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NiederrheinRad

Flächendeckendes Fahrradverleihsystem

NiederrheinRad-Treppe: Präsentation der Fahrräder im Infocenter Emmerich am Rhein
NiederrheinRad-Treppe: Präsentation der Fahrräder im Infocenter Emmerich am Rhein © Niederrhein Tourismus GmbH

Projektidee und -ziele

Zur Vermarktung des Themas "Radtourismus" wurde mit dem "NiederrheinRad" zwischen Kleve, Kevelaer, Dormagen, Duisburg und Wesel ein Netz von Servicestationen mit Premium-Angeboten rund um das Rad konzipiert. Geplant sind u.a. der Verleih einheitlich gestalteter Fahrräder (Markenwirkung für die Region), öffentliche und private Verleihstationen, sowie ein Einwegservice, der es ermöglicht, Leih- und Abgabeort unabhängig voneinander zu wählen. Darüber hinaus sind EDV-gesteuerte Fahrradboxen und umfangreiche Serviceleistungen vorgesehen. Es wird beabsichtigt, NiederrheinRad mit anderen Radservicenetzen in Nordrhein-Westfalen zu verknüpfen. Die Finanzierung der Räder und Transportfahrzeuge sowie der anfallenden Betriebskosten übernehmen Projektträger und Partner. Darüber hinaus wird das Projekt durch EFRE-Mittel gefördert, welche das Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des "Ziel2"-Wettbewerbs ausgeschrieben hat. Fördergegenstand in diesem Rahmen sind die Errichtung der öffentlichen Verleihstationen, das Projektmanagement und die Marketingkampagne zur Produkteinführung und -etablierung. Mit diesen Serviceinnovationen sowie durch umfassende Kommunikation soll das bereits bestehende, umfangreiche Radwegenetz touristisch deutlich besser in Wert gesetzt werden.

Ausgangssituation

Das radtouristische Basisangebot am Niederrhein ist gut und wird von den Besuchern auch so wahrgenommen. So wurde das Radwegenetz hinsichtlich seiner Qualität und seines Umfang im Rahmen der "Permanenten Gästebefragung" des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen Tourismus e.V. mit der Note 2,3 und damit besser als andere Angebotsbereiche bewertet.

Damit diese guten Angebote künftig noch stärker genutzt werden, der Radtourismus sich tatsächlich zu einem Kernangebot der Region Niederrhein entwickeln kann und bei möglichst vielen potenziellen Gästen auch so wahrgenommen wird, soll weniger der Ausbau von Radwegen als vielmehr die Inwertsetzung des vorhandenen Angebots durch außergewöhnliche Produkte und Serviceleistungen und deren wirksame Vermarktung im Mittelpunkt der regionalen Strategie stehen. Dazu ist es erforderlich, dass sich ein funktionierendes Netzwerk öffentlicher und privater Akteure dem Thema widmet. Für dieses Netzwerk haben die Niederrhein Tourismus GmbH, ihre Gesellschafter sowie private Partner mit erheblichen Eigenmitteln Voraussetzungen geschaffen, indem sie die Finanzierung einheitlich gestalteter Fahrräder ermöglichten, mit denen die Marke "Niederrhein" imagewirksam durch die Region getragen werden soll.

Eine Weiterentwicklung des damit entstehenden Kernprodukts "Fahrradverleih" durch innovative Zusatzserviceleistungen sowie eine umfassende und zielgruppenorientierte Vermarktung ist von den Partnern jedoch nicht allein finanzierbar – gleichwohl aber zwingend notwendig, wenn folgende Ziele erreicht werden sollen:

  • Aufwertung und Weiterentwicklung des Radangebots am Niederrhein (innovatives Verleihsystem, Services, touristische Angebote, Imagewirkung nach außen)
  • Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Erhöhung des Bekanntheitsgrads der Region Niederrhein durch gezielte Vermarktung des Kernthemas Radtourismus
  • Intensive Kooperation durch Verknüpfung verschiedener Partner aus unterschiedlichen Regionen und Branchen (Imagewirkung nach innen und außen, Identität)
  • Steigerung der Zahl der Übernachtungen und der Tagesgäste am Niederrhein
  • Optimierung der touristischen Wertschöpfung und Schaffung neuer Arbeitsplätze
  • Vernetzung mit anderen Regionen in Nordrhein-Westfalen, um das Land als Ganzes zu einer der Top-Destinationen für Rad(kurz-)urlaube zu entwickeln
  • Förderung des sanften Tourismus durch verbesserte Angebote für Radtouristen
  • Wirtschaftlicherfolgreicher Betrieb des Verleihsystems nach Ende der Förderung und intensive Weitervermarktung des Themas "NiederrheinRad" im Rahmen der Marketingaktivitäten der Niederrhein Tourismus GmbH (Nutzung von Synergieeffekten).

Das Marketingkonzept ist darauf ausgerichtet, die professionelle und offensive Vermarktung des "NiederrheinRad" in den Kernzielmärkten - im Umkreis von rund 300 km, insbesondere in Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden - sicherzustellen. Dabei werden neben den Projektträgern vor allem auch jene Institutionen einbezogen, welche die die erfolgreichen Projekte RevierRad und ruhrtalRad betreuen. Deren Know-How und Erfahrungen bilden eine wichtige Grundlage bei der schnellen, kostensparenden Planung und Umsetzung des Fahrradverleihsystems am Niederrhein. Auch wird so die Kompatibilität der Verleihsysteme sichergestellt, so dass sich potenzielle Interessenten - unabhängig davon, welchen Leihradtyp sie nutzen - frei in den Regionen Niederrhein und Ruhrgebiet bewegen können. Im Gegenzug wirkt das Projekt "NiederrheinRad" positiv auf Produktentwicklung und Vermarktung der bereits bestehenden Systeme zurück.

Weiterer wichtiger Partner im Bereich Vertrieb wird die Vertriebsplattform 2-LAND sein, die schon heute gezielt radtouristische Angebote in Deutschland und den Niederlanden vermarktet.

Projektdurchführung

Träger des Projekts NiederrheinRad ist die Niederrhein Tourismus GmbH mit ihren Gesellschaftern Kreis Kleve, Kreis Wesel, Kreis Viersen und der Stadt Krefeld. Projektpartner sind der Rhein-Kreis Neuss und die Stadt Duisburg. Die Nachfrage nach einem Einweg-Fahrradverleihsystem wurde aufgrund einer Befragung unter Touristen, sowohl an den Radstationen als auch in Hotels, ermittelt.

Das Projekt hat ein Finanzvolumen von 2.255.000 Euro. Hiervon wurden 20% (510.000 Euro) als Eigenmittel von Projektträger und Projektpartnern eingebracht.

Die Vernetzung erfolgt sowohl durch regelmäßige Sitzungen mit den Projektpartnern, um die Marketingmaßnahmen und andere Prozesse abzustimmen als auch in Workshops mit den beteiligten Verleihstationen, um Ideen und Neuerungen auszutauschen.

Derzeit erfolgt der Fahrradverleih zu 90% in Hotelbetrieben, die im Fahrradtourismus aktiv sind. Für diese ist es eine große Erleichterung, ihren Kunden im Rahmen des Projekts NiederrheinRad eine gleichbleibende Qualität anbieten zu können ohne dabei Lagerung, Kapitalbindung und Reparaturen eigenständig gewährleisten zu müssen. Größere Touristengruppen können somit Leihräder in einheitlicher Qualität erhalten. Die Stationen verteilen sich gleichmäßig über die Kreise Wesel, Kleve, Viersen und Neuss sowie die kreisfreien Städte Krefeld und Mönchengladbach. Einige Stationen befinden sich an Radstationen oder werden von einer Kommune über die Tourismusinformationsstelle direkt betrieben.

Zeitplan

  • 6/2008 - 9/2008: Erarbeitung Entwicklungskonzept, Marketingkonzept
  • 9/2008 - 1/2009: Akquisition Partner, Anschaffung Räder, Schulung Anbieter
  • 2/2009 - 6/2011: Umsetzung Angebote / Marketing (Phase mit Projektmittelunterstützung)
  • ab 1/2012: Fortsetzung eigenständiger Betrieb

Was wurde bisher erreicht

Es wurden 1000 Räder angeschafft, die der Projektträger mit einem separaten Budget finanziert hat. Zugleich wurden 55 Verleihstationen akquiriert, die jeweils 5-10 Räder abgenommen haben.

2010 stand die Imagewerbung im Vordergrund, um das System und die Räder bekannt zu machen. Von Mai bis September 2010 wurden über 8000 Fahrräder ausgeliehen - für das erste Jahr ein toller Erfolg. Die Gäste sind von der Qualität, der Möglichkeit zur Einwegmiete und dem umfassenden Service vollends begeistert.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Innovativ ist sicherlich das flächendeckende Verleihsystem mit einer gleichbleibenden Qualität der Fahrräder. Gruppen können bequem mit dem ÖPNV anreisen, denn ihre Räder warten bereits vor Ort. Dies ist insbesondere auch für Busreiseveranstalter interessant, die sich in diesem Segment für ihre Kunden stark machen möchten. Aber vor allem die Hotels profitieren von diesem System und. müssen keine großen Investitionen in eigene Räder vornehmen. Wartung und Reparaturen werden zentral geregelt, ein Austausch der Räder erfolgt direkt nach Reklamation.

Finanzierung

Finanzierung: 
EU-Mittel
Landesmittel
Kommunale Mittel
Gesamtvolumen: 
500 000 €
Erläuterungen: 
Investitionen: 500.000 Euro; lfd. Kosten: 751.000 Euro für 3 Jahre

Evaluation

Evaluation: 
ja
Erläuterungen: 
Das Projekt läuft noch bis 31.12.2011. Danach ist die Evaluation geplant.

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 
Niederrhein Tourismus GmbH
Projektbeteiligte: 
Kreis Wesel, Kreis Kleve, Kreis Viersen, Rhein-Kreis-Neuss, Stadt Krefeld, Stadt Duisburg

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
nein
Projektstart: 
März 2009
Projektende: 
Dezember 2011

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 
Projektkoordinatorin
Frau Martina Baumgärtner
Willy-Brandt-Ring 13
41747 Viersen
Telefon: 02162-8179-306
Telefax: 02162-8179-333
E-mail: baumgaertner@wfg-kreis-viersen.de
WWW: www.niederrhein-tourismus.de

Meta-Info
Stand der Information
1. Dezember 2010
Autor
Martina Baumgärtner, Niederrhein Tourismus GmbH
NRVP-Handlungsfelder
Fahrradthemen
Schlagworte
Land
Nordrhein-Westfalen