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Meldeplattform Radverkehr

Internetmeldesystem für Schäden und Mängel an Radverkehrsanlagen

Startseite der Meldeplattform Radverkehr
Startseite der Meldeplattform Radverkehr © ivm GmbH

Ausgangssituation

Den Radverkehr zu stärken ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Mobilität in der Region Frankfurt/RheinMain. Neben einer fahrradfreundlichen Verkehrsplanung und dem Ausbau des Fahrradwegenetzes sind auch die Wartung der existierenden Radverkehrsanlagen und die Beseitigung von Gefahrenquellen unentbehrlich. Daher bemühen sich die zuständigen Ämter, Schäden an Radverkehrsanlagen zeitnah aufzudecken und zu beseitigen. Die Gefahrenquellen und Schäden, mit denen der alltägliche Radverkehr konfrontiert wird, sind vielseitig: Risse oder Unebenheiten in der Fahrbahnoberfläche, zu hohe Bordsteine, Pfützen durch unzureichende Entwässerung, in den Weg ragende und dadurch das Radfahren behindernde Pflanzen, fehlende Markierungen, undeutliche Beschilderung oder unsichere Abstellanlagen.

Um Informationen über diese Schäden und Mängel schnell und kostengünstig zu erhalten, bietet sich die Mitarbeit derer an, die die Mängel feststellen - also die Radfahrer selbst. Die Übermittlung dieser Informationen war bisher oft schwierig, da Radfahrer keine zentrale Anlaufstelle hatten, um solche Meldungen zu adressieren. Der direkte Kontakt - ob per Brief, E-Mail, Telefon oder mündlich - zu den zuständigen Ämtern ist meist sehr zeitaufwendig und wird deshalb nur von wenigen Bürgern genutzt. Zentrale Anlaufstellen für das Melden von Schäden werden von der Bevölkerung hingegen gut angenommen wie Beispiele im In- und Ausland bereits zeigten..

Projektidee

Aus diesem Grund entwickelte die ivm (integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain) die „Meldeplattform Radverkehr für die Region Frankfurt RheinMain“, eine benutzerfreundliche Internetplattform, die Ende April 2010 in das Online-Angebot des Hessischen Radroutenplaners integriert wurde. Über die Meldeplattform kann jeder Bürger in wenigen Schritten Meldungen eingeben. Im Einzelnen verläuft die Bearbeitung einer Schadensmeldung wie folgt:

Zuerst wird der Schaden mit einer Notiz auf einer digitalen Karte verortet. Danach folgt die Meldungsbeschreibung, die so weit wie möglich standardisiert über einen Mängelkatalog erfolgt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Bilder, die die Situation vor Ort illustrieren, hinzuzufügen. Abschließend kann sich der Radfahrer mit seiner E-Mail Adresse registrieren, um so für eventuelle Rückfragen zur Verfügung zu stehen.

Nach der vollständigen Eingabe wird die Meldung via E-Mail an den zuständigen Ansprechpartner der Kommune weitergeleitet. In einem mit Passwort geschützten Bereich der Meldeplattform erhalten die kommunalen Akteure die Möglichkeit, die Meldungen zu verwalten. Sie können den Meldungen z.B. einen Dringlichkeitsstatus zuteilen, den Bearbeitungssstatus angeben und die Meldung innerhalb der Verwaltung und an andere zuständige Stellen weiterleiten. Zusätzlich können die Kommunen dem Bürger, der die Meldung eingegeben hat, eine Antwort schicken. Die kommunalen Akteure erhalten ebenfalls die Möglichkeit, sich alle sie betreffenden Meldungen auf einer Karte anzeigen zu lassen und diese nach bestimmten Suchkriterien zu filtern.

Für die Behörden ist es eine große Hilfe, wenn sie zeitnah gut dokumentierte Informationen über bestehende Schäden und unsichere Situationen auf den Radwegen bekommen. Deshalb stellt ein solches Meldesystem für die Behörden eine wesentliche Arbeitserleichterung dar. Für den Bürger bedeutet diese innovative Plattform eine deutliche Senkung der Hemmschwelle, wenn es darum geht, Probleme an die Behörden zu melden. Somit trägt diese Plattform gleichermaßen zu mehr Bürgernähe und zu einem sicheren und nachhaltigen Verkehr bei. Für dieses Projekt arbeitet die ivm GmbH eng mit den Kommunen der Region, dem ADFC-Hessen, dem Land Hessen und dem Radfahrbüro Frankfurt zusammen.

Probebetrieb

Die technische Umsetzung erfolgte durch das Aachener Ingenieurbüro IVV. Der Probebetrieb der Meldeplattform lief von Dezember 2009 bis Ende März 2010 in Zusammenarbeit mit acht Kommunen der Region: Frankfurt am Main, Offenbach am Main, Mühlheim am Main, Neu-Isenburg, Darmstadt, Hofheim am Taunus, Friedrichsdorf und Bad Homburg v. d. Höhe. Der Probebetrieb fand mit ausgewählten Nutzern statt und diente dazu, das System zu optimieren bzw. Systemfehler zu beheben. In jeder der teilnehmenden Kommunen erklärten sich Radfahrer bereit, testweise Meldungen einzupflegen, um anschließend ein Nutzerfeedback an die ivm liefern zu können. In den Kommunen gab es jeweils eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter, der die Meldungen entgegennahm und den für die kommunalen Akteure relevanten Bearbeitungsbereich des Systems testete. Während des Probebetriebs wurden auf Anregung von Mitarbeitern der Kommunen vor allem im Bearbeitungsbereich viele neue Funktionen angepasst und ergänzt. Insgesamt wurden während des Probebetriebs 137 Mängel gemeldet. Bereits während des Probebetriebs wurden mehrere der gemeldeten Mängel behoben. So wurde z.B. eine defekte Fahrrad-Ampel bereits am Tag nach Eintreffen der Meldung repariert.

Dauerbetrieb

Anfang März 2010 wurden alle Bürgermeister der Kommunen aus der Region Frankfurt/RheinMain angeschrieben und über das System informiert. Über einen Anmeldebogen konnten sich die einzelnen Städte und Gemeinden unkompliziert beim System anmelden. Erforderlich für die Anmeldung war lediglich eine E-Mail-Adresse des zuständigen Mitarbeiters oder der zuständigen Abteilung der Kommune, die für die Bearbeitung der Mängel zuständig sind.

Zum Start der Meldeplattform am 30.04.2010 hatten sich 54 Kommunen der Region angemeldet. In den darauffolgenden Wochen hatten sich weitere 15 Kommunen nachgemeldet, bzw. Interesse daran bekundet, sich in Zukunft ebenfalls am System zu beteiligen.

Erste Wirkungsabschätzung

Die nachfolgenden ersten Ergebnisse beziehen sich auf den Zeitraum 30.04.2010 bis 18.05.2010:

In diesen kurzenZeitraum wurden insgesamt 276 Meldungen eingegeben. Davon entfallen 184 Meldungen allein auf die Stadt Frankfurt am Main. Die restlichen 92 Meldungen verteilen sich auf 31 weitere Kommunen. In 29 Kommunen gingen über das System bislang noch keine Meldungen ein. Am haufisten wurden Mängel genannt, die sich auf den Oberflächenzustand der Radwege bezogen. Die allermeisten Meldungen sind ernsthaft und relevant; ein Missbrauch des Forums durch „spam“ o.ä. fand so gut wie nicht statt.
Das System der Meldeplattform wird von den Mitarbeitern der Kommunen gut angenommen. Zum 18. Mai 2010 befanden sich bereits 170 Meldungen in Bearbeitung, 8 Mängel wurden bereits behoben. In 31 Fällen bekamen die Bürger über das System eine Antwort von ihrer Kommune zugesandt.

Hinweis für Kommunen aus der Region Frankfurt RheinMain

Falls Sie an der Meldeplattform Radverkehr teilnehmen wollen, können Sie Ihre Kommune bei der ivm GmbH (integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain) anmelden: (Email 'meldeplattform@ivm-rheinmain.de'). Der Service ist kostenlos.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

  • Weil die Wartung von bestehenden Radverkehrsanlagen und vor allem die Beseitigung von Gefahrenquellen im Radverkehr mehr Aufmerksamkeit verdient.
  • Weil die Meldeplattform Radverkehr denjenigen, die täglich mit dem Fahrrad unterwegs sind, eine Stimme verleiht.
  • Weil sichere und komfortable Radverkehrsanlagen mehr Menschen zum Radfahren motivieren.

Finanzierung

Erläuterungen: 

Die Finanzierung erfolgt über das Budget der ivm GmbH (www.ivm-rheinmain.de).

Evaluation

Evaluation: 
ja
Erläuterungen: 

Statistische Auswertung: Anzahl der Meldungen pro Tag, Häufigkeiten der Mangelkategorien, Dringlichkeit der Meldungen, Bearbeitungsstatus der Meldungen und Entwicklung der Bearbeitungen.

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 

Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain

Projektbeteiligte: 

ADFC-Hessen
Radfahrbüro der Stadt Frankfurt am Main
Teilnehmende Kommunen der Region Frankfurt RheinMain

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
ja
Projektstart: 
April 2010

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 

Projektleiter
Herr Dr.-Ing. Thorsten Miltner
ivm GmbH, Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain
Lyoner Straße 22
60528 Frankfurt am Main
Telefon: (069)660759-37
Telefax: (069)660759-837
E-mail: t.miltner@ivm-rheinmain.de
WWW: www.ivm-rheinmain.de
 

Meta-Info
Stand der Information
18. Mai 2010
Autor
M. Sc. Jan Annendijck, Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain
NRVP-Handlungsfelder
Infrastruktur
Qualitäten schaffen und sichern
Radverkehrsplanung und -konzeption
Fahrradthemen
Beteiligung/Partizipation
Infrastruktur
Qualitätssicherung
Schlagworte
Bürgerbeteiligung
Instandhaltung
Internetauftritt
Meldeplattform
Land
Hessen