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Fahrradzähler

Automatische Messung des Radverkehrsaufkommens

Fahrradzähler in Kopenhagen
Fahrradzähler in Kopenhagen © Arne Koerdt

Zählung der Radfahrer

In der Stadt Kopenhagen wurden viele Zählanlagen eingerichtet, um das Radverkehrsaufkommen in der gesamten Stadt zu messen. Für planerische Fragen ist es wichtig, detaillierte Informationen über die Anzahl der Radfahrer in den verschiedenen Gebieten oder Streckenabschnitten zu erhalten. Zwei dieser Zählanlagen sind nicht unter der Straßenoberfläche versteckt sondern überirdisch installiert und für die Radfahrer sichtbar. Sie dienen dabei nicht nur dem Interesse der Planer an statistischen Daten zum Radverkehr. Dahinter steckt vielmehr auch die Idee, den Radfahrern zu zeigen, dass jeder Radler "zählt". Durch die sichtbaren Zählanlagen sehen die Radfahrer, dass sie nicht alleine auf zwei Rädern unterwegs, sondern Teil einer großen Gruppe sind. So fühlen sie sich auch durch die Stadtverwaltung und Verkehrsplanung wahrgenommen. Die Zählanlagen sind somit eine Maßname, die auch dazu dient, den Radfahrern zu zeigen, dass in Kopenhagen für sie etwas getan wird. Sie sind ein Teil der Markenidentität Kopenhagens eine Stadt der Radfahrer zu sein.

Die beiden sichtbaren Zählanlagen sind an zwei Plätzen im Stadtzentrum installiert. Beide Plätze sind sehr belebt und werden von einer großen Zahl an Radfahrern frequentiert. Zudem sind beide Standorte sehr markant und sichtbar. Die erste Anlage begann ihre Zählungen am 01.05.2009 auf dem Rathausplatz. Die zweite folgte am 15.06.2009 am Dronning Louises Bro am Beginn der Norrebrogade. Die Norrebrogade ist die wichtigste Verbindung ins Stadtzentrum für Radfahrer.

Ergebnisse

Die Projektleitung erhielt mehr positives Feedback als im Vorfeld erwartet. Die Radfahrer nahmen die Zählanlagen deutlich wahr – beim Vorbeifahren schauen sie auf die Anlage und merken sich auch die Nummer der bis dahin gezählten Radfahrer. Beispielweise bemerken Menschen, die jeden Tag an der Anlage vorbeifahren, dass sich die Zahl der an einem Tag gezählten Radfahrer verändert, wenn sie früher oder später als gewohnt vorbeifahren. Hierdurch wird ein Gefühl vermittelt, akzeptiert zu sein, da es etwas ausmacht, gezählt zu werden.

Etwa ein Jahr nach der Installation wurde die Zählanlage an der Dronning Louises Bro/Norrebrogade von etwa 10 Millionen Fahrrädern passiert. Das ist soviel, als ob die gesamte Bevölkerung Dänemarks zweimal auf dem Fahrrad vorbei gefahren wäre und entspricht der 20-fachen Bevölkerungszahl Kopenhagens! Die Anzahl der täglich gezählten Radfahrer variiert aufgrund externer Einflüsse, z.B. aufgrund des Wetter oder der Unterschiede zwischen Werk- und Ferientagen. Die größte gemessene Anzahl waren 30.000 Radler an einem Tag.

Zum ersten Jahrestag der Inbetriebnahme der Zählstationen wurde eine kleine Feier organisiert, um deren Erfolg zu zeigen.

Technische Details

Die Zählanlage stammt von der Firma Olsen Engineering. Die dänischen Städte Odense und Alborg benutzen die Zählanlagen anderer Anbieter. Es gibt keine großen technischen Unterschiede, jedoch Variationen hinsichtlich des Designs. Es ist möglich, zwischen verschiedenen zusätzlichen Funktionen, wie z.B. Wetterstationen, zu wählen.

Kosten

Errichtung: Etwa 30.000 Euro (einschließlich der Mobilfunkverbindung, um die Daten an die Projektleitung zu übermitteln)
Unterhalt: keine hohen Kosten, lediglich Elektrizität

Ausblick

Es gibt noch keine genauen Pläne, wo weitere Zählanlagen installiert werden sollen, aber es ist sicher, dass noch mehrere Anlagen folgen werden. Mögliche Orte wird es entlang des neuen Pendlernetzwerks, das derzeit gemeinsam mit den Nachbargemeinden entwickelt wird. Für neue Radpendler könnte auch dadurch eine Motivation geschaffen werden, das Rad kontinuierlich zu nutzen.

Finanzierung

Finanzierung: 
Kommunale Mittel
Gesamtvolumen: 
30 000 €

Evaluation

Evaluation: 
ja
Erläuterungen: 
Es wurde bis 2010 noch keine offizielle Evaluation durchgeführt, aber die bisherigen Rückmeldungen waren positiver als erwartet.

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 
Verkehrsbehörde

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
ja
Projektstart: 
Januar 2009

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 
Projekt-Manager - Fahrradparken
Herr Niels Hoé-Svendsen
Stadt Kopenhagen
Verwaltung für Technik und Umwelt
43, 2. Etage, Islands Brygge
DK-1505 Copenhagen V
Postfach Po.Box 450
Telefon: +45 3366 3692
E-mail: niesve@tmf.kk.dk

Meta-Info
Stand der Information
20. Juni 2010
Autor
Niels Hoé-Svendsen, City of Copenhagen
NRVP-Handlungsfelder
Infrastruktur
Radverkehrsplanung und -konzeption
Fahrradthemen
Infrastruktur
Statistik
Schlagworte
Evaluierung
Land
Dänemark