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Schulwegsicherheit

Bike im Trend - Mobil und sicher mit dem Rad zur Schule

Projektlogo Bike im Trend
Projektlogo Bike im Trend © Stadtschulamt Frankfurt am Main

Projektziele

Die Förderung des Radverkehrs ist ein wichtiges Ziel der Stadt Frankfurt am Main. Bereits 1992 wurde eine Radverkehrskonzeption zum Ausbau der Infrastruktur verabschiedet. 2003 beschloss die Stadtverordnetenversammlung, den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr bis 2012 auf 15% zu steigern.
Für diese Zielsetzung ist es wichtig, bei allen Bevölkerungsgruppen das Fahrrad als flexibles, umweltfreundliches und kostengünstiges Verkehrsmittel ins Bewusstsein zu rücken. Eine besondere Rolle spielt dabei die jüngere Generation. Wer bereits als Kind und Jugendlicher das Radfahren schätzen gelernt hat, ist eher bereit, auch als Erwachsener das Rad als Verkehrsmittel und Freizeitsportgerät zu nutzen.

Bereits 1996 wurde vom Stadtschulamt Frankfurt eine Umfrage zur Fahrradnutzung an den Schulen durchgeführt. Diese zeigte, dass das Fahrrad vor allem an Gymnasien und Gesamtschulen eine hohe Bedeutung für den Schulweg besitzt.

Um die Fahrradnutzung für den Schulweg sicherer zu machen und zu steigern, wurde 1998 der Verein Umweltlernen vom Schulträger, dem Stadtschulamt Frankfurt am Main, mit der Konzeption und Durchführung des Projekts "Bike im Trend - Mobil und sicher mit dem Rad zur Schule" beauftragt. "Bike im Trend" ist als beispielhaftes Mobilitäts-Projekt im Rahmen des Bildungsschwerpunkts nachhaltige Entwicklung konzipiert. Kinder und Jugendliche sollen Kompetenzen für die aktive Gestaltung ihrer Lebensumwelt entwickeln. Im Mittelpunkt des Projekts steht das Fahrrad als zukunftsfähiges Verkehrsmittel der Nahmobilität. In Kooperation mit der Kommune werden konkrete Handlungsfelder erarbeitet, detaillierte Verbesserungsvorschläge entwickelt und schließlich konkrete Maßnahmen umgesetzt.

Mit "Bike im Trend" wurden neue Wege in der Schulwegsicherung an weiterführenden Schulen beschritten. Dabei steht das Fahrrad als fächerübergreifendes Unterrichtsthema und die Beteiligung von Schülerinnen und Schüler am Planungsprozess im Mittelpunkt. Die Schulweganalyse mit Kindern und Jugendlichen bildet die Grundlage für die Erstellung eines Schulwegplanes für Radfahrerinnen und Radfahrer. Folgende Ziele sollen durch "Bike im Trend" erreicht werden

  • den Schulweg für Rad fahrende Schülerinnen und Schüler sicherer machen
  • die Schülerinnen und Schüler an der Schulwegplanung beteiligen
  • die Fahrsicherheit der Schülerinnen und Schüler fördern
  • die Abstellmöglichkeiten für Räder an den Schulen verbessern
  • die Attraktivität des Fahrrades für die Mobilität der Schulkinder steigern

Projektverlauf

Im Vorfeld des Projekts wurde ein ämterübergreifender Beirat eingerichtet. In dieses Gremium sind alle Dienststellen und Ämter eingebunden, die mit dem Radverkehr befasst sind. Er steht dem Projekt beratend zur Seite und stellt sicher, dass die Ergebnisse der Schulwegplanung von den politischen Verantwortlichen berücksichtigt werden. Der Beirat ist beteiligt bei der Auswahl der zu bearbeitenden Projektgebiete und gewährleistet die Abstimmung mit aktuellen Radverkehrsplanungen.

Die Schülerbeteiligung erfolgt im Rahmen von Projektwochen an mehreren weiterführenden Schulen eines Projektgebiets, das zumeist zwei bis drei benachbarte Stadtteile umfasst. Die Schulen nehmen jeweils mit einer Klasse am Projekt teil. Der Verein Umweltlernen stimmt mit den Lehrkräften den Ablauf und Inhalt der Projektwochen ab. Zudem findet vorab eine durch die Projektinitiatoren standardisierte Befragung der beteiligten Schülerinnen und Schüler statt, um einen Überblick über die bisherige Fahrradnutzung zu erhalten.

Während der Projektwochen bearbeiten Schülerinnen und Schüler unter der Anleitung von Umweltlernen in Frankfurt e.V. verschiedene Themen rund ums Fahrrad. Den Schwerpunkt bilden die Erkundung der täglichen Schulwege und die Dokumentation von Gefahrenstellen. Auf dem Programm stehen aber auch Verkehrssicherheit, Fahrgeschicklichkeitsübungen und kleine Fahrradreparaturen, der Umgang mit Radkarten, ein gemeinsam geplanter Fahrradausflug und eine Umfrage unter Mitschülern zum Thema Fahrradnutzung/Gefahrenstellen auf Schulwegen/Fahrrad allgemein.
Für bestimmte Aufgabenstellungen wie die Lehrangebote zur Fahrradreparatur oder zur ÖPNV-Nutzung konnten das Qualifizierungsprojekt "Bike Point" sowie die Nahverkehrsgesellschaft "traffiQ" als Kooperationspartner gewonnen werden.
Die Ergebnisse und der Verlauf der Projektwochen werden jeweils von den Schülerinnen und Schülern auf Plakaten dokumentiert und der Schulgemeinschaft präsentiert.

Die Ergebnisse der Schulwegerkundungen werden in einer Problemstellenkarte und einer Liste zusammengefasst und im Beirat bearbeitet. Dieser untersucht die dokumentierten Gefahrenpunkte, prüft die vorgeschlagenen Lösungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Situation und setzt sie nach Möglichkeit um. Im Beirat werden die hierzu erforderlichen Maßnahmen vereinbart. Sinnvolle, aber kurzfristig nicht umsetzbare Vorschläge werden dokumentiert und finden Berücksichtigung bei späteren Planungen.

Schulwegpläne

Auf der Grundlage der von den Schülerinnen und Schülern durchgeführten Schulweganalysen erarbeitet der Beirat Wegeempfehlungen für die wichtigsten Fahrbeziehungen zwischen Schulen und Wohnstadtteilen. Daraus entstehen auf der Kartengrundlage des Stadtvermessungsamtes Schulwegpläne für Radfahrerinnen und Radfahrer, die vom Stadtschulamt herausgegeben werden. Auf den Plänen sind empfohlene Routen, gesicherte Übergänge, Gefahrenstellen und besondere Hinweise eingezeichnet, so dass Eltern, Schülerinnen und Schüler den jeweils sichersten Schulweg finden können.

Öffentlichkeitsarbeit

Die fertigen Pläne stellt das Stadtschulamt gemeinsam mit den beteiligten Schulklassen und dem Beirat der Öffentlichkeit vor. Dies vermittelt die besondere Wertschätzung für die Mitarbeit der Schülerinnen und Schüler und lenkt zusätzlich das öffentliche Interesse auf die Radverkehrsförderung an Schulen.
Darüber hinaus werden das Projekt sowie die Schulwegpläne an Aktionstagen, Tagen der Mobilität und ähnlichen Ereignissen präsentiert. Informationen zum Projekt sowie die Schulwegpläne sind auf den Internetseiten von Stadtschulamt und Umweltlernen eingestellt.
Evtl. Entahme weiterer Pläne zur graphischen Darstellung
Im Herbst 2009 wurde eine Broschüre über "Bike im Trend" als Best Practice-Beispiel vom Hessischen Kultusministerium im Rahmen des Projekts "Schule und Gesundheit" herausgegeben. Durch die Präsentation auf Lehrerfortbildungen und Tagungen konnte das Projekt bundesweite Aufmerksamkeit erzielen.

Schlussbetrachtung

Mit "Bike im Trend" konnte ein erfolgreiches Projekt zur Radverkehrsförderung an Schulen und zur Einbindung von Schülerinnen und Schülern in kommunale Planungsprozesse etabliert werden. Als Ergebnis stehen inzwischen fünf Schulwegpläne für Radfahrerinnen und Radfahrer zur Verfügung, die etwa die Hälfte des Frankfurter Stadtgebietes abdecken. Ziel ist es, für das gesamte Stadtgebiet Fahrrad-Schulwegpläne zu erstellen und diese regelmäßig zu aktualisieren.

Innerhalb des Projektverlaufs haben sich einige Punkte als wesentlich für den Erfolg herausgestellt:

  • Frühzeitige Einbeziehung und Abstimmung mit den verschiedenen Fachämtern (Grünflächenamt, Straßenverkehrsamt ,Straßenbauamt)
  • Externe Betreuung der Projektwochen an den Schulen
  • Durchgängige Begleitung des Projektverlaufs
  • Einbeziehung von Kooperationspartnern
  • Kurzfristige Umsetzung von Maßnahmen

Probleme bereitet jedoch der zunehmend enger werdende zeitliche Rahmen für Projektarbeiten an Schulen, insbesondere an den Gymnasien.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

"Bike im Trend" orientiert sich an den Inhalten der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Im Mittelpunkt stehen dabei die Vermittlung von Gestaltungskompetenzen, um durch gemeinsamen Planen und Handeln an Entscheidungsprozessen zu partizipieren.
Durch die Anknüpfung an bestehende Lehrpläne und die fachübergreifende Behandlung des Themas Fahrrad und Mobilität ist es sehr gut für Schulen geeignet. Es bietet darüber hinaus aber auch den kommunalen Verwaltungen einen erprobten Weg zur aktiven Einbeziehung von Kindern und Jugendliche in die Radverkehrsplanung.

Finanzierung

Finanzierung: 
Kommunale Mittel
Private Mittel (ohne Sponsoring und Spenden)
Erläuterungen: 
Der Druck der Schulwegpläne wird von der lokalen Nahverkehrsgesellschaft finanziert, im Gegenzug wird eine Werbeanzeige für den ÖPNV auf der Planrückseite aufgenommen

Evaluation

Evaluation: 
nein

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 
Stadtschulamt der Stadt Frankfurt am Main
Umweltlernen in Frankfurt e.V.
Projektbeteiligte: 
  • Städtische Ämter: Grünflächenamt, Straßenverkehrsamt, Straßenbauamt
  • Fachberater für Verkehrserziehung des Staatlichen Schulamtes
  • Polizei
  • "Bike Point" des Internationalen Bundes
  • "traffiQ" - Städtische Nahverkehrsgesellschaft

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
ja
Projektstart: 
Januar 1999

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 
Herr Jürgen Blum
Verein Umweltlernen in Frankfurt e.V.
Seehofstr. 41
60594 Frankfurt am Main
Telefon: 069/ 212 - 30130
Telefax: 069 212-46568
E-mail: juergen.blum@stadt-frankfurt.de
WWW: www.umweltlernen-frankfurt.de

Kommunale Ansprechpartner: 
Frau Barbara Brehler-Wald
Stadtschulamt Frankfurt am Main
Abteilung 40.S2 Bürgerservice
Seehofstr. 41
60594 Frankfurt am Main
Telefon: 069/ 212 - 46347
E-mail: barbara.brehler-wald@stadt-frankfurt.de
WWW: www.stadtschulamt.stadt-frankf...

Meta-Info
Stand der Information
1. Februar 2010
Autor
Jürgen Blum, Umweltlernen in Frankfurt e.V.
NRVP-Handlungsfelder
Fahrradthemen
Schlagworte
Land
Hessen