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Das Elterntaxi

Innovative und umweltfreundliche Familienmobilität

Tandem als ELTERNTAXI
Tandem als ELTERNTAXI © Zwei plus zwei

1. Hintergründe

Die "Begleitmobilität" hat enorm zugenommen. Legten zu Beginn der 70er Jahre noch 91% der Erstklässler den Schulweg allein oder zusammen mit anderen Kindern zurück, so waren es im Jahr 2000 nur noch 17%! (Quelle: VCD Verkehrsclub Deutschland). Immer mehr Eltern benutzen als "Elterntaxi" dabei das Auto. Eine Entwicklung, die sowohl vor dem Hintergrund des zunehmenden Bewegungsmangel der Kinder, aber auch aus verkehrspädagogischen, ökologischen und nicht zuletzt ökonomischen Gesichtspunkten wenig sinnvoll ist.
Hier setzt die Initiative ELTERNTAXI an. Unter dem Motto "Umsteigen, aufsteigen, Spaß haben!" werden Kinder und Eltern als aktive Teilnehmer am Verkehr an einen "neuen Schulweg" gewöhnt. Die kleinen Radler gewinnen mit der täglichen Teilnahme am Straßenverkehr Routine und Sicherheit.

Die Bewegung macht nicht nur fit, sie macht auch Spaß und lässt die Kinder hellwach in den Tag starten. Und nicht zuletzt ist sie umweltfreundlich und stärkt bei den Kindern das ökologische Bewusstsein - auch vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels. Denn schließlich steht der Schulweg per PKW exemplarisch für die vielen Kurzstreckenfahrten (nach Untersuchungen ca. 50 Prozent aller Autofahrten), die eigentlich vermeidbar und noch dazu extrem "spritfressend" und schadstoffintensiv sind.

2. Projektidee

Mit dem ELTERNTAXI können Kinder und Erwachsene jeden Tag als Team unterwegs sein: per Tandem zur Schule, ins Freibad oder zum Ausflug und auf längere Touren.

Die Initiative ELTERNTAXI will spielerisch neues Verkehrsbewusstsein fördern und innovative Mobilitätskonzepte mit dem Fahrrad unterstützen. Kinder (insbesondere Grundschüler) und deren Eltern lernen das Fahrrad, bzw. Tandem als selbstverständliches Fortbewegungsmittel im Alltag und als umweltfreundliche Alternative zum Auto kennen.

Grundschulen aus ganz Deutschland können sich für die Initiative ELTERNTAXI bewerben. Die Tandems können beispielsweise bei Projekten wie der "Autofreien Woche", die an vielen Schulen stattfindet, im Rahmen der Verkehrserziehung, anlässlich von Schulfesten und vielem mehr eingesetzt werden.

Initiator und Geldgeber ist das Kölner Unternehmen Zwei plus zwei. Der Spezialist für Familienmobilität setzt sich seit über fünfzehn Jahren für eine innovative Verkehrspolitik ein. Eine Einbindung weiterer Projektpartner wird angestrebt.

3. Aktionsablauf

Auswahl der Teilnehmer

In Absprache mit den teilnehmenden Schulen werden Eltern über das Projekt informiert und können sich als Teilnehmer bewerben. Je Schule werden zehn Familien ausgewählt.

Die Tandem-Übergabe

Eltern und Kinder erhalten eine fachkundige Einweisung. Nach Möglichkeit wird zudem ein Parcours aufgebaut, der die Gewöhnung an das Tandem noch einmal erleichtert. In der Regel haben "Pilot" und "Copilot" aber nach einigen Minuten den Bogen raus und sich an den Umgang und den größeren Wendekreis gewöhnt. Zwei Wochen werden die ELTERNTAXIS dann zum Schulalltag gehören.

Eltern und Kinder werden fit auf dem Rad

Jeden Tag lernen Kinder als Sozius – auf Augenhöhe mit den anderen Verkehrsteilnehmern – worauf sie im Straßenverkehr achten müssen. Die Initiative ELTERNTAXI unterstützt die Teilnehmer mit "Rad und Tat". Und auch der Spaß kommt nicht zu kurz: Kinder und Eltern auf dem Tandem sind wie die originell gestalteten ELTERNTAXIS ein echter "Hingucker". Überall trifft man auf erstaunte Begeisterung und freundliche, neugierige Gesichter.

Gemeinsam unterwegs

Elterntaxis kommen nicht nur auf dem Schulweg zum Einsatz. Wer einmal per Tandem unterwegs war, wird es gerne auch für den Weg in den Park, zum Einkaufen oder ins Schwimmbad nutzen.

4. Erfolgreiche Aktionen

Aktionen 2006 und 2007

Die erste Schule, die sich an der Aktion ELTERNTAXI beteiligte, war die Kölner Michaeli-Schule im Mai 2006. Den Startschuss gab dort die Kölner Bürgermeisterin Angela Spizig, die auch die Schirmherrschaft übernommen hat. Weitere Aktionen im Jahr 2006 fanden in Hamburg an der Schule Döhrnstraße sowie im bayrischen Karlshuld statt. 10 Familien nahmen die Eltern-Kind-Tandems für zwei Wochen mit nach Hause, um ihre Kinder sicher und auf gesunde Weise in die Schule zu bringen.
Im Jahr 2007 folgten Aktionen in Berlin, Varel, Ellefeld, Ingolstadt und nochmals in Hamburg.

Aktionen 2008

2008 rollten die Tandems zuerst durch Dortmund und Duisburg, und kehrten im Juni in die Urheberstadt der Initiative zurück: die ELTERNTAXIS wurden von der Bürgermeisterin und Schirmherrin Elfi Scho-Antwerpes an 10 Familien auf dem Gelände des Zirkus- und Artistikzentrums (ZAK) in Köln übergeben. Erste Erfahrungen konnten während der vom ADFC Köln angebotenen Tour in die Mehrheimer Heide sowie in sicherer Begleitung von Polizeioberkommissar Joachim Schalke, Verantwortlicher für das Referat Verkehrserziehung, gesammelt werden. Und bei Kaffee und Kuchen ergänzten Eltern und Kinder gleich gemeinsam ihre ersten praktischen Erfahrungen mit der nötigen Theorie. Technisch betreut wurden die Familien während des kompletten Zeitraumes von den hauseigenen Spezialisten des "Zwei plus zwei" Ladengeschäfts.
Krönenden Abschluss bildete auch in diesem Jahr wieder die Teilnahme am "Zur Fuß zur Schule"-Tag in Hamburg.

5. Ausblick

Nach den ersten Aktionen in 2006 und den folgenden Presseberichten sind zahlreiche Anfragen von interessierten Schulen eingegangen. Gerade Schulen, die sich bereits im Bereich Mobilitätserziehung engagieren, wollen durch diese aufmerksamkeitsstarke Aktion Eltern für die Themen "aktive Verkehrserziehung", "Reduzierung des Autoverkehr an Schulen", "Bewegung" und nicht zu vergessen "Klimaschutz" sensibilisieren.

Mit steigender Nachfrage wurden die Wünsche nach längeren Nutzungszeiten der Tandems und Erhöhung der Stückzahlen geäußert. Für einen größeren Fuhrpark fehlen zurzeit leider die Mittel und die erforderlichen personellen Kapazitäten.

Die kommende Saison startet im März 2009 in Marburg. Interessierte Schulen können sich gerne jederzeit für die Teilnahme an einer Aktion beim Projektträger melden.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

  • Aktiv gegen Bewegungsmangel
  • Neue Wege der Verkehrserziehung
  • Für einen sicheren Schulweg
  • Gemeinschaftserlebnis Radfahren
  • Verkehrsaufkommen vor den Schulen sinkt
Man ist mit dem Tandem viel schneller, sicherer und entspannter unterwegs als mit zwei Einzelrädern. Der permanente Kontrollblick auf das Kind auf dem Bürgersteig entfällt. Man gibt als "Captain" das Tempo vor und braucht in unsicheren Situationen nicht das Kind durch Zurufen dirigieren. Im steten Austausch kann man zudem die Gelegenheit nutzen, die Kinder auf besondere Verkehrssituationen hinzuweisen. So werden die Kinder schrittweise und ganz selbstverständlich an das Fahren mit dem eigenen Rad im Straßenverkehr herangeführt.

Finanzierung

Finanzierung: 
Private Mittel (ohne Sponsoring und Spenden)

Evaluation

Evaluation: 
ja
Erläuterungen: 
  • Nachbearbeitung nach der Aktion
  • Zusammentragen des Pressefeedbacks
  • Anfragen bei Händlern vor Ort
  • Interviews der Eltern auf Resonanz i.d. Umgebung

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 
"Zwei plus zwei" Marketing GmbH
Projektbeteiligte: 
  • Grundschulen
  • ABUS - August Bremicker Söhne KG
  • ADFC - Allgemeiner Deutscher Fahrradclub Köln
  • VSF - Verbund unabhängiger Fahrradfachgeschäfte

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
ja
Projektstart: 
Mai 2006
Info zur Laufzeit: 
Die Erkenntnisse aus der Pilotphase im Jahr 2006 sind in die weitere Planung eingeflossen. Seitdem werden die Aktionen auf bundesweiter Ebene durchgeführt – überall dort, wo Schulen, Kommunen und aktive Eltern innovative Mobilitätslösungen suchen.

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 
"Zwei plus zwei" Marketing GmbH
Oskar-Jäger-Straße 125
50825 Köln
Telefon: +49(0)221/951470-0
E-mail: info@zweipluszwei.com
WWW: www.zweipluszwei.com

Meta-Info
Stand der Information
16. Dezember 2008
Autor
Nadine Krieger, Zwei plus zwei Marketing GmbH
NRVP-Handlungsfelder
Mobilitäts- und Verkehrserziehung
Fahrradthemen
Mobilitätserziehung
Mobilitätsmanagement
Ausgewählte Zielgruppen
Schlagworte
Radfahrausbildung
Pendeln
Schule
Fahrradtag
Kinder / Jugendliche
Schulweg
Land
Deutschland