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Bewegungskampagne der AGFS

"Ich bin die Energie"

Logo "Ich bin die Energie"
Logo "Ich bin die Energie" © AGFS

Projektidee

Ausgelöst durch die Titelstory der AutoBild "Was kostet die Kurzstrecke? – 20 Liter fürs Brötchenholen" aus dem Jahr 2008, wurde in 2009 die Kampagne "Ich bin die Energie" entwickelt. Kernidee der Kampagne ist, die mit dem Auto fahrenden Kurzstreckenfahrer gezielt anzusprechen und sie für den Umstieg auf das Fahrrad oder auch für das Zufußgehen zu gewinnen. Im Vordergrund der Ansprache steht der persönliche Nutzen, vor allem für die Gesundheit. Als Sekundärnutzen werden Kosteneinsparungen (Benzin) sowie Klima- und Umweltthemen kommuniziert. Der selbstbewusste Kampagnenslogan "Ich bin die Energie" appelliert an die persönlichen Kräfte und Möglichkeiten, die "eigene" Energie für Verkehrszwecke zu mobilisieren und ein Stück Freiheit und Unabhängigkeit von externen Energieträgern zu demonstrieren.

Bestandteile der Kampagne

Wichtig(st)er Kampagnenbestandteil sind die Aktionen vor Ort. Kern der Kampagne ist ein Aktionsstand, der den Mitgliedskommunen der AGFS zur Verfügung gestellt wird. Es handelt sich dabei um ein dreirädriges Lastenfahrrad mit einer zusätzlichen Vorratsbox, einem Tisch, einem Brötchenkorb und einem Sonnenschirm. Ein geschulter Promoter liefert das Aktionsset an und betreut die Aktion vor Ort. Zusätzlich stellt die Kommune ein bis zwei Personen, die das Aktionsteam vervollständigen. Der Standaufbau erfolgt direkt vor einem "beliebten" Kurzstreckenziel, z.B. einem zentral gelegenen, häufig frequentiertem Bäcker. Dort werden Broschüren und Werbeartikel verteilt und die Möglichkeit genutzt, mit den Bäckereikunden – insbesondere den Autofahrern – und Passanten ins Gespräch zu kommen. Es geht somit um die gezielte Ansprache von "ganz normalen" Bürgerinnen und Bürgern mit der Absicht, sie für das Thema "Nichtmotorisierte (Fort-) Bewegung auf kurzen Strecken" zu interessieren. Die geplante durchschnittliche Dauer der Aktionen beträgt zwei bis vier Stunden. Den Kommunen werden Vorlagen für die lokale Öffentlichkeitsarbeit, wie Pressemitteilungen oder Plakate, zur Verfügung gestellt.

Für die Durchführung vor Ort wurden verschiedene Materialien entwickelt, die das Thema aufgreifen und zum Mitmachen auffordern. Am meisten Bedeutung kommt dabei dem Energie-Magazin zu, einer Broschüre im Stil einer modernen Zeitschrift mit kurzweiligen, interessanten und griffigen Informationen. Die Zielgruppe sind "ganz normale Leute" – Jung und Alt, Frauen und Männer, Singles und Familien, Sportliche und Bewegungsmuffel etc. Weitere Aktionsmaterialien sind Werbeartikel, wie z.B. Energie-Schachteln mit Traubenzucker, Schrittzähler oder Notfall-Regenponchos, die an die Passanten, als "Motivation", mal das Auto stehen zu lassen, verteilt werden.

Begleitet wird die Kampagne durch eine eigene Website, eine Facebook-Seite sowie wechselnde Aktionen, wie z.B. ein Gewinnspiel.

Projektdurchführung

Die Kampagne wurde von der AGFS konzeptioniert. Die Finanzierung erfolgte durch Mittel des Landes Nordrhein-Westfalen über den Etat der AGFS.

Mittlerweile hat sich "Ich bin die Energie" zu einer Dauermaßnahme entwickelt. Jedes Jahr werden 15 lokale Aktionen fest im Etat der AGFS budgetiert, so dass 15 Mitgliedskommunen die Kampagne kostenfrei durchführen können. Darüber hinaus gehende Anfragen oder zusätzliche Termine müssen die Mitgliedskommunen selbst finanzieren. Die Kosten dafür betragen 800 EUR pro Aktion. Insofern werden für die Projektdurchführung Landes- und kommunale Mittel gebündelt.

Seit 2010 wurden in den Kommunen, auf Kongressen und NRW-Tagen insgesamt 50 Vor-Ort-Aktionen durchgeführt.

Projekterfolg

Die Kampagne wird von den Mitgliedskommunen der AGFS stark nachgefragt. Die 15 kostenlosen Termine wurden bisher in jedem Jahr ausgeschöpft. Das hat den Bekanntheitsgrad von "Ich bin die Energie" soweit gesteigert, dass inzwischen auch Nicht-Mitglieder die Aktionen vor Ort anfragen. Es hat sich gezeigt, dass die Aktionen bei vielen unterschiedlichen Gelegenheiten eingesetzt werden – von der "klassischen" Bäckeraktion über Stadtfeste oder als Kongress-begleitendes Programm.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Die Kampagne ist kostengünstig und unkompliziert vor Ort durchzuführen. Weitere Pluspunkte sind die Nähe zum Bürger und die vielseitige Einsetzbarkeit des Werbestandes (Bäcker, Feste, NRW-Tag).

Grundsätzlich übertragbar und nachahmenswert ist der Ansatz der Kampagne: Statt schwer fassbare und abstrakte Vorteile wie den Klima- und Umweltschutz oder den gesellschaftlichen Nutzen des Umstiegs vom Auto auf das Rad oder die eigenen Füße zu kommunizieren, setzt die Kampagne bei den persönlichen Vorteilen des Einzelnen an. Wird das Mobilitätsverhalten auf der Kurzstrecke zugunsten nicht-motorisierter Bewegung verändert, profitiert der Mensch von der "Heilkraft der Bewegung" für seine Gesundheit.

Finanzierung

Finanzierung: 
Bundesmittel
Landesmittel
Kommunale Mittel

Evaluation

Evaluation: 
nein

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 
Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. (AGFS)
Projektbeteiligte: 
Mitgliedskommunen der AGFS

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
ja
Projektstart: 
Januar 2010

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 
Vorstand der AGFS
Frau Christine Fuchs
Konrad-Adenauer-Platz 14
47803 Krefeld
Telefon: 02 151 / 86 42 83
Telefax: 02 151 / 86 42 80
E-mail: info@agfs-nrw.de
WWW: www.agfs-nrw.de

Meta-Info
Stand der Information
30. April 2013
Autor
Julia Grotmann-Höfling, Benjamin Wührl; P3 Agentur
NRVP-Handlungsfelder
Fahrradthemen
Schlagworte
Land
Nordrhein-Westfalen