für weitere Tests. Bis Ende Januar waren alle Plätze für die exklusive Nutzung von MVGmeinRad vergeben.

Start des regulären Betriebs im Frühjahr 2012

Am 21. April 2012 nahm das System mit ca. 65 Stationen und rund 350 Fahrrädern den regulären Betrieb auf und wurde für alle Interessierten eröffnet. Parallel zur Eröffnung startete im März 2012 eine umfassende Medienkampagne in Mainz, so dass MVGmeinRad nahezu jedem Mainzer präsentiert wurde. Das Stationsnetz hat sich mittlerweile auf 112 Stationen weiter vergrößert und erstreckt sich über Mainz, die Wiesbadener Stadtteile Mainz-Kastel und Mainz-Kostheim sowie die Gemeinde Budenheim. Seit der Eröffnung befinden sich nunmehr über 22.000 registrierte Kunden im System, welche allein 2015 über 479.000 Fahrten tätigten. Hierbei zeigte sich der Juli mit über 61.000 Fahrten als bisher erfolgreichster Monat. 2015 konnten zudem 38 Mal mehr als 2.000 Fahrten am Tag erfasst werden.

Nutzungsabläufe, Registrierung und Tarife

Teilnehmen am System kann jeder, der sich bei der MVG online unter www.mvg-mainz.de oder persönlich registriert und sich anschließend vor Ort, im Kundencenter verifiziert. Dort erhält der Kunde seine Chipkarte als Zugangsmedium zum System. Die Chipkarte basiert auf dem sogenannten eTicket, das auch als elektronischer Fahrschein für den ÖPNV genutzt wird.

Das Tarifsystem basiert auf einem 30 Minutentakt sowie einem festen Jahresbeitrag. Kunden, die sich nicht für ein Jahr binden, zahlen einen höheren Preis je Takt, jedoch maximal 1,40,- Euro für 30 Minuten. Mit Abschluss eines Jahresvertrags fahren Kunden jeden Takt vergünstigt und bezahlen maximal 0,80 Euro pro halber Stunde. Bestehende ÖPNV-Kunden erhalten sowohl auf den Takt als auch auf den Jahresgrundbetrag Preisvorteile. (Vgl. Tarifübersicht unter www.mvg-mainz.de).

Erfahrungen und bisherige Bilanz

Technische Infrastrukturen

MVGmeinRad steht aktuell (Stand: Juli 2016) an 112 Stationen, ausgestattet mit rund 850 Fahrrädern, zur Verfügung. Die Standorte befinden sich im Mainzer Stadtgebiet, in den Wiesbadener Stadtteilen Kastel und Kostheim (originäres Verkehrsgebiet der MVG) sowie der Gemeinde Budenheim. Der Schwerpunkt der Standorte liegt im Innenstadtbereich sowie entlang des Rheins.

Die Vermietstationen mussten aufgrund des Stationsdesigns und dem somit notwendigen statischen Anforderungen entgegen den ursprünglichen Planungen (flexible, modulare Bauweise) überwiegend mit Fundamenten im Boden verankert werden. MVGmeinRad zeichnet sich zudem durch die hochwertigen und robusten melonengelben Fahrräder, inklusive der stufenlosen Nabenschaltung, aus.

Im Januar bzw. Februar 2014 erfolgte ein vollständiger Austausch der eingesetzten Software, d.h. bei der Management- sowie der Abrechnungssoftware. Hierzu wurde das System für vier Wochen außer Betrieb gesetzt. Anschließend wurden bis zum April alle Stationen, ausgehend von der Innenstadt, wieder sukzessive in Betrieb genommen.

Tarifsystem und Außendarstellung

Die tarifliche Kooperation mit den lokalen Hochschulen (Universität, zwei Hochschulen, European Management School) stellt eine weitere Besonderheit des Mainzer Systems dar. Studenten zahlen im Rahmen des Semestertickets einen Pauschalbetrag für die Nutzung von MVGmeinRad, wodurch ein Solidarmodell verwirklicht wurde. Zeitkartenkunden können sich über das eTicket des ÖPNV registrieren. Zu einer vollständigen systemischen Integration des Systems in den ÖV – als dritte Säule neben Straßenbahn und Bus – trägt neben der tariflichen Integration über das eTicket auch die Einbindung in das Kommunikationskonzept der MVG bei. Zum 1. Januar 2015 wurden die seit 2012 gültigen Einführungspreise im Rahmen einer ersten Tarifanpassung über alle Tarifgruppen hinweg abgelöst. Es sind aktuell keine nennenswerten Auswirkungen durch die Preiserhöhungen festzustellen.

Nachfrage und Nutzungsdetails

Die Nutzung des Systems ist als sehr positiv zu bewerten wie die statistischen Daten belegen. Insgesamt wurden seit der Eröffnung im April 2012 über 22.000 Nutzer im System registriert, darunter 56 % männliche und rund 44 % weibliche Personen (Stand: Dezember 2015). Seit Systemstart 2012 konnte die Fahrtenanzahl pro Jahr kontinuierlich von 145.000 Fahrten 2012, auf 423.000 Fahrten 2014 und rund 479.000 Fahrten im Jahr 2015 gesteigert werden. Infolge der weiteren Anpassung des Standortnetzes (lernende Infrastruktur), den technischen Optimierungen im Bereich der Software, der Verbesserung der Redistributionslogistik sowie der Erweiterung des Stationsnetzes liegen die Erwartungen für das Jahr 2016 bei mindestens 500.000 Fahrten.

Die Mehrzahl der Fahrten wird im zentralen Innenstadtbereich der Alt- und Neustadt getätigt. Auf Grund dieser Erfahrungen wurden zentrale Stationen in diesen Bereichen vergrößert und durch neue Standorte ergänzt. Diese Maßnahmen zeigen bereits kurzfristige Erfolge hinsichtlich der Verfügbarkeiten freier Fahrräder und besonders in Bezug auf freie Rückgabeplätze. Zur Regulierung der Verteilung wurde des Weiteren die Anzahl der Fahrräder gegenüber den insgesamt verfügbaren Abstellplätzen auf 1:2 nach unten korrigiert. Ursprünglich war hier ein Verhältnis von 2:3 eingeplant worden.

Mediale Resonanz

Die Reaktion der Medien auf das Vermietsystem war in der Tendenz positiv. In der öffentlichen Wahrnehmung wurden insbesondere der Innovationscharakter des Vorhabens und die Integration in den ÖPNV befürwortet. Allerdings wurden auch Zweifel wie etwa im Hinblick auf die Nutzungspotenziale der Zielgruppen oder die Finanzierung des Systems nach Ende der Förderung (und dadurch möglicherweise bedingte Tariferhöhungen im ÖPNV) laut. Grundsätzlich wird die in Teilen als mangelhaft bewertete Radwegeinfrastruktur – bei ansonsten eher günstiger Topographie – als Hemmnisfaktor gesehen. In 2013 lief diesbezüglich eine Evaluation des Systems. Im Jahr 2015 wurde primär über die Fahrtenrekorde und die positive Gesamtentwicklung von MVGmeinRad berichtet. Deutschlandweite Aufmerksamkeit erreichte MVGmeinRad zudem im Sommer 2015 mit der Ankündigung zum gemeinsamen Messeauftritt mit dem ADFC auf der Fahrradmesse "Eurobike" in Friedrichshafen. Im Frühjahr 2016 stand die Anschaffung von 100 neuen Rädern im Fokus der medialen Aufmerksamkeit. Des Weiteren interessiert vor allem das soziale Engagement der Fahrradwerkstatt, wie z.B. im Rahmen der Aufbereitung von 25 Rädern für Geflüchtete im Sommer 2016.

Ausblick: Welche Erweiterungen des bestehenden Systems sind geplant bzw. wurden umgesetzt?

Das System wird langfristig auf 120 Stationen erweitert. Parallel dazu wurde die Anzahl der verfügbaren Fahrräder auf ca. 850 erhöht. 2016 wurden im Zuge der Erweiterung 100 neue Räder mit Frontkorb und stabiler Doppelbrückengabel angeschafft. Die Erweiterung bzw. Standortanpassungen des Stationsnetzes beziehen sich ausgehend von der Innenstadt auch auf das Stadtgebiet innerhalb des Mainzer Autobahnrings. Die Verfügbarkeit und die Nutzerfreundlichkeit der Stationen stetig zu verbessern sind die grundsätzlichen Ziele für das Mainzer System. Gleichermaßen ist die Verteilung und somit die Verfügbarkeit von freien Stellplätzen bzw. Fahrrädern in Abhängigkeit der Nachfrage und steigender Nutzerzahlen fortwährend zu optimieren. Aktuell und zukünftig steht, nach der erfolgreichen Systemeinführung, die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit im Vordergrund.

Seit Mai 2016 hat die MVGmeinRad GmbH zudem alle Mieträder mit Anhängerkupplungen ausgestattet. Diese erlauben die flexible Nutzung verschiedener Anhängertypen von einem der führenden Anhängerhersteller Deutschlands. Die MVGmeinRad GmbH möchte mit diesem Angebot einen Beitrag dazu leisten, dass sich nachhaltige Mobilität mit Bike-Sharing-Systemen kontinuierlich weiterentwickeln kann. Das erweiterte Angebot ist ein neuer, attraktiver Baustein innerhalb des FVS und ermöglicht die flexible Mitnahme von Kindern, Hunden sowie sperrigen Lasten. Eine Vermietung der Anhänger wird aufgrund des hohen Organisationsaufwandes und der zu erwartenden erheblichen Kosten für Reinigung und Reparatur zunächst nicht angestrebt. Vielmehr ist es das langfristige Ziel, die Anhänger dem Mainzer Einzelhandel als weitere Mobilitätsoption für Kunden zur Verfügung zu stellen. Hierzu finden aktuell Gespräche statt. Des Weiteren wird einer der Anhänger für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mainzer Verkehrsgesellschaft zur kostenlosen Ausleihe bereitgestellt.

Aktuell beteiligt sich MVGmeinRad am Forschungsprojekt "DYNAMO" des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV). Bis 2017 soll das FVS MVGmeinRad in die intermodale Routen- und Fahrplanauskunft des RMV integriert werden.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Grundsätzlich ist ein in den ÖPNV integriertes Fahrradvermietsystem eine sinnvolle Ergänzung des Mobilitätsangebots für die Bevölkerung. Zugleich wird damit der Umweltverbund gestärkt und kurze Wege des MIV könnten durch die Nutzung eines öffentlichen Mietfahrrades ersetzt werden. Entscheidend für eine erfolgreiche Umsetzung ist ein qualitativ hochwertiges System, inklusive Fahrrad, und die enge Verknüpfung mit dem ÖPNV als lokalem Mobilitätsdienstleister. Ein umfassendes Angebot an Stationen unterstützt ebenfalls den Systemerfolg.

Finanzierung

Finanzierung: 
Bundesmittel
Private Mittel (ohne Sponsoring und Spenden)
Gesamtvolumen: 
3 800 000 €

Evaluation

Evaluation: 
ja
Erläuterungen: 
  • In 2011, gefördert durch das Bundesinstitut für Bau- Stadt- und Raumforschung (BBSR)
  • In 2013, gefördert durch das Bundesinstitut für Bau- Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 

Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH (MVG)

Projektbeteiligte: 

Stadt Mainz

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
ja
Projektstart: 
Oktober 2009
Info zur Laufzeit: 
  • Projektlaufzeit des Förderzeitraums (Förderung durch das BMVBS): 1.10.2009 bis 31.12.2012
  • Das Fahrradvermietsystem bleibt als neuer Betriebszweig der MVG in Betrieb.

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 

Leitung Vertrieb und Angebot, Prokuristin
Frau Tina Smolders
MVGmeinRad GmbH
Mozartstraße 8
55118 Mainz
Telefon: +49 6131 12-6258
Telefax: +49 6131 12-6768
E-mail: Tina.Smolders@mvg-mainz.de
WWW: www.mvg-mainz.de
 

Kommunale Ansprechpartner: 

Radfahrbeauftragte der Stadt Mainz
Frau Franziska Voigt
Stadt Mainz
Zitadelle Bau B
55131 Mainz
Telefon: +49 6131 123405
Telefax: +49 6131 122053
E-mail: franziska.voigt@stadt.mainz.de
WWW: www.mainz.de
 

Meta-Info
Stand der Information
4. Juli 2016
Autor
Tina Smolders, MVGmeinRad GmbH
NRVP-Handlungsfelder
Radverkehrsplanung und -konzeption
Fahrradthemen
Fahrradverleihsysteme
Schlagworte
Fahrradanhänger
Fahrradreparatur
Fahrradverleih
Modellvorhaben
OePNV
Land
Rheinland-Pfalz