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Evaluation im Radverkehr

Erarbeitung eines Leitfadens für Kommunen

Fahrrad vor Radabstellplätzen
© P. Scharfe

Projektidee und –ziele

Die Förderung des Radverkehrs spielt für den Klimaschutz, die öffentliche Gesundheit sowie die urbane Lebensqualität eine große Rolle. Robuste Nachweise über die Wirkung von Radverkehrsmaßnahmen existieren bisher allerdings kaum.

Generell wurden Wirkungsevaluationen im Verkehrsbereich in den letzten Jahren wichtiger. Die Ermittlung der Wirkungen von Maßnahmen im Radverkehr stellt aber weiterhin eine Herausforderung dar. Das liegt unter anderem an den großen Schwankungen in der Fahrradnutzung. Weiterhin wirken viele Maßnahmen eher lokal.

Im Projekt wird deshalb ein radverkehrsspezifischer Evaluierungsleitfaden entwickelt. Dieser gibt Kommunen praktische Hilfestellungen bei eigenen Evaluierungsvorhaben an die Hand. Somit soll er Hürden für die Durchführungen von Evaluierungen senken und die Qualität der durchgeführten Evaluierungsprojekte erhöhen.

Der Leitfaden wird dabei zunächst die Arten, Ziele und Phasen möglicher Evaluierungsvorhaben vorstellen. Eine radverkehrsspezifische Vertiefung dieser Inhalte erfolgt anhand von Fallbeispielen. Außerdem werden konkrete Vorschläge für die Evaluierung typischer Radverkehrsmaßnahmen entwickelt.

Zusätzlich werden im Projekt ausgewählte Pilotkommunen bei der Durchführung von eigenen Evaluierungen unterstützt. Die dabei gesammelten Erfahrungen fließen ebenfalls in den Leitfaden ein.

Geplante Projektdurchführung

Die Professur für Verkehrsökologie der Technischen Universität Dresden wird das Projekt zwischen Juli 2016 und September 2018 bearbeiten. Geplant sind die folgenden Arbeitsschritte:

  • Juli - Oktober 2016: Ermittlung der kommunalen Problemlagen und des UnterstützungsbedarfsIn diesem Zeitraum wird eine Befragung durchgeführt, um die Inhalte des geplanten Leitfadens auf die Bedürfnisse der Radverkehrsbeauftragten abzustimmen. Gleichzeitig erfolgt in diesem Arbeitsschritt die Ansprache und Auswahl der Pilotkommunen.
  • September 2016 - Juni 2017: Aufarbeitung des Forschungsstands und Entwicklung von Evaluierungsansätzen
  • Es werden Fallbeispiele gesammelt und Evaluierungskonzepte für verschiedene Maßnahmen erarbeitet. Grundlage des Arbeitspakets ist eine breite Analyse der Literatur sowie die Auswertung von Experteninterviews.
  • März 2017: Durchführung eines Nutzerworkshops
    Im Nutzerworkshop werden die Ergebnisse der Online-Erhebung präsentiert sowie die geplanten Inhalte des Leitfadens vorgestellt. Gleichzeitig dient der Workshop als Auftaktveranstaltung für die Zusammenarbeit mit den Pilotkommunen.
  • März 2017 - September 2018: Wissenschaftliche Begleitung von Pilotevaluierungen
    Sechs Pilotkommunen werden bei eigenen Evaluierungen unterstützt. Damit kann die Praxistauglichkeit der erarbeiteten Konzepte getestet werden. Außerdem werden die Erfahrungen in den Pilotkommunen zur weiteren Anpassung des Leitfadens an die Bedürfnisse der Kommunen genutzt.
  • September 2018: Erstellung und Verbreitung eines Leitfadens zur Evaluierung von Radverkehrsmaßnahmen
    Abschließend wird ein Handlungsleitfaden entwickelt. Der Leitfaden wird über geeignete Kanäle wie E-Mail-Verteiler, Fachartikel oder Beiträge auf Konferenzen beworben und verbreitet. Er wird nach Projektende auch online verfügbar sein.

Erwartete Projektergebnisse

Häufig bleibt unklar, ob die aktuell verfolgte Radverkehrspolitik Erfolge zeigt. Ohne dieses Wissen werden Investitionen jedoch möglicherweise falsch priorisiert. Deshalb müssen die Wirkungen von Projekten regelmäßig überprüft werden. Vielen Kommunen fehlen allerdings oft die Ressourcen, um geeignete Evaluierungskonzepte umzusetzen.

Vor diesem Hintergrund werden die folgenden Projektergebnisse erwartet:

Direkte Ergebnisse

  • Vorliegen einer Sammlung von Fallbeispielen, an denen sich zukünftige Evaluierungen orientieren können
  • Existenz von konkreten Evaluierungskonzepten für verschiedene Maßnahmentypen
  • Entwicklung eines Anwenderleitfadens für die Evaluierung von Radverkehrsmaßnahmen

Mittelfristige / indirekte Projektwirkungen

  • Verringerung des Aufwands für die Erarbeitung von Evaluierungskonzepten
  • Erhöhung der Anzahl durchgeführter Evaluierungen im Radverkehr
  • Verbesserung der Qualität von Evaluierungsvorhaben
  • ggf. Standardisierung der Evaluierungsansätze und Messgrößen und damit Erhöhung der Vergleichbarkeit von Evaluierungsergebnissen

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Der Leitfaden erleichtert den Einstieg in die Evaluierung von Maßnahmen. Dies kann mittelfristig die Anzahl der evaluierten Projekte erhöhen. Insgesamt steigt damit die Wissensbasis bezüglich der Wirkungen von Maßnahmen im Radverkehr. Dieses Wissen kann in zukünftige Projekte einfließen und die Effektivität der kommunalen Radverkehrsförderung erhöhen.
 

Finanzierung

Finanzierung: 
Bundesmittel
Gesamtvolumen: 
115 369 €
Erläuterungen: 

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) gefördert. Förderzeitraum ist der 1. Juli 2016 bis 30. September 2018.

Evaluation

Evaluation: 
ja
Erläuterungen: 

Für das Projekt wurden geeignete Zwischenziele (z.B. Fragebogenrücklauf, Anzahl Fallbeispiele und Evaluierungskonzepte) gesetzt. Diese werden kontinuierlich überprüft. Der Leitfaden selbst wird durch eine Nutzerbefragung zum Abschluss des Projekts evaluiert.

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 

TU Dresden, Fakultät Verkehrswissenschaften, Institut für Verkehrsplanung und Straßenverkehr, Professur für Verkehrsökologie

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
nein
Projektstart: 
Juli 2016
Projektende: 
Dezember 2018

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 

Julia Gerlach
TU Dresden, Professur für Verkehrsökologie
Hettnerstraße 1, 01069 Dresden
Telefon: 0049 / (0)351 - 463 36561
Telefax: 0049 / (0)351 - 463 37718
julia.gerlach@tu-dresden.de
https://tu-dresden.de/bu/verkehr/ivs/voeko

Meta-Info
Stand der Information
18. August 2016
Autor
Julia Gerlach (TU Dresden, Professur für Verkehrsökologie), Susan Hübner (TU Dresden, Professur für Verkehrsökologie)
NRVP-Handlungsfelder
Fahrradthemen
Schlagworte
Land
Deutschland