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Stärkung des Radverkehrs als Zubringer zum ÖPNV

DeinRadschloss - Sichere, digital gesteuerte Radabstellanlagen im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR)

Doppelstockanlage in Oberhausen-Sterkrade in Originalfarben
Doppelstockanlage in Oberhausen-Sterkrade in Originalfarben © Kienzler Stadtmobiliar GmbH

Einleitung

Der VRR (Verbundkoordinator) und die Städte Bochum, Dortmund, Duisburg, Ennepetal, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Krefeld, Langenfeld, Mönchengladbach, Monheim, Mülheim a.d.R., Oberhausen und Ratingen haben sich am Förderwettbewerb "Klimaschutz durch Radverkehr" des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) mit dem Projekt "DeinRadschloss" beteiligt.

Ziel

Durch "DeinRadschloss" soll das inter- und multimodale Verkehrsverhalten zu Gunsten des Umweltverbundes gefördert und das Fahrrad insbesondere im Zubringerverkehr zum ÖPNV gestärkt werden. Das Projekt sieht den Bau von modernen, hochwertigen Fahrradabstellanlagen mit digitalem Hintergrundsystem an Verknüpfungspunkten zum ÖPNV im VRR-Raum vor. Hierdurch halten auch die neuen Bike+Ride-Anlagen mit der fortschreitenden Digitalisierung Schritt.

Durchführung

Bis Ende 2018 wurden in den 14 Kommunen an 61 Standorten mehr als 900 neue sichere Stellplätze realisiert. Zum Einsatz kommen hier sowohl Boxen für einzelne Fahrräder als auch Sammelabstellanlagen. Auch wird ein Zugang zu einer bestehenden Radstation umgerüstet und mit einem DeinRadschloss-Zugang ausgestattet. Das Gesamtvolumen der Maßnahmen beträgt ca. 4 Millionen Euro.

Unter dem Markennamen "DeinRadschloss" können Fahrgäste unter www.dein-radschloss.de Stellplätze via Internet und Smartphone suchen, buchen und bezahlen. Nach einer einmaligen Registrierung kann der Kunde alle DeinRadschloss-Anlagen im Verbundraum nutzen. Um vor Ort auf die Abstellanlagen zugreifen zu können, kann auch eine ÖPNV-Chipkarte genutzt werden. Bereits heute haben diverse Verkehrsunternehmen "DeinRadschloss" in ihr digitales Angebot (App) integriert und können ihren Kunden somit ein ganzheitliches Mobilitätsangebot machen. Um eine höhere Auslastung zu erreichen und auch Gelegenheitsfahrern die Nutzung zu ermöglichen, werden an allen Standorten auch Stellplätze zur Kurzzeitmiete für Tages- und Wochenbuchungen angeboten.

Damit Radfahrer die neuen Boxen in allen beteiligten Städten direkt auf den ersten Blick erkennen, hat der VRR gemeinsam mit einer Kreativagentur und in Abstimmung mit den Kommunen ein markantes Design entwickelt. Der Schriftzug "DeinRadschloss" wird in einer auffälligen Wort-Bild-Marke mit einem stilisierten Fahrrad sowie einem Smartphone mit Schloss kombiniert. Damit betonen die Projektpartner auch in der Gestaltung den zentralen Vorteil des verbundweiten Systems: Radfahrer können bequem von unterwegs via Smartphone einen Platz buchen und benötigen abgesehen von ihrem gewählten Zugangsmedium keine weitere Ausrüstung, um die Boxen oder Sammelanlagen zu öffnen. Vor Ort in den Kommunen werden Piktogramme mit lokalem Bezug auf die Fahrradabstellanlagen aufgebracht, um die Identifikation mit der Stadt zu fördern. Insgesamt ist das Design sehr prägnant mit einer auffälligen Farbgestaltung, damit die Nutzer das System sowohl im Stadtbild als auch online auf der Website jederzeit wiedererkennen.

Fazit

Eine Hochrechnung erster Erhebungsdaten ergab, dass eine jährliche Emissionsminderung von über 70 Tonnen CO2-Äquivalent erzielt werden kann; davon entfällt der Hauptteil auf verlagerte Pkw-Wege. Die überwiegende Nutzung fällt im Berufsverkehr an.

Weitere Kommunen können sich mit neuen Radabstellanlagen an das System anschließen. Der Erfolg des Projekts veranlasste den VRR, künftig die Investitionen zur Errichtung neuer Anlagen im DeinRadschloss-System zu fördern. So könnte die Gesamtanzahl an Stellplätzen in diesem Projekt zukünftig sukzessive ansteigen. Darüber hinaus wird auch die qualitative Weiterentwicklung, z. B. durch die Integration eines Lastenrad- oder Pedelecverleihs, geprüft. Hierdurch soll DeinRadschloss zu einem wichtigen Bestandteil eines überregionalen Netzes von Mobilstationen werden.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Im Zuge der Entwicklung multi- und intermodaler Verkehrsangebote stellt das Fahrrad einen wichtigen Baustein dar. Insbesondere als Zubringer zum ÖPNV spielt es eine zunehmend wichtige Rolle. Durch die steigende Verfügbarkeit von Pedelecs/E-Bikes werden die Einzugsgebiete von Bahnhöfen und Haltestellen immer größer. Um eine sichere Abstellung dieser Fahrräder zu ermöglichen, sind gut ausgestattete B+R-Anlagen eine wichtige Voraussetzung. Hierzu soll DeinRadschloss einen wichtigen Beitrag leisten.

Finanzierung

Finanzierung: 
Bundesmittel
Kommunale Mittel
Gesamtvolumen: 
4 000 000 €
Erläuterungen: 

Förderprogramm "Klimaschutz durch Radverkehr" des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU). Die Förderhöhe betrug je nach Haushaltslage der Projektpartner 70 % oder 90 %. Die Mittel mussten durch Komplementärmittel der Kommunen bzw. des VRR ergänzt werden. Betriebskosten wurden nicht gefördert und sind durch die Projektpartner zu tragen.

Evaluation

Evaluation: 
ja
Erläuterungen: 

Es wurden die Buchungs- und Nutzungsdaten aus dem Hintergrundsystem von DeinRadschloss ausgewertet. Zudem wurde eine Befragung der registrierten Nutzer durchgeführt.

Da die erste Evaluation durchgeführt wurde, als noch nicht alle Anlagen in Betrieb waren, bleiben die Ergebnisse einer Folgeevaluation nach einer ersten vollständigen Fahrradsaison abzuwarten.

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 

Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR

Projektbeteiligte: 
  • VRR
  • 14 Städte: Bochum, Dortmund, Duisburg, Ennepetal, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Krefeld, Langenfeld, Mönchengladbach, Monheim, Mülheim a.d.R., Oberhausen und Ratingen

Laufzeit

Projektstart: 
Januar 2017
Projektende: 
Dezember 2018

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 

Bettina Blume
Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR
Projektkoordination DeinRadschloss
Augustastr. 1
45879 Gelsenkirchen
Telefon: 0209/1585-273
Telefax: 0209/1585- 123273
E-Mail: blume@vrr.de

Meta-Info
Stand der Information
31. Mai 2019
Autor
Bettina Blume, Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR
NRVP-Handlungsfelder
Fahrradthemen
Schlagworte
Land
Nordrhein-Westfalen