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Themenroute

BahnRadweg Kreis Viersen

BahnRadweg bei Grefrath
BahnRadweg bei Grefrath © Kreis Viersen

Historie und Ausgangssituation

Der Kreis Viersen bietet ideale Voraussetzungen zum Radfahren. Er liegt an der Grenze zu den Niederlanden am linken Niederrhein in abwechslungsreicher Landschaft mit überwiegend flacher Topografie. Der Kreis ist auf deutscher Seite von den Oberzentren Krefeld und Mönchengladbach umgeben sowie auf niederländischer Seite von Venlo und Roermond. Seit 2007 trägt der Kreis offiziell die Auszeichnung "Fußgänger- und fahrradfreundlicher Kreis", verliehen durch die Arbeitsgemeinschaft "Fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V."

Die Eisenbahn war seit 1851 Motor der Entwicklung für die Textil- und Baustoffindustrie am Niederrhein und verband jede größere Ortschaft im Kreis mit den Oberzentren der Region und bis an den Seehafen Rotterdam. Mit dem Vormarsch des Automobils schwand die Bedeutung der Eisenbahn. Anno 1916 wurde die erste Streckenverbindung (Viersen-Grefrath) aufgegeben. Viele weitere Verbindungen folgten. Nur die Hauptverbindungen Venlo-Kaldenkirchen-Viersen-Mönchengladbach, Kempen-Krefeld-Düsseldorf sowie Mönchengladbach-Viersen-Krefeld sind heute noch in Betrieb. Die übrigen stillgelegten Bahntrassen bilden das Rückgrat für das Konzept der Themenroute "BahnRadweg Kreis Viersen".

Durchführung

Über die Zusammenarbeit mit der BahnflächenEntwicklungsGesellschaft (BEG) NRW und dem Handlungsprogramm "Alleenradwege auf stillgelegten Bahnstrecken NRW" bot sich ab dem Jahr 2008 im Kreis Viersen die Möglichkeit, ehemalige Bahnflächen zu erwerben und zu attraktiven Radwegeverbindungen umzubauen. Die ehemaligen Bahnstrecken zeichnen sich durch direkte, steigungsarme Verbindungen aus, dienen als sichere Schulweg- und Alltagsverbindungen und bieten Radtouristen die besondere Möglichkeit, die niederrheinische Landschaft auf verkehrsarmen Strecken kennen zu lernen. Nicht zuletzt kann eine der wenigen Erhebungen des Kreisgebietes - der Schlibecker Berg - steigungsarm per Rad bewältigt werden. Erhaltene Relikte aus der Geschichte der Eisenbahn säumen an einigen Stellen den Weg.

Hauptakteure des Projektes waren der Kreis und die neun kreisangehörigen Städte und Gemeinden: Brüggen, Grefrath, Kempen, Nettetal, Niederkrüchten, Schwalmtal, Tönisvorst, Viersen und Willich sowie die BEG NRW (BahnflächenEntwicklungsGesellschaft NRW mbH). Die jüngsten Neubauabschnitte Nettetal - Grefrath, Willich - Stadtgrenze Mönchengladbach, Viersen - Schwalmtal wurden von den jeweiligen Städten bzw. Gemeinden baulich umgesetzt und finanziell über das Land NRW abgewickelt. In Verbindung mit bereits zuvor umgesetzten Radwegen auf ehemaligen Bahntrassen - zum Beispiel die sog. "Schlufftrasse" bei Tönisvorst - konnte ein geschlossener Rundkurs durch das Kreisgebiet entwickelt werden. Das Konzept des 125 Kilometer langen "BahnRadweg Kreis Viersen" wurde im regelmäßig tagenden "Arbeitskreis Radverkehr des Kreises Viersen" mit den Städten und Gemeinden, dem touristischen Dachverband Niederrhein Tourismus GmbH und dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub Krefeld / Kreis Viersen e.V. gemeinsam erörtert und abgestimmt.

Die Ausschilderung der Themenroute erfolgte 2012 durch den Kreis Viersen mit eigenen finanziellen Mitteln und einem gemeinsam im Arbeitskreis entwickelten Routenlogo auf Basis von Entwürfen eines beauftragten Grafikers. Die Beschilderung ist nach Landes-Standard NRW umgesetzt worden und über Anschlüsse in das bestehende ausgeschilderte Radwandernetz eingebettet. Die bestehenden Bahnhaltepunkte sind in die Route integriert. Ebenso wurde der Bahnhof der dampfbetriebenen Museumseisenbahn "Schluff" in den Rundkurs eingebunden. 

Ergebnis

Die Themenroute BahnRadweg Kreis Viersen verbindet kulturelle Highlights mit landschaftlich abwechslungsreichen Wegen auf oder parallel zu ehemaligen Bahntrassen. Die ausgeschilderte Radstrecke verläuft durch alle neun Städte und Gemeinden im Kreisgebiet. Hier und da stößt der Radfahrer auf Relikte aus der Zeit der alten Dampfrösser.

Losgehen kann es an einem der angebundenen Bahnhöfe – ob Kempen, Viersen, Dülken, Kaldenkirchen oder Krefeld-Forsthaus. Mit dem eigenen Fahrrad oder mit einem geliehenen Rad kann die Themenroute erkundet werden. Die Fahrrad-Verleihstationen im Kreis Viersen sowie Informationen zum Ausleihen sind der Broschüre zum Bahnradweg zu entnehmen, Seite 38. Das Besondere: Am Ende der Tour können die Räder komfortabel an einer beliebigen Stelle des Verleihnetzes wieder abgegeben werden.

Die kontinuierliche Wartung und Instandsetzung der Beschilderung der Route ist Aufgabe des Kreises, die Städte und Gemeinden sind überwiegend Baulastträger der neuen Radweg-Abschnitte, einzelne Abschnitte liegen in Trägerschaft des Kreises oder Landes bzw. Bundes.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Die Verbindung neu angelegter Radwege auf ehemaligen Bahntrassen zu einem ausgeschilderten kreisweiten Rundkurs befördert die Naherholung und den Tourismus in der Region. Die Dachmarke "BahnRadweg Kreis Viersen" wird mittels Flyern und Broschüren sowie der Homepage des Kreises Viersen beworben. Gleichzeitig übernehmen die neuen Abschnitte wichtige Verbindungsfunktionen für die Bürger vor Ort (z.B. neuer, sicherer Schulweg, direkte Verbindung von Ortslagen, neue komfortablere / steigungsarme Überwindung von Höhenunterschieden).

Die Einbindung bestehender Bahnhaltepunkte in den Rundkurs ermöglicht eine bequeme An- / Abreise mit der Bahn. Bauliche Instandsetzungen übernehmen die Städte und Gemeinden, die Wartung und Instandsetzung der Beschilderung ist Aufgabe des Kreises. Das Konzept wurde in einem regelmäßig tagenden Gremium von verschiedenen Beteiligten kontinuierlich beraten und umgesetzt.

Finanzierung

Finanzierung: 
Landesmittel
Kommunale Mittel
Gesamtvolumen: 
5 062 000 €
Erläuterungen: 

Für die bauliche Umsetzung ehemaliger Bahntrassenabschnitte zu Radwegen kam seit 2008 bei den Städten und Gemeinden das Handlungsprogramm "Alleenradwege auf stillgelegten Bahnstrecken NRW" zum Tragen in Kooperation mit der BEG NRW, der BahnflächenEntwicklungsGesellschaft des Landes NRW. Über die entsprechende Förderrichtlinie Stadtverkehr wurden die jüngsten Radweg-Abschnitte zwischen Nettetal und Grefrath (2011: Kosten von 2,53 Mio. Euro, davon rund 1,75 Mio. Euro Förderung), in Willich (2012: Kosten von rund 1,22 Mio. Euro; davon 915.000 Euro Förderung) sowie zwischen Viersen und Schwalmtal (2014: Kosten von rund 1.3 Mio. Euro) fertiggestellt.

Die Ausschilderung der kreisweiten Themenroute 2012 sowie Änderungen im Bestandsnetz der Radwanderbeschilderung wurden mit finanziellen Mitteln des Kreises umgesetzt (Kosten von rund 12.000 Euro).

Evaluation

Evaluation: 
nein

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 
  • Projektleitung der baulichen Umsetzung von ehemaligen Bahntrassenabschnitten zu Radwegen: die neun kreisangehörigen Städte und Gemeinden
  • Projektleitung der Ausschilderung der Themenroute: Kreis Viersen
Projektbeteiligte: 
  • BEG - BahnflächenEntwicklungsGesellschaft NRW mbH
  • Niederrhein Tourismus GmbH und Touristiker der Städte und Gemeinden
  • Landesbetrieb Straßenbau NRW
  • ADFC Krefeld-Kreis Viersen e.V.
  • Kreisangrenzende Stadt Krefeld und Stadt Mönchengladbach für kleine Abschnitte auf ihrem Stadtgebiet

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
nein
Projektstart: 
Januar 2008
Projektende: 
Dezember 2013
Info zur Laufzeit: 
  • Einweihung der ausgeschilderten kreisweiten Themenroute:2012
  • Ergänzung weiterer Routenabschnitte auf ehemaligen Bahntrassen - hier zuletzt: Viersen-Schwalmtal: 2013

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 

Sandra Sieg
Kreis Viersen
Amt für Bauen, Landschaft und Planung
Abteilung Kreisentwicklung
Stellvertretende Abteilungsleitung
Rathausmarkt 3, 41747 Viersen
Telefon: 02162-39- 14 15
Telefax: 02162- 39 14 36
E-Mail: sandra.sieg@kreis-viersen.de
Internet: www.kreis-viersen.de/radfahren 

Meta-Info
Stand der Information
25. Juli 2017
Autor
Sandra Sieg, Kreis Viersen
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