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TRASHH

Einsatzmöglichkeiten von Lastenrädern in kommunalen Unternehmen

Robert Dahlke, Mitarbeiter der Stadtreinigung Hamburg, bei der ersten Probefahrt mit einem Elektro-Lastenrad vor dem Umbau
Robert Dahlke, Mitarbeiter der Stadtreinigung Hamburg, bei der ersten Probefahrt mit einem Elektro-Lastenrad vor dem Umbau © Stadtreinigung Hamburg

Das Forschungsprojekt TRASHH - Technologisch-wirtschaftliche Analyse der Einsatzmöglichkeiten von Lastenrädern in kommunalen Einrichtungen öffentlichen Rechts am Beispiel der Stadtreinigung Hamburg – untersucht Einsatzpotenziale von elektrisch unterstützten Lastenrädern (E-Lastenrädern) für öffentliche Organisationen und Dienstleister am Beispiel der Stadtreinigung Hamburg.

Dazu werden in einem ersten Schritt aktuelle Prozesse der Stadtreinigung Hamburg, bei denen heute leichte Nutzfahrzeuge zum Einsatz kommen, umfassend analysiert, sowohl hinsichtlich ihrer Abläufe und Rahmenbedingungen, als auch hinsichtlich wirtschaftlicher Anforderungen. In einem zweiten Schritt wird ermittelt, bei welchen dieser Prozesse die zurzeit eingesetzten leichten Nutzfahrzeuge durch ein E-Lastenrad ersetzt werden können. Danach folgt eine Testphase mit dem Einsatz von 10 E-Lastenrädern im Alltag der Stadtreinigung Hamburg. Diese Testphase wird durch das DLR Institut für Verkehrsforschung wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Aufbauend auf den so gewonnen Erkenntnissen wird abgeleitet, unter welchen Umständen und Rahmenbedingungen auch in anderen Organisationen und Städten der Einsatz von E-Lastenrädern statt von leichten Nutzfahrzeugen mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren möglich und sinnvoll sein kann.

Ziel des Projekts ist es, Umweltbelastungen durch Fahrzeuge im Dienstleistungsbereich zu vermeiden. Die kommunalen Einrichtungen möchten dabei eine Vorreiterrolle einnehmen. Gleichzeitig sind kommunale Unternehmen stets auf der Suche nach effizienteren Wegen der Arbeitsumsetzung, etwa durch den Einsatz von in Anschaffung und Betrieb günstigeren Lastenrädern. Die Nutzung von E-Fahrzeugen wäre so nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich nachhaltiger.

Mit ihrem komplexen Aufbau und den vielfältigen verantwortungsvollen Aufgaben ist die Stadtreinigung Hamburg (SRH) der ideale Praxispartner für den Piloteinsatz von E-Lastenrädern. Die SRH verfügt über 40 Standorte in Hamburg und betreibt Verwaltungsgebäude, Recyclinghöfe, eine Müllverbrennungsanlage, Werkstätten, ein Kompostwerk, Containerplätze und Second-Hand-Geschäfte. Alleine über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für die Reinigung öffentlicher Verkehrsflächen (Gehwege, Plätze, Radwege und Straßen) im Einsatz. Die Mobilität der Beschäftigten wird aktuell fast ausschließlich durch Kfz gewährleistet. Alle Arbeitsabläufe sind zwar an bestimmten Meta-Standards orientiert, gleichwohl müssen diese Abläufe an die jeweilige Situation angepasst werden. Erste Analysen der SRH haben vielversprechende Einsatzfelder ergeben. So stellt das Befreien der Pfandregale von Müll einen möglichen Einsatzbereich dar. Bei der Verrichtung von aperiodischen Sondereinsätzen könnten Lastenräder ebenso eingesetzt werden wie bei den sogenannten Kümmerern in der ganzen Stadt.

Während der Projektlaufzeit von TRASHH (2016-2019) wird der Alltagseinsatz mit zehn E-Lastenrädern pilotiert.

Neben der wirtschaftlichen und technologischen Machbarkeitsuntersuchung ist es ein wesentlicher Aspekt des Projekts TRASHH, festzustellen, wie Nutzerinnen und Nutzer für den Einsatz von E-Lastenrädern im Berufsalltag motiviert werden und wie man den Nutzen der Räder für sie maximieren kann. Ausgehend von den in TRASHH gewonnenen Erkenntnissen werden generelle Handlungsempfehlungen für kommunale Unternehmen zum wirtschaftlichen Einsatz von E-Lastenrädern formuliert. Diese Projektergebnisse und die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen werden in einer bebilderten Broschüre dargestellt. Die Broschüre wird Vertreterinnen und Vertretern von Stadtreinigungsunternehmen und Anstalten des öffentlichen Rechts bzw. kommunale Unternehmen im deutschsprachigen Raum adressieren.

Ein „Runder Tisch“, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern kommunaler Organisationen, Lastenradherstellern und der Wissenschaft, begleitet das Projekt.

 

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Bisher gibt es insgesamt noch keine belastbaren Aussagen über den erfolgreichen wirtschaftlichen Einsatz von E-Lastenrädern in kommunalen Unternehmen. Die Erkenntnisse, die in TRASHH gewonnen werden, sollen einer breiten Übertragbarkeit nicht nur auf andere Stadtreinigungsunternehmen dienen, sondern auch auf andere Anstalten des öffentlichen Rechts übertragen werden können und ebenso als gutes Beispiel bzw. Leuchtturmprojekt für Unternehmen des privaten Sektors dienen. Das Konzept des Projekts ist darauf ausgerichtet, eine möglichst breite Öffentlichkeit zu erreichen, um für den gewerblichen E-Lastenradeinsatz in kommunalen und privaten Unternehmen zu werben. Das Projekt wird von der Kommunikations- und Presse-Abteilung der SRH fortwährend durch eine professionelle Kommunikationsarbeit (Pressemitteilungen, soziale Medien, etc.) in der Öffentlichkeit begleitet, und die Ergebnisse werden einem breiten Zielpublikum vermittelt. Das DLR wird vor allem Ergebnisse in der Wissenschafts-Community über Fachartikel und auf Konferenzen verbreiten. Weiterhin werden im Projekt Beispiele aufgezeigt, wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motiviert werden können, neue Fahrzeugtechnologien erfolgreich im Alltag einzusetzen.

Finanzierung

Finanzierung: 
Bundesmittel
Private Mittel (ohne Sponsoring und Spenden)
Gesamtvolumen: 
308 484 €
Erläuterungen: 

Der Hauptteil der Projektkosten sind Personalkosten der Begleitforschung. Die zehn Elektro-Lastenräder für den Langzeittest bei der Stadtreinigung Hamburg werden von ihr selbst beschafft, erhalten aber in der Abschreibung eine Förderung von 50%.

Das Projekt TRASHH wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans gefördert.

Evaluation

Evaluation: 
ja
Erläuterungen: 

Die Evaluation erfolgt im Rahmen des Projekts, im Laufe der zweiten Projekthälfte, wenn die Piloteinsätze der E-Lastenräder bereits über einen Mindestzeitraum von 12 Monaten erfolgt sind.

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 

Dr.-Ing. Verena Ch. Ehrler; Lukas Schäfer

Projektbeteiligte: 
  • Deutsches Zentrum für Luft und Raumfahrt e.V. (DLR) Institut für Verkehrsforschung
  • Stadtreinigung Hamburg

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
nein
Projektstart: 
Mai 2016
Projektende: 
April 2019

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Öffentlichkeitsarbeit:

  • Bericht in der ZDF-Drehscheibe vom 7.6.2017

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 

Dr.-Ing. Verena Ch. Ehrler
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) Institut für Verkehrsforschung
Rutherfordstraße 2, 12489 Berlin
Telefon: +49 (0) 30 67055-453
Telefax: +49 (0) 30 67055-283
E-Mail: verena.ehrler@dlr.de
www.dlr.de/vf/

Kommunale Ansprechpartner: 

Lukas Schäfer
Stadtreinigung Hamburg, Kommunikation und Innovation
Bullerdeich 19, 20537 Hamburg
Telefon: +49 (0) 40 2576-1074
Telefax: +49 (0) 40 2576-1019
E-Mail: l.schaefer@srhh.de
www.stadtreinigung.hamburg

Meta-Info
Stand der Information
11. August 2016
Autor
Dr.-Ing. Verena Charlotte Ehrler, Dr. Christian Rudolph (DLR); Christoph Hipp, Lukas Schäfer (Stadtreinigung Hamburg)
NRVP-Handlungsfelder
Elektromobilität
Radverkehrsplanung und -konzeption
Fahrradthemen
Logistik und Transport
Pedelecs
Schlagworte
Arbeitgeber
Lastenfahrrad
Land
Hamburg