Sie sind hier

Grenzüberschreitende Fahrradrouten

Grünmetropole

Annapark in Alsdorf
Annapark in Alsdorf © Kreis Aachen

Einleitung

Die Grünmetropole reicht von Beringen (Belgien) im Westen über Heerlen (Niederlande) bis nach Düren (Deutschland) im Osten. Sie ist Heimat für ca. 1,37 Mio. Einwohner auf einer Fläche von fast 2000 km². Die Region ist eines der ältesten Steinkohlereviere Europas und wurde über Jahrhunderte geprägt durch den Bergbau. Auch nach Ende der Steinkohle-Ära bleibt die Region über die Grenzen hinweg verbunden: Die Herausforderung des Strukturwandels eint sie. Aus der gemeinsamen Vergangenheit entstand hier mit der Grünmetropole, die durch die EuRegionale 2008 initiiert wurde, eine gemeinsame Zukunftsinitiative von Belgiern, Niederländern und Deutschen.

Die Grünmetropole baut auf dem Masterplan des Landschaftsarchitekten Prof. Henri Bava (Büro agence ter, Karlsruhe/Paris) und seinem Team (Erik Behrens, Alex Wall, Steven Craig) auf, der im November 2006 mit dem Sonderpreis des Deutschen Städtebaupreises 2006 für herausragende "Strategien und Konzepte für Stadt + Region" ausgezeichnet wurde. Mit dem "7. European Urban and Regional Planning Award 2008" (Europäische Auszeichnung für Stadt- und Regionalplanung) ging im Oktober 2008 eine weitere Auszeichnung an das Team der Grünmetropole. Der Masterplan versteht sich als eine langfristige gemeinschaftliche Zukunftsperspektive einer industriellen Folgelandschaft.

Seit Sommer 2008 laden zwei neue grenzüberschreitende Freizeitrouten den Besucher ein, die Grünmetropole zu entdecken. Die Routen verbinden die Bergbauregion, geben den mehr als 70 Sehenswürdigkeiten und Naturparken eine Adresse und bilden dabei die räumliche Verbindung der Region. Die Grünroute für Fahrradfahrer und die Metropolroute für Autofahrer führen auf 370 km bzw. 270 km durch drei Länder und sind in beiden Richtungen einheitlich mit einem grenzüberschreitenden Corporate Design ausgeschildert.

Mehrsprachige Infopoints entlang der Routen, die analoge Karte, das Routenbuch sowie die digitale Karte im Internet erleichtern das "Entdecken". Die Grünroute steht auch als Download im Internet für mobile Endgeräte (GPS, PDA) zur Verfügung.

Projektdurchführung

Die Grünmetropole, deren Namen die Mischung aus Stadtkultur und Natur beschreibt, die dieses Gebiet ausmacht, ist innerhalb Nordrhein-Westfalens das größte Projekt zur Förderung der regionalen, grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

Von 2005 bis 2008 wurde die Grünmetropole über das europäische Förderprogramm Interreg III finanziert. 37 Kommunen, vier Tourismusverbände und eine Stiftung beteiligten sich an der Projektumsetzung. Primär ging es um die Identitätsstiftung und Profilierung der ehemaligen Bergbauregion; darum, den Bewohnern und Touristen die Grünmetropole zugänglich zu machen.

Ziel war ein länderübergreifendes Netzwerk, sowohl in konkreter als auch ideeller Hinsicht. Die Zusammenarbeit hat sich bewährt – man hat sich kennen gelernt, zusammen gearbeitet, um Ziele gerungen und auftretende Hindernisse gemeinsam bewältigt. So profitierten wir z.B. im Rahmen der Projektumsetzung von den Erfahrungen der niederländischen und belgischen Partner. Ein Beispiel hierfür ist das Knotenpunktsystem, das die Radwege grenzüberschreitend vernetzt. Für den Radfahrer heißt das konkret, dass er der ausgeschilderten Grünroute folgen kann, aber auch die Möglichkeit hat, sich eigene Touren zusammenzustellen. Mit Hilfe der analogen oder digitalen Karte der Grünmetropole, auf der die Knotenpunkte dargestellt sind, ist dies sehr einfach, da man sich nur die Nummern der Knotenpunkte notieren muss.

Das Projekt ist jedoch noch nicht zu Ende. Für die Zukunft gilt es, die Infrastruktur zu optimieren, den Bereich Tourismus weiterzuentwickeln, eine weitere Vernetzung zu betreiben und in nachhaltige, grenzüberschreitende Strukturen zu überführen. Der nächste, wichtige Schritt für die deutsche Region ist die geplante Vereinsgründung Grünmetropole e.V. im Frühjahr 2009.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Was das Thema "Rad fahren" angeht, kann man viel von den belgischen und nieder-ländischen Partnern lernen. In Belgisch Limburg stellte man bereits vor 15 Jahren das Radfahren in den Fokus der touristischen Entwicklung. Der Ausbau des Radwegenetzes sowie die Optimierung der touristischen Einrichtungen (Servicestationen, Radfahrercafes, Kartenmaterial, etc.) führten dazu, dass Belgisch Limburg mittlerweile über die Grenzen hinaus für seine hervorragende Infrastruktur bekannt ist.

Noch vor drei Jahren hörten die Radkarten in der Dreiländerregion hinter den Grenzen auf. Wollte der Radfahrer über die Grenze, benötigte er mehrere Karten. Unterschiedliche Maßstäbe und Layouts erschwerten das Rad fahren. Jetzt gibt es eine Karte, die drei Ländergrenzen überschreitet.

Finanzierung

Finanzierung: 
EU-Mittel
Landesmittel
Kommunale Mittel
Sponsoring, Spenden

Evaluation

Evaluation: 
ja
Erläuterungen: 
Im Rahmen des europäischen Förderprogramms Interreg III erfolgten vierteljährliche Zielerreichungskontrollen.
Im Rahmen des Projektes "Deutschland per Rad entdecken" befragte der ADFC die Radtouristen zu ihren Erfahrungen und Anregungen. Hierbei wurde die Grünroute mit "sehr gut" beurteilt.

Projektträger & Beteiligte

Projektbeteiligte: 
Deutsche Region: Stadt Aachen, Kreis Aachen, Stadt Düren, Kreis Düren, Kreis Heinsberg, Aachener Tourismus Service, Heinsberger Tourismus Service, Stiftung Kathy Beys

Niederlande: Parkstad Limburg, Westelijke Mijnstreek

Belgien: Tourisme Limburg

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
ja
Projektstart: 
Januar 2005
Projektende: 
Dezember 2008
Info zur Laufzeit: 
Dauermaßnahme Wegeverbesserung, Verbesserung der Infrastruktur

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 
Projektmanagement
Frau Claudia Strauch
Kreis Aachen
Zollernstraße 10
52070 Aachen
Telefon: +49(0)241/51982670
Telefax: +49(0)241/51982356
E-mail: claudia-strauch@kreis-aachen.de
WWW: www.gruenmetropole.eu

Kommunale Ansprechpartner: 
Regionalmanagement
Frau Sabrina Taubert
Kreis Aachen
Zollernstraße 10
52070 Aachen
Telefon: +49(0)241/51982548
Telefax: +49(0)241/51982356
E-mail: sabrina-taubert@kreis-aachen.de
WWW: www.gruenmetropole.eu