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E=MobilxUM

Aufbau einer (E-)Mobilitätsstruktur Fahrrad für den peripheren ländlichen Raum

Pedelec vor einem Supermarkt
Pedelec vor einem Supermarkt © Sabine Schulten

1. Ausgangssituation, Darstellung der Projektidee sowie der Projektziele

Der Landkreis Uckermark ist einerseits wegen seiner peripheren Lage im Bundesland Brandenburg und den daraus resultierenden großen Entfernungen zu den nächstgelegenen Arbeitsplatzzentren, andererseits auch wegen seiner großen flächenhaften Ausdehnung in seiner zukünftigen Entwicklung besonders auf die Mobilität der Bevölkerung angewiesen. Auch die Gäste der mehrfach ausgezeichneten Tourismusregion müssen beweglich sein, um touristische Ziele erreichen zu können.

Die tägliche Nutzung des Fahrrads für die Fahrt zum Arbeitsplatz, Einkaufszentrum, Schule, Kita ist in urbanen, verdichteten Räumen schon jetzt zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Auch die Verknüpfung der verschiedenen Mobilitätsformen, wie Rad in Verbindung mit dem ÖPNV, sind selbstverständlich. Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung der Region soll das Projekt bei der Verkehrsentwicklung in der Uckermark einen Mobilitätswandel in den Köpfen bewirken, bei dem sich alle Verkehrsteilnehmer davon verabschieden, dass die individuelle Mobilität mit dem eigenen Auto der einzig denkbare Weg ist. Die Fahrradmobilität – vor allem die E-Mobilität – soll sich als starke und im Alltag häufig nutzbare Alternative etablieren.

Mit Hilfe dieses Projekts sollen verschiedene Fragen beantwortet werden, wie:

  • Welcher Normen und Standards der E-Mobilität bedarf der ländliche periphere Raum mit weit entfernt liegenden Ansiedlungen?
  • Wie kann eine flexible, multimodal vernetzte Mobilitätsstruktur für die Uckermark aussehen, wobei die verschiedenen Ansprüche von z. B. Berufspendlern, Schülern und Touristen zu berücksichtigen sind.
  • Fraglich ist, ob eine Verknüpfung von E-Mobilität mit dem ÖPNV bei den Voraussetzungen innerhalb der Uckermark wirtschaftlich sinnvoll und umsetzbar ist.
  • Wie gelingt die Sensibilisierung der Bevölkerung zur Nutzung des Fahrrads?
  • Wo muss welche Ladeinfrastruktur geplant werden, wo ist ggf. die Radinfrastruktur zu verbessern, wo müssen Fahrrad-Ladeboxen installiert werden, in welcher Komplexität ist ein übergreifendes Mobilitätssystem zu denken?
  • Wie können die verschiedenen Angebote auf einer Mobilitätsplattform für alle kommuniziert werden?

Verschiedene Ansätze sind in der Uckermark zur Fahrradmobilität bereits vorhanden. Sie binden erste Ansätze der Elektromobilität ein. Es zeigt sich allerdings, dass damit in der Hauptsache touristische Bedarfe bedient werden. Eine zufriedenstellende Lösung für eine Alltagsmobilität per Fahrrad, erst recht unter Einbeziehung ergänzender Mobilitätsformen und neuer Technologien, ist noch nicht erreicht. Somit soll das Projekt E=MOBILxUM dabei unterstützen, eine E-Mobilitätsstruktur Rad für die Uckermark zu entwickeln, welche als Kompass dient und die Richtung zeigt, die die Uckermark in Bezug auf die Mobilität in den nächsten Jahren einschlagen will.

Zur Umsetzung des Projekts sind sechs Arbeitspakete geplant:

  • Arbeitspaket 1 – Durchführung einer Bedarfs- und Potenzialanalyse
  • Arbeitspaket 2 – Entwicklung von Ansätzen einer (E-)Mobilitätsplattform
  • Arbeitspaket 3 – Ermittlung des Infrastrukturbedarfs
  • Arbeitspaket 4 – Vernetzung von regionalen Mobilitätsakteuren
  • Arbeitspaket 5 – Initiierung einer Informationskampagne und Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung vor allem der Bevölkerung
  • Arbeitspaket 6 – Durchführung einer Evaluation

Zunächst wird eine projektbegleitende Öffentlichkeitsarbeit sowie eine Informationskampagne angeschoben, um neue Zielgruppen für eine (E-)Mobilität Rad zu sensibilisieren. Tage der E-Mobilität – als mobile Roadshow organisiert – sowie eine Prozessevaluation mit Befragungen von Mobilitätsakteuren aber auch der Bevölkerung, runden die Projektumsetzung ab.

Neben der Suche nach Auftragnehmern koordiniert das Amt für Kreisentwicklung die Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern des Projekts. Dies sind die Investor Center Uckermark GmbH, die Tourismus Marketing Uckermark GmbH und die Uckermärkische Verkehrsgesellschaft mbH. Auch die Tourismusvereine im Landkreis, weitere touristische Leistungsträger sowie die Städte Schwedt, Angermünde, Prenzlau und Templin begleiten das Projekt.

Auf der Basis einer Bedarfs- und Potenzialanalyse sowie der Simulation der Verkehrsströme in einem Verkehrsmodell für die Uckermark wird ein Infrastrukturprogramm entwickelt, welches die notwendigen Veränderungen der Infrastruktur (zusätzliche Radwege, Radabstellanlagen, Ladesäulen, Knotenpunkte zur Verknüpfung der verschiedenen Mobilitätsformen etc.) zusammenfasst. Die notwendigen finanziellen Mittel zur Umsetzung der Maßnahmen sollen zum Teil aus weiteren Fördermittelprogrammen des Bundes, des Landes Brandenburg sowie der Kommunen eingeworben werden.

Es ist beabsichtigt, dass nach Beendigung des Projekts das Netzwerk der Mobilitätsakteure gestärkt ist und selbstständig weiter arbeitet. Aus der Netzwerkmitte wird ein/e Mobilitätsmanager/in als Ansprechpartner/in und Koordinator/in entwickelt.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Das Projektvorhaben beantwortet Fragen zu Anforderungen der (E-)Mobilität im peripheren ländlichen Raum. Hierbei werden die verschiedenen Ansprüche von Berufspendlern, Schülern, Älteren und Touristen berücksichtigt. Verknüpfungspunkte zwischen einer (E-)mobilen Radinfrastruktur sowie dem ÖPNV werden definiert, hierbei werden auch Synergien zur automobilen E-Mobilität beachtet. Die schon selbstverständliche Nutzung des Fahrrads im urbanen Raum soll auf den ländlichen Raum übertragen werden. Die einheimische Bevölkerung aber auch regionale Unternehmen werden sensibilisiert, die Nutzung des Fahrrads im Alltagsverkehr zu bedenken.

Weiterhin werden Lösungsstrategien entwickelt, die in ähnlich strukturierten Räumen in der gesamten Bundesrepublik angewendet werden können.

Finanzierung

Finanzierung: 
Bundesmittel
Private Mittel (ohne Sponsoring und Spenden)
Gesamtvolumen: 
160 650 €
Erläuterungen: 

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) aus Mitteln des Nationalen Radverkehrsplans 2020 gefördert. Weiterhin finanziert der Landkreis Uckermark aus kommunalen Mitteln einen Eigenanteil. Die projektbeteiligten Institutionen (ICU GmbH und tmu GmbH) beteiligen sich ebenfalls finanziell an der Umsetzung des Projekts.

Ziel ist die weitere Akquise von Fördermitteln, um die investiven Projektansätze aus dem erarbeiteten Infrastrukturprogramm in den Kommunen umzusetzen (Radabstellanlagen, Ladeinfrastruktur, Lückenschlüsse Radweginfrastruktur etc.). Nach Auslaufen der Förderung übernehmen die Kommunen im Landkreis weitere Finanzierungen.

Evaluation

Evaluation: 
ja

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 

Amt für Kreisentwicklung

Projektbeteiligte: 
  • Tourismus Marketing Uckermark GmbH
  • Investor Center Uckermark GmbH
  • Uckermärkische Verkehrsgesellschaft mbH

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
nein
Projektstart: 
Januar 2017
Projektende: 
Dezember 2018

Kontakt

Kommunale Ansprechpartner: 

Petra Buchholz
Institution: Amt für Kreisentwicklung
Karl-Marx-Straße 1, 17291 Prenzlau
Telefon: 00493984 70-1580
Telefax: 00493984 702988
E-Mail: petra.buchholz@uckermark.de

Meta-Info
Stand der Information
11. Mai 2017
Autor
Petra Buchholz, Verantwortliche für die touristische Infrastruktur und Mobilität im Amt für Kreisentwicklung
NRVP-Handlungsfelder
Elektromobilität
Fahrradthemen
Pedelecs
Planungen/Konzepte/Strategien
Schlagworte
Geographische Aspekte
Ladeinfrastruktur
Land
Brandenburg