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Skulpturenradweg

Kunst entlang einer touristischen Verbindung

Skulptur "Baum"
Skulptur "Baum" © Zweckverband RIO

Ausgangssituation/Grundidee

Kunst und Kultur ganz neu erfahrbar zu machen - dies strebt das außergewöhnliche Projekt "Skulpturen am Radweg – Kunst in der Landschaft" an. Radfahrer können seit der Sommersaison 2006 nicht nur die Landschaft im nordbadischen Neckar-Odenwald-Kreis genießen, sondern auch Kunst und Kultur in Bewegung erleben. Ein 77 km langer sogenannter Skulpturenradwanderweg verbindet die touristischen Ziele der Region und wird dabei selbst zur originellen Ausstellungsstrecke zeitgenössischer Kunst.

Durchführung

Das Projekt "Skulpturen am Radweg - Kunst in der Landschaft" wird in der interkommunalen Zusammenarbeit von fünf im Zweckverband RIO Regionaler Industriepark Osterburken zusammengeschlossenen Städten und Gemeinden Adelsheim, Osterburken, Ravenstein, Rosenberg und Seckach realisiert. Der Zweckverband RIO Regionaler Industriepark Osterburken ist dabei Träger des Projekts.

Drei Kunstakademien in Deutschland, die jeweils für ihr hohes Gestaltungsniveau bekannt sind, wurden zu einem Skulpturen-Wettbewerb aufgerufen und gebeten, Exponate für die Ausstellung entlang des Radweges anzufertigen. Mit den Staatlichen Akademien der Bildenden Künste Stuttgart und Karlsruhe waren die zwei wichtigsten Kunsthochschulen in Baden-Württemberg beteiligt, mit Burg Giebichenstein - Hochschule für Kunst und Design Halle beteiligte sich eine für die Geschichte der modernen Plastik sehr bedeutsame Kunsthochschule. Jeweils 15 Kunststudenten waren bereits im Juli 2004 in der Region Osterburken vor Ort, um sich über die Radwegstrecke, die landschaftlichen Gegebenheiten und kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten zu informieren.

Mit vielfältigen bildnerischen Ansätzen und Ausdrucksformen, verschiedenen Materialien und unterschiedlichen Größen reichten die Kunststudenten Ende Februar 2005 ihre Modellentwürfe für die Skulpturen ein. Aus den Werken der jungen Künstler wählte eine siebenköpfige und mit namhaften Kunstkennern besetzte Fachjury, die am 3. und 4. März 2005 in Osterburken tagte, die Arbeiten für die Ausstellung aus. Die Skulpturen wurden über die Sommermonate von den Künstlern erstellt und sind bis Ende des Jahres 2005 an den von den Künstlern in Abstimmung mit den Gemeinden ausgewählten Standorten installiert worden. Begleitend wurden durch den Projektträger Presse- und Öffentlichkeitsarbeit betrieben, eine Broschüre mit Radwegkarten sowie Flyer erstellt, die Radwegbeschilderung geplant und ein Internetauftritt eingerichtet.

Die Eröffnung des Skulpturenradwegs fand am 19.-21. Mai 2006 mit einem bunten Programm entlang der Strecke statt. Inzwischen sind alle Planungen und Maßnahmen abgeschlossen, der Radweg ist komplett beschildert und wird unter anderem auf der unten verlinkten Projektwebseite beworben.

Durch die Verknüpfung von Kunst, Wirtschaft und Tourismus setzt der geplante Radweg neben der Kunstförderung noch weitere Akzente, z.B. im Bereich umweltfreundlicher Freizeitangebote: Beispielsweise werden Aktionstage durchgeführt, wie z. B. die "Tour de Natur" während der Naturerlebniswoche 2.-9. Mai 2010.

Nachdem die erste Auflage der Radweg-Broschüren vergriffen ist, wird inzwischen die zweite Auflage geplant. Seit 2007 ist auch ein Kunst-Bildband "Skulpturen am Radweg - Kunst in der Landschaft" in den am Projekt beteiligten Kommunen erhältlich.

Hintergrund und Finanzierung

Die Realisierung des 77 Kilometer langen Radweges "Tour de Skulptur" wurde möglich durch die enge Partnerschaft von fünf Gemeinden - Adelsheim, Osterburken, Ravenstein, Rosenberg und Seckach - die in dem 1979 gegründeten Zweckverband Regionaler Industriepark Osterburken (RIO) bereits in verschiedenen Bereichen zusammen arbeiten. Als einen Beitrag zur Nutzung des erheblichen kulturhistorischen Potentials für die touristische Entwicklung der Region haben die Städte und Gemeinden des RIO die Errichtung des hier vorgestellten Skulpturen-Radwegs initiiert.

Vor dem Hintergrund der Gebietskulisse der "Ziel 2"-Förderung der Europäischen Union (Förderung strukturschwacher Wirtschaftsräume) wurde der Radweg im Mai 2002 als interkommunales Projekt mit überregionaler Bedeutung konzipiert, das die naturräumlichen und kulturhistorischen Schätze der Region erschließt. Im Frühjahr 2004 wurden die beantragten Fördermittel zur Realisierung des Projekts vom Regierungspräsidium Karlsruhe bewilligt. In der Folge förderten die Europäische Union und das Ministerium für den ländlichen Raum und Ernährung Baden-Württemberg die Einrichtung des Skulpturenradweges zu je 50%. Neben weiteren Mitteln für Werbung und Beschilderung standen rund 440.000 Euro zur Realisierung der künstlerisch gestalteten Skulpturen zur Verfügung.

Das von der EU unterstützte und vom Landesministerium als modellhaftes Vorhaben für den ländlichen Raum eingestufte und geförderte Projekt soll in erster Linie der Tourismusförderung dienen. Die Verknüpfung des Skulpturenradwegs mit bereits bestehenden Radwegen, wie etwa dem "Main-Tauber-Fränkischen Radachter", der in organisierten Touren erkundet werden kann oder dem "Deutschen Limes-Radweg", der entlang des Limes durch die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg nach Bayern (mit Endpunkt in Regensburg) verläuft, dürfte für Radwandertouristen interessant sein.

Zusammenfassung

Kunst und Kultur ganz neu erfahrbar zu machen - dies strebt das außergewöhnliche Projekt "Skulpturen am Radweg - Kunst in der Landschaft" an. Radfahrer können zur jeweiligen Fahrradsaison nicht nur die Landschaft im Neckar-Odenwald-Kreis genießen, sondern auch auf 77 km Kunst und Kultur in Bewegung erleben.

Finanzierung

Finanzierung: 
EU-Mittel
Landesmittel
Kommunale Mittel
Sponsoring, Spenden
Gesamtvolumen: 
440 000 €

Evaluation

Evaluation: 
nein

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 

Zweckverband RIO, Regionaler Industriepark Osterburken

Projektbeteiligte: 

Städte: Osterburken, Adelsheim, Ravenstein
Gemeinden: Rosenberg, Seckach

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
nein
Projektstart: 
Januar 2004
Projektende: 
Januar 2006

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 

Wirtschaftsförderin
Frau Marlies Ebel-Walz
Marktplatz 3
74706 Osterburken
Telefon: 06291-40127
Telefax: 06291-401-30
E-mail: marlies.ebel-walz@osterburken.de
WWW: www.gewerbegebiet-rio.de

Bürgermeister a.D.
Herr Ekkehard Brand
Planweg 31
74743 Seckach
Telefon: 06292/430
E-mail: E.Brand.Seckach@t-online.de
 

Meta-Info
Stand der Information
15. September 2010
Autor
Ekkehard Brand, Bürgermeister a.D. Seckach
NRVP-Handlungsfelder
Fahrradthemen
Schlagworte
Land
Baden-Württemberg