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Schutz der Radfahrer im Straßenraum

Markierung eines Mittelstreifens als Schutzstreifen in einer Einbahnstraße

Ausreichender Sicherheitsabstand zum parkenden Fahrzeug (östlicher Straßenabschnitt)
Ausreichender Sicherheitsabstand zum parkenden Fahrzeug (östlicher Straßenabschnitt) © Stadt Soest

Ausgangssituation

Die Jakobistraße in Soest ist eine wichtige von Westen kommende und in die Soester Altstadt führende Einbahnstraße. Die beiderseitliche Bebauung besteht aus aneinander gereihten Häusern mit beidseitigen Gehwegen und einem auf der rechten Seite befindlichen Parkstreifen, der von Bäumen unterbrochen ist.

Die Verkehrsbelastung der Straße beträgt in etwa 4.000 Kfz, 200 LKW bzw. Busse und 900 Radfahrer. Die zur Verfügung stehende Fahrbahnbreite schwankt zwischen 3,50 Meter und 4,20 Meter. Diesen Straßenraum muss sich der fahrende Verkehr teilen. Der allgemeine Radverkehrsanteil liegt in Soest laut einer im Jahr 2011 durchgeführten Modal-Split-Untersuchung bei etwa 23%.

Das Problem besteht in dieser wie auch anderen Straßen darin, dass an manchen Stellen der ca. 450 m langen Einbahnstraße die Fahrbahn gerade so breit ist, dass theoretisch ein Radfahrer von einem PKW überholt werden könnte (den Regelsicherheitsabstand mal ausgenommen). Voraussetzung ist dabei allerdings, dass sich der Radfahrer recht nah an den parkenden Fahrzeugen bewegt und sich somit der Gefahr aussetzt, von einer aufschlagenden Autotür getroffen zu werden.

Umsetzung der Maßnahme

Diese Situation hat in der Vergangenheit immer wieder zu Konflikten geführt. Daraufhin war 2008 von der Stadtverwaltung die Initiative ausgegangen, einen Schutzstreifen für den Radverkehr in der Mitte der Fahrbahn zu markieren.

Zuvor war bereits darüber nachgedacht worden, eine Fahrradstraße einzurichten. Diese Maßnahme erschien jedoch letztlich nicht zielführend genug. Während der Zusammenarbeit mit der Straßenverkehrsbehörde und dem Verkehrsdezernat der Kreispolizeibehörde wurde auch der Gedanke eines markierten, für den Radverkehr zu meidenden Streifens – gewissermaßen als Abstandhalter zu parkenden Kfz gedacht - verworfen. Diese Gestaltung des Straßenraums erschien den beteiligten Akteuren zu missverständlich. So wurde letztlich entschieden, einen 1,50 Meter breiten Schutzstreifen in der Mitte der Fahrbahn aufzubringen.

Der Effekt ist, dass der Abstand zu evtl. aufschlagenden Autotüren breit genug ist und gleichzeitig ein Überholen durch Kfz ausgeschlossen ist, wenn der Radfahrer auf dem Streifen fährt. Die Sicherheit der Radfahrer wurde dadurch quasi potenziert.

Positive Effekte

Die Akzeptanz der Markierung war von Anfang an – auch für die Stadt Soest überraschend - sehr positiv, weil die Botschaft dieser einmaligen Markierung sehr einfach zu erfassen ist. Autofahrer verbleiben hinter dem Radfahrer bei mäßiger Geschwindigkeit (im Mittel ca. 18-20 km/h) und kaum einer der Radfahrer wird genötigt, an die Seite zu fahren. Somit ist die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit der Kfz deutlich geringerer, als die vorgeschriebenen 30 km/h.

Aufgrund der sehr positiven Resonanz wird in der Stadtverwaltung überlegt – nicht zuletzt durch Anregungen der Nutzer - eine weitere Einbahnstraße in dieser Form zu markieren. Jedoch sollte nicht das Kind mit dem Bade ausgeschüttet werden, indem man jede denkbare Straße auf diese Weise markiert und somit das auskömmliche Miteinander von Auto- und Radfahrern in der Jakobistraße aufs Spiel setzt.

Finanzierung

Finanzierung: 
Kommunale Mittel
Gesamtvolumen: 
2 000 €
Erläuterungen: 

Geringfügige laufende Kosten im Rahmen der Unterhaltung der Fahrbahnmarkierung (max. 100 Euro pro Jahr)

Evaluation

Evaluation: 
nein
Erläuterungen: 

Die Akzeptanz der Markierung wird insofern überprüft, als dass u.a. eigene Beobachtungen einfließen. Eine evtl. negative Meinung der Nutzer, d.h. der Rad fahrende Bevölkerung, würde durch entsprechende Presseberichte und Internet publik (Kleinstadt!).

Eine Evaluierung im herkömmlichen Sinne ist nicht angedacht.

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 

Stadt Soest

Projektbeteiligte: 
  • Manfred Scholz, Abt. Straßenbau
  • örtliche Straßenverkehrsbehörde
  • Polizeibehörde Kreis Soest, Verkehrsdezernat

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
ja
Projektstart: 
Januar 2008
Projektende: 
Oktober 2008
Info zur Laufzeit: 

Zu Beginn Verkehrsversuch, ab 2011 Dauermaßnahme

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Kommunale Ansprechpartner: 

Fahrradbeauftragter
Herr Manfred Scholz
Stadt Soest
Abteilung Straßenbau
Windmühlenweg 21
59494 Soest
Telefon: 02921-103 3305
Telefax: 02921-103 3399
E-mail: fahrrad@soest.de
WWW: www.soest.de
 

Meta-Info
Stand der Information
31. Juli 2013
Autor
Manfred Scholz, Fahrradbeauftragter der Stadt Soest
NRVP-Handlungsfelder
Infrastruktur
Fahrradthemen
Infrastruktur
Schlagworte
Schutzstreifen
Fahrbahnaufteilung
Fahrbahnmarkierung
Pkw-Parkfläche
Land
Nordrhein-Westfalen