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Stadträte radeln um die Wette

Kampagne: Stadtra(t)deln

Start der Aktion
Start der Aktion © Carda Seidel

1. Projektbeschreibung

Nürnberger Stadträte sammelten im Sommer 2005 und 2006 vier Wochen lang intelligente Kilometer. Das heißt, sie stiegen so oft wie möglich in Dienst und Freizeit auf das Fahrrad um. 2005 fand die Aktion zum ersten Mal statt, im Sommer 2006 wurde die Aktion modifiziert wiederholt: 2006 mussten die Stadträte nicht nur selber radeln, sondern sich jeweils einen Partner suchen, der nicht aus dem Stadtrat stammte und bisher das Auto nutzte.
Gewinner der Aktion waren diejenigen Stadträte und 2006 auch Co-Radler, die am meisten Kilometer mit dem Rad zurückgelegt hatten. Von einem Sponsor wurden 2005 pro erradeltem Kilometer auf einem Konto jeweils 50 Cent gut geschrieben. 2006 wurden von der N-ERGIE Aktiengesellschaft bis zu einem Maximalbetrag von 5.000 Euro pro Radelkilometer je 30 Cent gespendet. Das erradelte Geld kam in beiden Fälle einem ökologischen Zweck zu Gute, den die Siegerteams gemeinsam bestimmten.

2. Ziele

Für die Stadträte lohnte sich das Mitmachen nicht nur wegen der guten Publicity und dem Spaß bei der Aktion, sondern es konnte damit auch aktiver Umweltschutz betrieben werden. Mit der Aktion sollte gezeigt werden, dass kurze und mittlere Strecken mit dem Fahrrad zurückgelegt werden können und das Radfahren Spaß macht. Die Stadträte wollten den Nürnberger Bürgerinnen und Bürgern als Vorbild dienen und damit erreichen, dass mehr Wege mit dem Fahrrad gefahren werden. Gleichzeitig wollten sie anderen das Fahrrad als Allroundtalent und Verkehrsmittel im Alltag schmackhaft machen.

3. Gründe für das Projekt

Die Aktion "Stadtra(t)deln" stellte das Fahrrad aus gutem Grund in den Mittelpunkt. Zwar nutzen inzwischen immer mehr Berufstätige bereits bewusst die Vorteile des Radverkehrs, es sind trotzdem noch lange nicht genug. Die tägliche, gedankenlose Autofahrt in Stau und zähfließenden Verkehr ist immer noch eine weit verbreitete "schlechte Angewohnheit". Und das, obwohl 46% aller Wege, die in Nürnberg mit dem Auto zurückgelegt werden, nicht länger als 5 km sind und damit ideal für das Rad wären.

4. Durchführung

Von insgesamt 70 Stadträten sammelten vom 4. bis 31. Juli 2005 20 und vom 3. bis 30.Juli 2006 15 Nürnberger Ratsmitglieder plus 15 Co-Radler ihre intelligenten Kilometer. Jede Fahrradfahrt zählte und wurde in das persönliche Fahrtenbuch eingetragen. Täglich wurde Bilanz gezogen, wie viele Kilometer mit dem Rad zurückgelegt wurden und bis spätestens am Vormittag des folgenden Tages musste die jeweilige Tageskilometerzahl an "Nürnberg – intelligent mobil" gemeldet werden. Dort wurden die Daten aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesammelt und erfasst. Im Internet konnte jeder tagesaktuell verfolgen, welche Stadträte mitradelten, wer jeweils an der Spitze lag und welche ganz persönlichen Erfahrungen die Räte mit dem Rad gemacht haben. Wer keinen Internetanschluss hatte, bekam die Infos bei "Nürnberg – intelligent mobil" und aus der Presse.
Die Stadträte, die mitmachten, waren von Anfang an begeistert und hatten kein Problem bei der Aktion mitzumachen, da es ihnen Gelegenheit gab, vorbildhaft den Umweltschutzgedanken umzusetzen und außerdem den eigenen Körper wieder in Form zu bringen. Außerdem waren auch noch weitere bereit, konnten dann aber aus organisatorischen oder gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. Im zweiten Jahr waren es durch die Bildung der Teams zwar nur 15 Stadträte, aber immerhin 30 Personen. Eine größere Anzahl von Teilnehmern wäre organisatorisch schwierig geworden.
Die Aktion "Stadtra(t)deln" war und ist Teil des Projektes "Nürnberg – intelligent mobil" der Stadt Nürnberg, Bürgermeister Geschäftsbereich Umwelt. Mit immer neuen öffentlichkeitswirksamen Aktionen regt das Projekt zum Nachdenken und Umdenken hinsichtlich des eigenen Mobilitätsverhaltens an.

5. Ergebnis

Insgesamt wurden 2005 von 20 teilnehmenden Stadträten und Stadträtinnen 8215,4 Kilometer oder 4107,70 Euro erradelt. Die einzelnen Teilnehmer und Teilnehmerinnnen fuhren im einzelnen folgende Kilometer:

Michael Ziegler: 221
Ruth Zadek: 163
Brigitte Wellhöfer: 50,6
Utz Ulrich: 406
Ilka Soldner: 657,3
Dr. Markus Slavik: 644
Christine Seer: 874
Harry Riedel: 261
Barbara Regitz: 449
Gerald Raschke: 483,6
Thorsten Lunz: 476
Gerlinde Körber: 987
Renatze Höfler: 177,7
Dr. Jürgen Helmbrecht: 0
Gabriela Heinrich: 58,2
Dr. Klemens Gsell: 0
Stephan Grosse-Grollmann: 1079
Hiltrud Gödelmann: 281
Horst Förther: 12
Helmine Buchsbaum: 935

Die drei Stadträte mit den meisten Radkilometern bestimmten, dass das Geld nach Abschluss des "Stadtra(t)delns" einer Bachrenaturierung zu Gute kommen sollte.

Im Jahr 2006 erradelten 15 Teams aus je einem Stadtrat und einem Co-Radler insgesamt 20135,7 km. Allein das Siegerteam "Späte Leidenschaft" radelte 2858 km, die folgenden zwei Plätze schafften 2840 km und 2413,5 km. Mit den erradelten über 6.000 Euro wurden sieben Eichen am Maxtorkreisel, einer großen Verkehrsinsel gepflanzt.
Im Jahr 2007 soll das "Stadtra(t)deln" im Wettbewerb mit der Stadt Dresden durchgeführt werden. Die beiden Städte haben in etwa die gleiche Einwohnerzahl (ca. 500.000) und 70 Stadträte, wodurch der Vergleich gut möglich ist.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Das "Stadtra(t)deln" ist eine kompakte, sehr öffentlichkeitswirksame und preiswerte Aktion, um Bürgerinnen und Bürgern mehr Lust aufs Rad zu machen. Die Aktion kann problemlos von jeder Stadtverwaltung durchgeführt werden. Es wird ein Netz aus Win-win-Situationen geknüpft. Stadträte, die vier Wochen lang ihre Wege mit dem Rad zurücklegen, garantieren eine rege Berichterstattung durch die Medien und damit eine umfassende Information der Bürgerinnen und Bürger. Die gute Publicity dient neben der "guten Sache" und dem Willen beim Radelwettstreit gut abzuschneiden als Triebfeder für die Teilnahme der Stadtratsmitglieder und bedingt auch eine hohe Attraktivität der Aktion für Sponsoren. Für die Bürgerinnen und Bürgern sind die radelnde Stadträte nachahmenswertes Vorbild. Mit den erradelten 4.000 Euro wird zudem ein ökologischer Zweck unterstützt.

Finanzierung

Finanzierung: 
Kommunale Mittel
Sponsoring, Spenden
Gesamtvolumen: 
6 500 €
Erläuterungen: 
  • Kommunale Mittel: ca. 2.500 Euro
  • Sponsoring, Spenden: ca. 4.000 Euro

Evaluation

Evaluation: 
nein

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 
  • Stadt Nürnberg

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
ja
Projektstart: 
Juli 2006
Info zur Laufzeit: 
Die Aktion fand 2005 vom 4.Juli bis zum 31.Juli und im Jahr 2006 vom 3.Juli bis 30.Juli statt. Für das Jahr 2007 ist erneut eine vierwöchige Aktion im Sommer geplant.

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 
Initiatorin und Leiterin des Projekts "Nürnberg – intelligent mobil"
Frau Carda Seidel
Stadt Nürnberg, Bürgermeister Geschäftsbereich Umwelt
Pers. Referentin des 3. Bürgermeisters
Hauptmarkt 18
90403 Nürnberg
Telefon: +49(0)911/231-3977
Telefax: +49(0)911/231-3391
E-mail: bmu@stadt.nuernberg.de

Meta-Info
Stand der Information
27. März 2007
Autor
Carda Seidel, Stadt Nürnberg
NRVP-Handlungsfelder
Fahrradthemen
Schlagworte
Land
Bayern