Sie sind hier

Bessere Radwege

AllRad – Steigerung der Fahrradnutzung durch verbesserte Radwegeunterhaltung

Sicher Radfahren auf gepflegten Radwegen
Sicher Radfahren auf gepflegten Radwegen © Roman Pohorecki, Seattle

Ausgangssituation

Verschmutzung, Bewuchs und schlechte Witterung sind neben baulichen Mängeln sowie Gefahrenstellen im Radwegenetz ausschlaggebend dafür, dass das Fahrrad öfter stehen gelassen wird. Radwege weisen in der Regel einen geringeren Querschnitt auf (schmaler) und erhalten in der Regel eine dünnere Befestigung mit geringerer Tragfähigkeit (schwächer). Beides hat direkte Konsequenzen für die einsetzbaren Fahrzeuge und Geräte. Ein schlechter betrieblicher Zustand ggf. nur einzelner Abschnitte des Radwegenetzes stellt eine Einschränkung der Nutzbarkeit für den Alltagsradverkehr dar und kann zur Wahl eines anderen Verkehrsmittels führen.

Ziel

Das Projekt AllRad zielt mit einer verbesserten Unterhaltung des Radwegenetzes auf eine Steigerung der Fahrradnutzung im Alltag ab. Hierfür werden Maßnahmen zur Verbesserung der betrieblichen Unterhaltung der Radwege erarbeitet und erprobt. Die organisatorischen und technischen Konsequenzen, die auf einen Straßenbaulastträger zukommen, sollen analysiert werden, um eine verbesserte Unterhaltung der Radwegenetze zu verwirklichen. Daraus werden Strategien für eine gezielte Verbesserung der Angebotsqualität und die Kommunikation der Änderung an die Bevölkerung abgeleitet, um für ausreichende Sicherheit und Attraktivität zu sorgen und in der Folge den Radverkehr im Alltag zu fördern.

Vorgehen

Sicherheit und Benutzbarkeit von Radwegen werden durch die regelmäßige betriebliche Unterhaltung, insbesondere Reinigung und Winterdienst beeinflusst. Anhand von Befragungen bei Straßenbaulastträgern und (potenziellen) Fahrradfahrenden wird untersucht, inwieweit eine Verbesserung des Zustandes der Radwege zu einer Steigerung der Nutzung des Fahrrads als Verkehrsmittel und damit zu einer Steigerung des umweltfreundlichen Verkehrsanteils auf dem Radwegenetz führen kann. Im Rahmen einer zwölfmonatigen Pilotanwendung werden ausgewählte Maßnahmen umgesetzt und die Wirkung sowohl begleitend untersucht als auch im Anschluss durch Befragungen verifiziert.

Aus der Erhebung wird ein Konzept abgeleitet, das gemeinsam mit der jeweiligen Pilotgemeinde umgesetzt wird. Das Projekt wird von den Städten Mainz, München und Münster unterstützt, die einen guten Querschnitt über den Grad an Fahrradnutzung, die Topografie des Geländes und der Ausprägung der Witterung abbilden, um übertragbare Empfehlungen abzuleiten.

Über bestehende Webseiten und Social Media Accounts mit großer Reichweite, wie etwa der Stadt oder des Fahrradportals, soll über das Projekt informiert und mit der Bevölkerung interagiert werden. Damit soll die Beachtung für das Verkehrsmittel Fahrrad weiter gefördert werden.

Ergebnis

Aus den Erkenntnissen werden Handlungsempfehlungen für kommunale Straßenbaulastträger abgeleitet, mit denen eine Verbesserung des Zustands der Infrastruktur für Fahrräder erreicht und in der Folge eine Erhöhung des Nutzungsanteils an der Mobilität im Alltag erzielt werden soll.

Diese Strategie für eine gezielte Verbesserung der Angebotsqualität soll neben Geräte- und Materialeinsatz auch mögliche Organisationsstrukturen, Priorisierung von Routen und Empfehlungen zur Kommunikation enthalten.

Mit AllRad wird eine Lücke im Konzept der klimafreundlichen Mobilität geschlossen. Daher besteht an der Umsetzung ein großes gesamtwirtschaftliches und gesellschaftliches Interesse. Die Zusammenhänge zwischen Betriebsdienstleistungen und Fahrradnutzung sind bisher ebenso wenig erforscht, wie die organisatorischen und technischen Konsequenzen, die für einen Straßenbaulastträger aus einer Umsetzung der verbesserten Unterhaltung des Radwegenetzes folgen. Zu beiden Aspekten werden übertragbare Fortschritte erwartet.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Mit dem Vorhaben wird die Radwegunterhaltung erstmals als eigener Aufgabenbereich des Straßenbetriebsdienstes in organisatorischer und technischer Hinsicht betrachtet. Damit kann auch erstmals eine Untersuchung der Wirkung des Zustandes im Radwegenetz auf die Verkehrsmittelwahl erfolgen.

Finanzierung

Finanzierung: 
Bundesmittel
Private Mittel (ohne Sponsoring und Spenden)
Gesamtvolumen: 
109 810 €
Erläuterungen: 

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans 2020 gefördert.

Evaluation

Evaluation: 
ja
Erläuterungen: 

Die Projektevaluation findet als Wirkungs- und Prozessevaluation statt. Einerseits wird anhand von Vorher-Nachher-Betrachtungen untersucht, ob die Maßnahmen der Radwegeunterhaltung zu einer Verbesserung des betrieblichen Zustandes der Radwege und das wiederum zu einer Steigerung der Nutzungszahlen geführt haben. Andererseits werden die Voraussetzungen und Risiken der Maßnahmen der Radwegeunterhaltung für die verantwortlichen Baulastträger mit Blick auf die Übertragbarkeit der erarbeiteten Empfehlungen auf andere Kommunen analysiert.

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 

Hochschule Mainz, Fachbereiche Technik und Gestaltung

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
nein
Projektstart: 
Juni 2020
Projektende: 
März 2023

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 

Carsten Mahnel
Hochschule Mainz
Holzstraße 36
55116 Mainz
Tel.: +49 6131 628-1357
Fax: +49 6131 628-91357
E-Mail: allrad@hs-mainz.de

Meta-Info
Stand der Information
31. Juli 2020
Autor
Carsten Mahnel (Hochschule Mainz, Fachbereich Technik), Liliane Stein (Hochschule Mainz, Fachbereich Gestaltung)
NRVP-Handlungsfelder
Fahrradthemen
Schlagworte
Land
Deutschland