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Schutzstreifen außerorts

Modellversuch zur Abmarkierung von Schutzstreifen außerorts und zur Untersuchung der Auswirkungen auf die Sicherheit und Attraktivität im Radverkehrsnetz

Landkreis Northeim – K 424
Landkreis Northeim – K 424 © PGV-Alrutz

Ausgangssituation

Die Markierung von Schutzstreifen außerorts ist derzeit in Deutschland nach den Bestimmungen der StVO auf Grund fehlender Erkenntnisse nicht zulässig. Das Standardelement zur Führung des Radverkehrs außerorts sind vielmehr gemeinsame Geh- und Radwege, für die nach den Regelwerken ab bestimmten Kfz-Verkehrsstärken eine Erforderlichkeit zur Sicherung des Radverkehrs gegeben ist. Gleichwohl gibt es in außerörtlichen Bereichen auch unterhalb dieser Schwelle einen Bedarf zur Sicherung des Radverkehrs sowie zur Verbesserung und Verdeutlichung der Radverkehrsführung.

Gegenstand der Untersuchung

Die bestehende Erkenntnislücke soll mit dem Projekt geschlossen werden. Das Vorhaben bezieht sich auf den Einsatz beidseitiger Schutzstreifen auf Straßen bis zu einem Belastungsbereich von etwa 4.000 Kfz/Tag (gemäß ERA 2010 beginnt hier der Einsatzbereich für straßenbegleitende Radverkehrsanlagen bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h). Untersucht werden Fahrbahnen, bei denen nach Abmarkierung der beidseitigen Schutzstreifen die verbleibende Kernfahrbahn (bei einer Mindestbreite von 2,75 m) nur einstreifig zu befahren ist, im Begegnungsfall Kfz/Kfz also die Schutzstreifen in Anspruch genommen werden müssen.

Projektumsetzung

Phase1

In der Phase I des Projekts wurden auf der Grundlage der durch die projektbegleitende Lenkungsgruppe vereinbarten Kriterien insgesamt 15 Untersuchungsstrecken aus fünf Bundesländern und sieben verschiedenen Gebietskörperschaften (Landkreis Ludwigslust-Parchim, LK Grafschaft Bentheim, LK Northeim, LK Stormarn, Rhein-Erft-Kreis, Stadt Köln, Fontanestadt Neuruppin) ausgewählt. Die Strecken decken ein Belastungsspektrum von wenigen 100 bis über 3.800 Kfz/Tag ab und weisen Fahrbahnbreiten zwischen etwa 5,20 bis 7,50 Meter (Regelquerschnitt) auf. Teilweise bestehen im Streckenverlauf besondere untersuchungsrelevante Situationen wie Knotenpunkte, Engstellen, enge Kurven und Kuppen mit eingeschränkter Sicht.

Auf diesen ausgewählten Außerortsstraßen wurden Schutzstreifen angebracht. Strecken in den Landkreisen Northeim und Grafschaft Bentheim sind entsprechend holländischem Beispiel rot eingefärbt worden. Einzelne regionale Partner weisen mit einem Hinweisschild auf den Modellversuch hin. Formal außerhalb des Projektes, jedoch mit gleichem inhaltlichem und methodischem Ansatz beteiligt sich auch das Land Baden-Württemberg mit voraussichtlich drei Strecken an dem Vorhaben.

Phase 2

Ziele der laufenden Phase II des Projektes sind es:

  • die Auswirkungen der Markierung von Schutzstreifen auf die Verkehrssicherheit sowie die Akzeptanz und das Verhalten der Verkehrsteilnehmer durch ein entsprechendes Untersuchungskonzept zu ermitteln,
  • die Ergebnisse unter Berücksichtigung des generellen Erkenntnisstandes zur Sicherung und Förderung des Radverkehrs zu bewerten,
  • Folgerungen und Empfehlungen für die Anwendbarkeit (Einsatzbereiche) und die Ausbildungsanforderungen an Schutzstreifen außerorts abzuleiten sowie
  • aufzuzeigen, ob und ggf. welcher Anpassungsbedarf für eine Weiterentwicklung verkehrsrechtlicher Bestimmungen und der technischen Regelwerke besteht.

Von großer Bedeutung ist deshalb auch die Bewertung der Übertragbarkeit der Ergebnisse. Der Schwerpunkt der Evaluation liegt in der Durchführung der empirischen Erhebungen, die zur Ermittlung der Auswirkungen auf die Sicherheit sowie das Verhalten und die Akzeptanz der neuen Regelung durch die Kraftfahrzeugführer und Radfahrer dienen.

Folgende Erhebungsschritte, zumeist vom Vorher-Nachher-Vergleich, werden auf den Untersuchungsstrecken vorgesehen:

  • Unfallanalyse,
  • Querschnittszählungen Radverkehr und Kfz-Verkehr,
  • Geschwindigkeitsmessungen Kfz-Verkehr,
  • Stationäre Videobeobachtung,
  • Verfolgungsfahrten mit mobiler Kamera,
  • Befragungen der Verkehrsteilnehmer,
  • Befragung örtlicher Dienststellen und Akteure.

Zeitplan und Ausblick

Die Markierung der Schutzstreifen wurde Ende Juli 2013 auf allen Untersuchungsstrecken abgeschlossen.

Im Vorfeld wurde in jeder Stadt/jedem Landkreis durch die Medien über das Vorhaben informiert. Die Vorher-Erhebungen wurden bis Mai 2013 durchgeführt. Die Nachher-Erhebungen beginnen ab August 2013 und reichen bis zum September 2014. Anschließend werden die Ergebnisse in einem Vorher-Nachher-Vergleich gegenübergestellt und daraus resultierende Folgerungen geschlossen.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Das Modellvorhaben läuft bis Ende des Jahres 2015. Bis dahin können keine Äußerungen bzgl. einer Wertung des Vorhabens oder möglicher übertragbarer Einsatzbereiche getätigt werden.

Finanzierung

Finanzierung: 
Bundesmittel
Landesmittel
Kommunale Mittel
Gesamtvolumen: 
400 000 €
Erläuterungen: 

Die Kosten für die Investitionen sind noch nicht schlussgerechnet.
Die laufenden Kosten (213.885 Euro, Bundesmittel) betreffen den gesamten Projektzeitraum.

Evaluation

Evaluation: 
ja
Erläuterungen: 

Systematische Vorher- und Nachher-Erhebungen an allen Untersuchungsstrecken (Zählungen, Geschwindigkeitsmessungen, Unfallanalyse, Verhaltensbeobachtungen, Befragungen)

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 

Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern; Abteilung Landesentwicklung

Projektbeteiligte: 
  • PGV-Alrutz
  • AB Stadtverkehr GbR
  • Urbanus GbR

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
nein
Projektstart: 
März 2012
Projektende: 
Dezember 2015
Info zur Laufzeit: 

Phase I: 03/2012-08/2012, Phase II: 09/2012-12/2015

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 

Projektträger
Herr Bernd Sievers
Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern
Abteilung Landesentwicklung
Schlossstraße 6-8
19053 Schwerin
Telefon: +49(0)385/588 8431
Telefax: +49(0)385/588 8042
E-mail: bernd.sievers@em.mv-regierung.de
WWW: www.regierung-mv.de

Hauptauftragnehmer für die projektbegleitende Evaluation
Dankmar Alrutz / Stefanie Busek
PGV-Alrutz
Adelheidstraße 9b
30171 Hannover
Telefon: +49(0)511/220601-88
Telefax: +49(0)511/220601-80
E-mail: alrutz@pgv-hannover.de
WWW: www.pgv-hannover.de

Unterauftragnehmer für die projektbegleitende Evaluation
Arne Blase / Wilhelm Angenendt
AB Stadtverkehr GbR
Thomas-Mann-Straße 29
53111 Bonn
Telefon: +49(0)228/3905090
Telefax: +49(0)228/3905091
E-mail: bonn@ab-stadtverkehr.de
WWW: www.ab-stadtverkehr.de

Unterauftragnehmer für die projektbegleitende Evaluation
Stefan Luft / Peter Krausse
Urbanus GbR
An der Untertrave 81-83
23552 Lübeck
Telefon: +49(0)451/7062666
Telefax: +49(0)451/7062667
E-mail: luft@urbanus-luebeck.de
WWW: www.urbanus-luebeck.de
 

Kommunale Ansprechpartner: 

Abteilungsleiter Verkehr
Herr Frank Adenstedt
Landkreis Grafschaft Bentheim
van-Delden-Straße 1-7
48529 Nordhorn
Telefon: +49(0)5921/961633
E-mail: frank.adenstedt@grafschaft.de
WWW: www.grafschaft-bentheim.de

Herr Hendrik Colmer
Stadt Köln
Amt für Straßen und Verkehrstechnik Verkehrsplanung
Willy-Brandt-Platz 2
50679 Köln
Telefon: +49(0)221/221-26495
E-mail: hendrik.colmer@stadt-koeln.de
WWW: www.stadt-koeln.de

Herr Jan Juraschek
Fontanestadt Neuruppin
Karl-Liebknecht-Str. 33
16816 Neuruppin
Telefon: +49(0)3391/355730
E-mail: jan.juraschek@stadtneuruppin.de
WWW: www.neuruppin.de

Herr André Schumann
Landkreis Northeim
Wirtschaftsförderung und Tourismus
Scharnhorstplatz 6
37154 Northeim
Telefon: +49(0)5551/91499-18
E-mail: aschumann@landkreis-northeim.de
WWW: www.landkreis-northeim.de

Herr Ralf Zünskes
Rhein-Erft-Kreis
Fahrradbeauftragter
Willy-Brandt-Platz 1
50126 Bergheim
Telefon: +49(0)2271/834678
E-mail: ralf.zuenskes@rhein-erft-kreis.de
WWW: www.rhein-erft-kreis.de

Frau Dagmar Fockenga
Kreis Stormarn
FD Planung und Verkehr
Mommsenstr. 14
23843 Bad Oldesloe
Telefon: +40(0)4531/160-473
E-mail: d.fockenga@kreis-stormarn.de
WWW: www.kreis-stormarn.de
 

Meta-Info
Stand der Information
15. Juli 2013
Autor
Bernd Sievers, Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern; Dankmar Alrutz, PGV-Alrutz; Stefanie Busek, PGV-Alrutz
NRVP-Handlungsfelder
Infrastruktur
Radverkehrsplanung und -konzeption
Fahrradthemen
Forschung
Infrastruktur
Schlagworte
Außerorts
Fahrbahnaufteilung
Fahrbahnmarkierung
Modellvorhaben
Schutzstreifen
Land
Deutschland