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Fahrradseilbahn

Kostengünstige Querung für den Fuldaradweg

Seilbahn über die Fulda
Seilbahn über die Fulda © Gemeinde Malsfeld

Ausgangssituation

Bislang existierte am Fuldaradweg R1 im Bereich der Gemeinden Malsfeld und Morschen eine Passage, die aufgrund der starken Steigung und dem Verlauf direkt auf einer kurvenreichen und damit unübersichtlichen Autostraße, zunehmend in die Kritik geraten war. Aus diesem Grund wurde zusammen mit dem Amt für Bodenmanagement in Fritzlar beschlossen, die Radwegtrasse von der Fahrbahn abzuschwenken und näher am Fluss entlang zu führen. Hierdurch entstand die Notwendigkeit einer neuen Querung des Radwegs mit der Fulda. Eine Brücke schied aus Kostengründen aus, eine zwischenzeitlich geplante Seilfähre erwies sich hinsichtlich des Betriebes und der zu erwartenden Stillstandszeiten als zu kompliziert.

Projektdurchführung

Das Melsunger Ingenieurbüro INTIUM kam auf die Idee eine Seilbahn zu installieren. Diese besteht im Wesentlichen aus zwei uferseitigen Pfosten, zwischen denen ein Stahlseil gespannt ist. An diesem ist ein Transportkorb angehängt, in den vier Radler samt Fahrrad und Gepäck hineinpassen. Der Korb wird in einer Höhe von ca. zwei Metern mit einer Handkurbel über eine Strecke von rund 50m bis auf die andere Uferseite der Fulda bewegt. Die Seilbahn kann ganzjährig betrieben werden und ist auch nicht durch Hochwasser eingeschränkt.
Da diese Form der Gewässerkreuzung unseres Wissens nach in Deutschland einmalig ist, gestaltete sich der Planungsprozess sehr kompliziert und zeitaufwendig und stellte die Geduld der Beteiligten ein ums andere Mal auf eine harte Probe. Zusammen mit der Fa. Reisch, einem Seilbahnspezialisten aus Österreich sowie der Fa. Metallbau-Schmidt aus Malsfeld, konnte jedoch letztlich eine Planung entwickelt werden, welche nach langem Ringen auch die Zustimmung der Genehmigungsbehörde fand. Das Bauvorhaben wird zu rund 70% vom Land Hessen finanziert, den Rest teilen sich die Gemeinden Malsfeld und Morschen.

Ausblick

Die Fertigstellung des Bauvorhabens ist erfolgt und die offizielle Einweihung fand am 20.05.2009 statt.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Die Fuldaseilbahn ist deswegen so interessant, weil hier eine technische Lösung geplant und umgesetzt wurde, die stark vom sonst üblichen Vorgehen abweicht. Die Verbindung zeichnet sich durch eine einfache, robuste und nicht zuletzt kostengünstige Konstruktion aus. Sie erfüllt nicht nur Ihren Zweck, sondern stellt aufgrund Ihrer Einzigartigkeit auch eine echte Attraktion dar, die nicht nur routinierte Fahrradfahrer anziehen wird, sondern auch jene, die erst Zugang zum Radfahren finden müssen. Gerade für Kinder besteht hier mit Ihren Eltern die Möglichkeit, sich dem Radeln in spielerischer Form zu nähern und möglichst nachhaltiges Interesse zu entwickeln. Darüber hinaus eröffnet diese Seilbahn neue technische Möglichkeiten der Radwegführung. So könnten auch an anderen Radwegen neue Trassen diskutiert werden, welche bisher aus technischen Gründen nicht in Frage kamen. Der Ausbau des Radwegenetzes könnte so insgesamt weiter vorangetrieben werden und Radwege gebaut werden, die bislang als unmöglich oder zu teuer betrachtet wurden.

Finanzierung

Finanzierung: 
Landesmittel
Kommunale Mittel
Gesamtvolumen: 
134 000 €

Evaluation

Evaluation: 
nein

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 
Gemeinden Malsfeld und Morschen

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
ja
Projektstart: 
Januar 2008
Projektende: 
Mai 2009

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 
Ing. Büro INTIUM
Georgenfeld 12
34212 Melsungen
Telefon: +49(0)5661/926982
Telefax: +49(0)5661/926983
E-mail: service@intium.de

Kommunale Ansprechpartner: 
Betriebsleiter
Herr Engel
Gemeinde Malsfeld
Lindenstr. 01
34323 Malsfeld
Telefon: +49(0)5661/500276
Telefax: +49(0)5661/500287
E-mail: bauamtsleitung@malsfeld.eu
WWW: www.malsfeld.eu

Meta-Info
Stand der Information
1. Juni 2009
Autor
Gemeinde Malsfeld
NRVP-Handlungsfelder
Fahrradthemen
Schlagworte
Land
Hessen