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Kombination von Finanzierungsmöglichkeiten

Fahrrad-Stadtplan Dresden 2005 - ein Kooperationsprojekt

Der Fahrrad-Stadtplan Dresden 2005 – ein attraktives Mittel der Öffentlichkeitsarbeit
Der Fahrrad-Stadtplan Dresden 2005 – ein attraktives Mittel der Öffentlichkeitsarbeit © Landeshauptstadt Dresden

Fahrradstadtpläne sind in größeren Städten ein etabliertes Mittel, um mit dem Rad gut befahrbare Routen aufzuzeigen und so den Nutzern den aktuellen Stand des Netzes zu verdeutlichen. Zugleich erfüllen sie eine wichtige Funktion der Öffentlichkeitsarbeit, da sie wichtige Zusatzinformationen z.B. zum Abstellen, zu Fahrradgeschäften oder zum Verkehrsverhalten vermitteln. Sofern sie professionell gemacht sind, dienen sie zugleich als Imageträger für den Alltagsradverkehr.

Für Dresden wurden auf Initiative des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, Ortsgruppe Dresden (ADFC) 1996 in Zusammenarbeit mit einem Verlag und 2001 in Zusammenarbeit mit der Stadt Fahrradstadtpläne realisiert. Für die Auflage 2005, die wiederum in Zusammenarbeit von ADFC und Stadtverwaltung erscheinen sollte, stellte sich die Aufgabe, einen möglichst noch größeren Nutzerkreis zu erreichen und die finanziellen Belastungen des Herausgebers zu minimieren.

Um das erste Ziel zu erreichen, sollte die Qualität verbessert (günstigerer Maßstab, Darstellung des Umlandes, Beiheft) und der Preis gegenüber früheren Auflagen verringert werden. Damit letzteres nicht zu zusätzlichem Finanzaufwand führt, waren neue Finanzwege zu suchen. Dabei wurde Bewährtes mit Neuem kombiniert.

Die Aufwendungen für die Erstellung des Dresdner Fahrrad-Stadtplanes 2005 konnten durch mehrere Maßnahmen begrenzt werden. Die inhaltliche Leistung, d.h. das Abfahren und Bewerten der Strecken und die Sammlung weiterer Informationen wurde durch den ADFC in ehrenamtlicher Arbeit, organisatorisch z.T. unterstützt durch einen 1-Euro-Job, geleistet. Die Streckendaten wurden dabei so aufbereitet, dass diese als Datensätze direkt mit der digitalen Stadtkarte verknüpft werden konnten und die grafische Information zur Streckenklassifizierung automatisch erzeugt wurde. Die Bearbeitung durch das städtische Vermessungsamt (faktische Eigenmittel im Wert von etwa 6.000 Euro) und die Nutzung der digitalen Stadtkarte waren weitere kostensenkende Faktoren.

Um die höhere Auflage des neuen Fahrrad-Stadtplanes zu einem günstigen Verkaufspreis anbieten zu können, war zudem nach externer finanzieller Unterstützung zu suchen. Die Landeshauptstadt Dresden war in dieser Zeit Mitwirkende am Projekt UrBike, einem EU-Projekt zur Radverkehrsthematik. In diesem INTERREG III-C geförderten Projekt arbeiten europäische Städte mit unterschiedlichen Entwicklungsständen bei der Fahrradintegration zusammen. Der Dresdner Fahrrad-Stadtplan konnte als ein Dresdner Teilprojekt mit Mitteln in Höhe von 1.500 Euro unterstützt werden.

Darüber hinaus wurden (dem Thema verbundene) Anzeigenkunden für den Stadtplan gesucht, wobei in einer relativ kurzen Zeit eine gute Resonanz erreicht wurde. Insgesamt konnten etwa 6.000 Euro durch Anzeigen eingenommen werden. Die Anzeigen wurden an prägnanter Stelle im Beiheft und auf dem Umschlag untergebracht.

Durch das Zusammenwirken dieser Maßnahmen konnte erreicht werden, dass der Fahrrad-Stadtplan Dresden im Juni 2005 in einer Auflage von 8.000 Stück erscheinen konnte. Zum Preis von 3 Euro erhalten die Käufer einen vollwertigen aktuellen amtlichen Stadtplan im Maßstab 1:20.000, der zusätzlich die Fahrradthematik darstellt und auch für Ausflüge in das nähere Umland geeignet ist.

Der Fahrrad-Stadtplan erfreut sich einer guten Resonanz. Innerhalb eines halben Jahres konnte knapp die Hälfte der Auflage verkauft werden. Als Vertriebsweg wurden städtische Einrichtungen, ausgewählte Buchhändler sowie Kooperationspartner wie der örtliche ADFC genutzt. An 60 Verkaufsstellen im Stadtgebiet ist die Karte erhältlich. Der Fahrradstadtplan kann sowohl gedruckt als auch digital über den Online-Kartenshop des Dresdner Vermessungsamtes erworben werden.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Es handelt sich um ein Beispiel enger Kooperation verschiedenster Partner mit dem Ziel, das Erscheinen des Fahrrad-Stadtplanes zu ermöglichen und seine Finanzierung durch unterschiedlichste Beiträge zu ermöglichen. Es ist auf ein breites Spektrum der Öffentlichkeitsarbeit für den Radverkehr übertragbar.

Finanzierung

Finanzierung: 
EU-Mittel
Kommunale Mittel
Sponsoring, Spenden
Erläuterungen: 
Investitionskosten: nicht angebbar, da erhebliche Anteile ehrenamtlicher Arbeit sowie Sachbeiträge. Kosten des Vertriebs werden über den Verkaufspreis mit finanziert

Evaluation

Evaluation: 
ja
Erläuterungen: 
über die Anzahl verkaufter Exemplare (Preis 3,00 Euro)

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 
Landeshauptstadt Dresden
Projektbeteiligte: 
  • Landeshauptstadt Dresden (Vermessungsamt)
  • Landeshauptstadt Dresden (Hauptabteilung Mobilität)
  • Landeshauptstadt Dresden (Presseamt)
  • ADFC Ortsgruppe Dresden

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
nein
Projektstart: 
Juni 2004
Projektende: 
Juni 2005

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 
Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC)
Ortsgruppe Dresden
Schützengasse 16
01067 Dresden
Telefon: +49(0)351/4943321
Telefax: +49(0)351/4943400
E-mail: info@adfc-dresden.de

Kommunale Ansprechpartner: 
Dr. Kerstin Burggraf
Landeshauptstadt Dresden
Hauptabteilung Mobilität, Abt. Verkehrsentwicklungsplanung
Postfach 120 020
01001 Dresden
Telefon: +49(0)351/4883448
Telefax: +49(0)351/4883275
E-mail: KBurggraf@Dresden.de

Meta-Info
Stand der Information
3. November 2005
Autor
Herr Haase (ISUP GmbH) in Zusammenarbeit mit Frau Dr. Burggraf (Landeshauptstadt Dresden, Hauptabteilung Mobilität)
NRVP-Handlungsfelder
Fahrradthemen
Schlagworte
Land
Sachsen