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Radabstellplätze, Doppelstock-Radboxen, Radservice sowie hochwertige Architektur verbunden mit optimaler Lage und Funktion

Bike & Ride Station am Hauptbahnhof Salzburg – Zugang Schallmoos

Bike & Ride Schallmoos bei Tag
Bike & Ride Schallmoos bei Tag © Stadt Salzburg - Weiss

Ausgangslage

Die Situation für den Radverkehr am Salzburger Hauptbahnhof ist seit Jahren prekär. Seit der Fertigstellung des Bahnhofsvorplatzes im Jahr 1999 ist das Radabstellchaos immer größer geworden. Die Radgarage im Lokalbahnhof im ersten Tiefgeschoss wird von den Kunden der Österreichischen Bundesbahnen ÖBB aufgrund ihrer Lage nicht angenommen. Hunderte Räder werden daher am Bahnvorplatz teilweise wild abgestellt. Der Neubau des Hauptbahnhofs bot die Gelegenheit, durch Errichtung einer Bike & Ride Station die Situation der Radfahrenden ÖV-Kunden zu verbessern. Ausgehend von Erfahrungen aus den Niederlanden wurde errechnet, dass bei ca. 11% Radverkehrsanteil bei den ÖV-Kunden mittelfristig ein Bedarf von ca. 2000 Radabstellplätzen im Bereich des Hauptbahnhofs besteht. Da am Bahnhofsvorplatz aufgrund der hohen Nutzungsdichte wenig Platz zur Verfügung steht, wurde auf der Rückseite des Bahnhofs im Stadtteil Schallmoos eine Fläche gesucht. Da dieser Bahnhofszugang von Schallmoos aufgewertet werden sollte, um den Bahnhofsvorplatz verkehrsmäßig zu entlasten, war das die ideale Voraussetzung für eine Bike & Ride Station.

Ziel des Projekts war, eine komfortable Infrastruktur für den Radverkehr von und zum Hauptbahnhof zu schaffen und dadurch eine Verlagerung des Radverkehrs vom überlasteten Bahnhofsvorplatz nach Schallmoos zu erreichen.

Projektdurchführung

Durch die frühzeitige Bedarfsanmeldung konnte die Bike & Ride Station architektonisch in das Zugangsbauwerk integriert werden. Die Planung erfolgte durch das Architekturbüro Kada/Wittfeld, das den gesamten Bahnhofumbau betreute. Die Planungsvorgaben kamen großteils von den Vertretern der Stadt Salzburg bzw. der ÖBB-Infrastrukturgesellschaft m.b.H. Um eine möglichst opimale Ausnutzung der Fläche zu erreichen, wurde eine zweistöckige Anlage mit Auffahrtsrampen gebaut und doppelstöckige Abstelllösungen gesucht. Nach Bemusterung mehrerer Produkte fiel die Entscheidung für den Doppelstockständer "Easylift" der Fa. Velopa, der das beste Preis-Leistungsverhältnis aufwies. Der Easylift zeichnet sich vor allem durch den hohen Komfort bei der Benutzung der oberen Ständerebene aus. Neben 600 Radabstellplätzen mit Easylift Doppelstock-Radständern wurden noch 64 Doppelstock-Radboxen der Fa. Orion Bausysteme mit elektronischem Schließsystem der Fa. Medatec eingebaut. Die Anlage hat ein kleines Radgeschäft mit Serviceangebot sowie eine Rad-Self-Service-Station.

Den Betrieb der Bike & Ride Station hat die Stadt Salzburg übernommen, die mit der Fa. Mobility System Austria GmbH eine Betreiberfirma mit sozialem Hintergrund gefunden hat, die auch Räder für behinderte Personen anbietet bzw. verleiht.

Die Gesamtkosten der Bike & Ride Station betragen ca. 1,6 Mio. Euro (ca. 2.400 Euro pro Radabstellplatz), wobei ca. 50% der Kosten auf die aufwendige Dachkonstruktion entfallen. Die Kosten werden zu 50% von den ÖBB getragen und zu je 25% von Stadt und Land Salzburg, wobei Stadt und Land je 80.000 Euro aus Bundesmitteln gefördert bekommen. Die Umsetzung wurde folgendermaßen durchgeführt:

  • Entwurf, Planung - 2013
  • Baubeginn und Rohbau - Herbst 2013
  • Ausbauarbeiten - 2014
  • Ausstattung Radständer/Radboxen - Herbst 2014
  • Inbetriebnahme - November 2014

Aktueller Stand, Jänner 2016

Nach einem Jahr wird die Bike & Ride Station am Zugang Schallmoos bereits sehr gut angenommen. Die Rückmeldungen der Kunden/innen sind sehr positiv. Die hohe Auslastung der oberen Ebene der Radständer zeigt, dass das richtige Modell gewählt wurde. Die oberen Radboxen sind zwar weniger komfortabel, aber trotzdem zu 100% vermietet. Die durchschnittliche Auslastung beträgt ca. 2/3, an Spitzentagen bereits 80%, sodass es schon Überlegungen gibt, eine dritte Ständerebene einzubauen.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Das Beispiel zeigt, dass hochwertige Architektur, optimale Funktion, hochwertige Ausstattung und die ideale Lage eine Erfolgsgarantie darstellen. Vor allem die Lage nahe am Zugang zu den Bahnsteigen ist die entscheidende Voraussetzung, dass eine Bike & Ride Station angenommen wird.
 

Finanzierung

Finanzierung: 
Kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
Private Mittel (ohne Sponsoring und Spenden)
Sonstige
Gesamtvolumen: 
1 612 000 €
Erläuterungen: 

Dieses Projekt wird im Rahmen des ISR - Förderprogrammes (Intermodale Schnittstellen Radverkehr) aus Mitteln des Klima- und Energiefonds als Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutzes im Verkehrs gefördert.
 

Evaluation

Evaluation: 
ja
Erläuterungen: 

Zählungen und Kundenbefragungen werden durchgeführt.
 

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 

Stadt Salzburg, MA 6/00 Baudirektion / Radverkehrskoordination
 

Projektbeteiligte: 

ÖBB (Österreichische Bundesbahn), Land Salzburg

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
ja
Projektstart: 
November 2014

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 

Radverkehrskoordinator
Peter Weiss
Magistrat Salzburg
MA 6/00 - Baudirektion
Franz-Josef-Str. 8
A-5024 Salzburg
Telefon: +43(0)662/8072-2735
Telefax: +43(0)662/8072-722735
E-mail: peter.weiss@stadt-salzburg.at
WWW: www.stadt-salzburg.at
 

Meta-Info
Stand der Information
5. Januar 2016
Autor
Peter Weiss, Radverkehrskoordinator der Stadt Salzburg
NRVP-Handlungsfelder
Fahrradthemen
Schlagworte
Land
Oesterreich