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Radwegebau und Hochwasserschutz

Hubbrücke über die Schwabach

Hubbrücke
Hubbrücke © Stadt Schwabach

Ausgangssituation

Die Altstadt von Schwabach wird von Westen nach Osten von der Schwabach (Gewässer II. Ordnung) durchflossen. Außerhalb der Altstadt führt sie durch landschaftlich attraktive Grünflächen begleitet von Wegen für Fußgänger/innen und Radfahrer/innen abseits des Kfz-Verkehrs.

Die Wegeverbindung entlang der Schwabach in die Altstadt aus Richtung Osten endete bisher an der Landsknechtsbrücke, einem Brückenbauwerk der Bundesstraße B 2. Das Queren der Bundesstraße war nur oberhalb der Brücke möglich, hierzu musste beidseitig jeweils eine lange Treppe und die Fahrbahnen überwunden werden. Die stark befahrene Bundesstraße kann an der Stelle nicht gesichert gequert werden. Lichtsignalanlagen mit Fußgängerfurten sind 60 bzw. 110 m entfernt.

Die alte Landsknechtsbrücke wurde vom Staaatlichen Bauamt Nürnberg, in Schwabach zuständig für Ortsdurchfahrt der Bundesstraßen, abgerissen und neu errichtet. Die alte Brücke war eine Gewölbebrücke, das Lichtraumprofil war nicht ausreichend, um den Weg am Gewässer entlang in die Altstadt zu führen.

Durchführung

Mit dem Abriss und Neubau der Brücke durch das Staatliche Bauamt Nürnberg wurde ein Lichtraumprofil geschaffen, das eine Unterführung und damit die Schaffung einer durchgehenden Geh- und Radwegeverbindung von Osten in die Altstadt erstmalig ermöglichte. Die neue Verbindung ist nur für Fußgänger/innen und Radfahrer/innen nutzbar und entsprechend sicher und attraktiv.

Der flussbegleitende Radweg musste jedoch vor der Landsknechtsbrücke die Schwabach queren und von der Nordseite auf die Südseite des Gewässers verlegt werden. Für den Hochwasserschutz durfte der Abflussquerschnitt für die Schwabach für die Fußgänger- und Radfahrerbrücke nicht zu stark eingeschränkt werden. Das Brückenbauwerk hätte mit einer großen lichten Höhe und der Radweg dadurch mit einer entsprechenden Steigung bzw. Gefälle oder langen Rampen ausgeführt werden müssen.

Aus diesem Grund hat die Stadt Schwabach 2015 für den Geh- und Radweg entlang der Schwabach eine Hubbrücke errichtet, die mit einer niveaugleichen Querung des Flusses die durchgehende Radwegeverbindung ermöglicht. Bei den seltenen Hochwasserereignissen kann durch Anheben der Brücke der erforderliche Wasserabfluss gewährleistet werden.

Fazit

In Nord-Südrichtung wurde für die Bundesstraße B2 eine neue Brücke errichtet. Für den Radverkehr könnten dort nur Radschutzstreifen markiert werden. Eine Brückenverbreiterung war aufgrund der bestehenden Bebauung nicht möglich. Unter der Brücke der Bundesstraße konnte durch den vorgelagerten Bau der nur für Fußgänger/innen und Radfahrer/innen nutzbaren Hubbrücke eine in Ost-West-Richtung wichtige Radwegeverbindung geschaffen werden.

Die ebene Flussquerung durch eine im Hochwasserfall anhebbare Brücke erleichtert den Alltags-und Schülerradverkehr erheblich und ermöglicht einer großen Bevölkerungsgruppe erstmalig die Nutzung der Radwegeverbindung.

Das Vorhaben war als Maßnahme M27 Teil unseres Radkonzeptes. Für Radfahrer brachte das Vorhaben eine attraktive, sichere, durchgängige und stufenfreie Ost-Westverbindung abseits der Hauptverkehrsstraßen von Wohngebieten zur Altstadt und zu dem Schulzentrum Mitte.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Das Vorhaben hat eine Radwegeverbindung, die den Belangen des Hochwasserschutzes Rechnung trägt, ermöglicht. Ohne die Hubbrücke hätte die Stadt Radfahrenden keine attraktive, steigungsarme durchgehende Ost-Westverbindung durch die Altstadt im Grünen anbieten können.

Finanzierung

Finanzierung: 
Landesmittel
Kommunale Mittel
Bundesmittel
Gesamtvolumen: 
1 605 000 €
Erläuterungen: 
  • Bundesmittel: 465.000 Euro (StBA Brückenneubau ohne Planungskosten)
  • Landesmittel: 458.000 Euro Förderung Zuweisung nach Art. 13c FAG und Städtebauförderung
  • Kommunale Mittel: 682.000 Euro
  • Betriebskosten betragen 3.000 Euro pro Jahr.

 

Evaluation

Evaluation: 
nein

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 

Stadt Schwabach / Tiefbauamt

Projektbeteiligte: 

Staatliches Bauamt Nürnberg: Neubau Landknechtsbrücke im Verlauf der B2

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
nein
Projektstart: 
Januar 2012
Projektende: 
August 2015

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 

Stefanie Pauly
Stadt Schwabach
Amt für Stadtplanung und Bauordnung
Albrecht-Achilles-Str. 6 - 8
91126 Schwabach
Telefon: +49 (0)9122/860-526
E-Mail: stefanie.pauly@schwabach.de

Kommunale Ansprechpartner: 

Andreas Batke
Stadt Schwabach
Tiefbauamt
Albrecht-Achilles-Straße 6-8
91126 Schwabach
Telefon: +49 (0)9122/860 567
E-Mail: andreas.batke@schwabach.de
Internet: www.schwabach.de

 

Meta-Info
Stand der Information
3. Dezember 2019
Autor
Stefanie Pauly, Stadt Schwabach, Verkehrsplanung
NRVP-Handlungsfelder
Fahrradthemen
Schlagworte
Land
Bayern