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FAHR RAD Wettbewerb

Aktionspaket des Landes Voralberg

Logo des FAHR RAD Wettbewerbs
Logo des FAHR RAD Wettbewerbs © Land Voralberg

Hintergrund

Wettbewerbe sind eine gute Möglichkeit auf das Radfahren aufmerksam zu machen und Menschen zur alltäglichen Nutzung des Fahrrads zu motivieren, da der Wettbewerbsgeist oftmals ungeahnte Energien freilegt.

Besonders sind hierbei Projekte mit dem Focus auf Arbeitswege erfolgversprechend:. Das "Fitnessprogramm Arbeitsweg" bringt auch für die Betriebe einen großen Vorteil, da Rad fahrende MitarbeiterInnen weniger Fehlzeiten haben, wie die niederländische TNO-Studie belegt. In der Regel muss auf dem Arbeitsweg wenig transportiert werden und das Kostenbewusstsein ist am größten.

Es gibt national und international erfolgreiche Beispiele für Fahrradwettbewerbe, die Mitarbeiter dazu motivieren, den täglichen Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad zurückzulegen.

Hier nur ein paar Beispiele:

Landesweiter Wettbewerb des Landes Vorarlberg

Der "FAHR RAD"-Wettbewerb in Vorarlberg, den das Energieinstitut im Auftrag der Koordinationsstelle Vorarlberg Mobil durchführt, nimmt die positiven Beispiele auf, beschränkt sich jedoch nicht nur auf den Berufsverkehr und schafft einen sehr niederschwelligen Einstieg ins Alltagsradeln.

Die Aktion wird jedes Jahr im ganzen Bundesland durchgeführt und vom Energieinstitut Voralberg koordiniert und unterstützt. Die Umsetzung als eigentliche "Veranstalter" übernehmen Gemeinden, Betriebe, Vereine und Bildungseinrichtungen. Sie laden ihre Einwohner, Beschäftigten, Mitglieder oder Auszubildenden dazu ein, sich am Wettbewerb zu beteiligen und die mit dem Rad zurückgelegten Kilometer aufzuzeichnen. Dies kann direkt im Onlineportal des Wettbewerbs gemacht werden oder aber in einem zum Download verfügbaren Fahrtentagebuch, in Form einer Excel-Tabelle. In jedem einzelnen der lokalen Wettbewerbe werden Preise vergeben.

Dabei soll der Wettbewerbsgeist genutzt werden, ohne aus der Aktion einen sportlichen Wettkampf zu machen. Deshalb werden für die Preisermittlung, wie beim Bingo-Spiel, drei Zufallszahlen gezogen, jeweils eine für die Kategorien Einsteiger, Alltagsradler und Sportler. In jeder Kategorie werden Gewinner geehrt. Jeder, der über 100 Kilometer geradelt ist, hat eine Chance auf einen dieser Preise. Die Teilnehmenden sollen schließlich Gefallen am Rad fahren finden und nicht verbissen in die Pedale treten.

Um den Aufwand für teilnehmende Gemeinden bzw. Betriebe, Vereine oder Bildungseinrichtungen in überschaubaren Grenzen zu halten, bietet das Energieinstitut Vorarlberg umfassende Unterstützungsleistungen bei der Abwicklung des Wettbewerbs. Es werden Infofolder, Plakate sowie eine Internetdatenbank zur Teilnehmerverwaltung und Kilometererfassung bereitgestellt. Außerdem hilft das Energieinstitut bei der Organisation von Preisen, liefert Hintergrundinformationen und bietet Beratung zur Organisation und Bewerbung des Wettbewerbs. Die Startveranstaltungen im Rahmen des landesweiten Fahrradfrühlings und die Schlussveranstaltungen mit Preisverleihung werden ebenfalls landesweit koordiniert.

Teilnahme leicht gemacht

Um am "FAHR RAD"-Wettbewerb teilzunehmen genügt es, sich bei seiner Gemeinde, Bildungseinrichtung, seinem Betrieb oder Verein (insofern diese "Veranstalter" sind) bzw. direkt im Internet unter fahrradwettbewerb.at anzumelden. Die interaktive Webplattform bietet neben der Kilometererfassung und einer Erinnerungsfunktion auch Features wie ein Rechner für CO2- und Kosteneinsparungen als auch für den Kalorienverbrauch. Außerdem können sich die Teilnehmer hier gegenseitig zu einem "Freundschafts-" oder "Teamrennen" einladen. Die teilnehmenden Gemeinden unterstützen die Anschaffung eines Fahrradcomputers mit 5 Euro und erleichtern so die Kilometererfassung.

Rege Teilnahme schon im ersten Jahr

Der Fahrradwettbewerb wurde erstmals im Jahr 2008 organisiert. 23 Gemeinden und 18 Organisationen haben die Durchführung unterstützt und konnten 5.116 TeilnehmerInnen zum Mitradeln gewinnen. Insgesamt wurden damals 3,27 Mio. km erradelt, im Durchschnitt hat also jeder rund 640km zurückgelegt.

Seitdem ist die Unterstützung von Jahr zu Jahr kontinuierlich gewachsen. 2012 nahmen über 260 Gemeinden, Betrieben, Institutionen, Vereinen und Schulen teil. Fast 10.000 Teilnehmer fuhren insgesamt 5,6 Millionen Kilometer.

Ein positives Beispiel: Die Gemeinde Lustenau

In der Gemeinde Lustenau wurde der Fahrradwettbewerb eingebettet in über 70 weitere Aktivitäten zur Förderung nachhaltiger Mobilität. Hierdurch konnte eine Rekordbeteiligung erzielt werden: Die aktive Bewerbung des Wettbewerbs im Jahr 2008 motivierte 902 Lustenauerinnen und Lustenauer am Fahrradwettbewerb teilzunehmen. Parallel zum Wettbewerb wurden sympathische und kreative Marketingaktivitäten gesetzt: Zum Beispiel war die Lustenauer "Fahr-Rad-Vignette" sehr beliebt. Jeder, der die Vignette auf sein Fahrrad geklebt hat und von der "Lustenauer Paparazzia" erwischt wurde, erhielt eine süße Überraschung in Form einer "Radlerschoki" mit Motiven, die von Lustenauer Kindern gestaltet wurden. Der Slogan "Lustenauer machen’s täglich" machte offensichtlich Lust auf’s Rad fahren. In der Mobilwoche wurde das Lustenauer Ortszentrum an einem Vormittag in eine Picknickwiese verwandelt. Offeriert wurde ein "faires" Frühstück mit Produkten aus Bauernmarkt und Weltladen, dazu gratis Kaffee und Musik.

Die Aktivitäten in Lustenau werden in der Koordinationsgruppe Fahrrad abgestimmt und haben breite politische Unterstützung. Professionelle Öffentlichkeitsarbeit der Marktgemeinde trägt zum Erfolg der Aktivitäten bei. Nicht umsonst gehört Lustenau mit 22% Radverkehrsanteil zu den Radlerhochburgen Österreichs.

Warum handelt es sich um ein innovatives und nachahmenswertes Beispiel?

Der Fahrradwettbewerb ist ein sehr niederschwelliges Angebot – sowohl für die Gemeinden und Betriebe als auch für die Teilnehmenden selbst. Daher war der Fahrradwettbewerb bereits im ersten Jahr ein großer Erfolg. Der Wettbewerbsgeist wird in einer spielerischen und freundlichen Art genutzt. Für den Wettbewerb wurde ein einfaches und sehr praktisches Tool entwickelt. Die Zielgruppe ist nicht nur, wie häufig beim Mobilitätsmanagement, der Berufsverkehr sondern umfasst den gesamten Alltagsverkehr.

Finanzierung

Finanzierung: 
Landesmittel
Gesamtvolumen: 
23 000 €
Erläuterungen: 
Investition: 15.000 Euro im ersten Jahr, 8.000 Euro im zweiten Jahr. Lfd. Kosten: 28.000 Euro
Zzgl. Preise und Aufwand der Gemeinden (Schlussveranstaltung)

Evaluation

Evaluation: 
ja
Erläuterungen: 
Durch Zählung der Teilnehmeranmeldungen, die gefahrenen (eingetragenen) Kilometer und durch persönliche Rückmeldungen

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung: 
Energieinstitut Voralberg

Laufzeit

Dauermaßnahme: 
ja
Projektstart: 
Januar 2008

Öffentlichkeitsarbeit & Dokumentation

Kontakt

Ansprechpartner auf Projektebene: 
Herr DI Martin Reis
Energieinstitut Vorarlberg
Gemeindebetreuung, Mobilität
Stadtstraße 33/CCD
A-6850 Dornbirn
Telefon: +43-5572-31202-79
E-mail: martin.reis@energieinstitut.at
WWW: www.energieinstitut.at

Meta-Info
Stand der Information
3. September 2012
Autor
DI Christian Steger-Vonmetz, Bregenz
NRVP-Handlungsfelder
Fahrradthemen
Schlagworte
Land
Oesterreich