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Wussten Sie...
... dass gute Infrastruktur den Radverkehrsanteil erhöhen kann.

In einer dänischen Studie wurden die Auswirkungen von Verbesserungen durch den Ausbau zweier Radschnellverbindungen in Kopenhagen (neuer Belag, Beleuchtung usw.) auf das Radverkehrsaufkommen, den Verkehrsanteil, das Verhalten, die Wahrnehmung und die Erfahrungen untersucht.

Methoden

Die Auswirkungen wurden analysiert, indem Daten von automatischen Zählstationen 35 Monate lang ausgewertet wurden, um die Veränderungen der Fahrradvolumina auf den untersuchten Strecken zu messen. Zusätzlich wurde eine Fragebogenerhebung durchgeführt, die dreimal wiederholt wurde - vor Einweihung der optimierten Radrouten sowie ein Jahr bzw. zwei Jahre danach. Zusätzlich wurde Kontrollumfragen in der Nähe durchgeführt, an Orten, die nicht von den Infrastruktur-Verbesserungen profitiert hatten.

Ergebnisse

Die Investitionen in die Infrastruktur führten innerhalb von zwei Jahren zu einem deutlichen Anstieg des Radverkehrsaufkommens. So wurde auf der "Albertslund Route" an Wochentagen während der Hauptverkehrszeit bei Tageslicht eine Zunahme von 126 auf 203 Radfahrende pro Stunde verzeichnet, während auf der "Vestvolden Route" eine Zunahme von 24 auf 32 Radfahrende pro Stunde zu verzeichnen war. Der größte Teil des Anstiegs resultierte aus der Verlagerung von Radfahrern von anderen Strecken. Der Anteil des neu induzierten Radverkehrs schätzen die Beobachter auf vier bis fünf Prozent (für den Zeitraum von zwei bis fünf Jahren nach Routenoptimierung). Nutzer der ausgebauten Routen äußerten sich positiv zu den Qualitätsverbesserungen und sie waren deutlich zufriedener als die Befragten an den Kontrollstellen in der Nähe.

Schlussfolgerungen

Daten von den Zählstationen liefern nützliche Informationen, wenn über einen langen Zeitraum gemessen wird. Dies ist notwendig, um Faktoren wie klimatische und andere temporäre Abweichungen herausrechnen zu können. Im untersuchten Fall führten die Investitionen in die Infrastruktur zu einer höheren Anzahl von Radfahrern, deren Großteil sich vorher andere Wege gesucht hatten. Zwei Jahre nach den Infrastrukturverbesserungen wurde außerdem ein leichter Anstieg des Gesamtradverkehrsanteils beobachtet. Darüber hinaus führten die Investitionen zu einer höheren Zufriedenheit unter den aktiven Nurtzern der ausgebauten Radrouten. Die Wissenschaftler vermuten, dass bei Messungen über längere Zeiträume, unter anderem aufgrund potenzieller sozialer Werbeeffekte, größere Anstiege beim Gesamtradverkehrsanteil zu erwarten sind.

Hans Skov-Petersen, Jette Bredahl Jacobsen, Suzanne Elizabeth Vedel, Alexander Thomas, Sick Nielsen und Simon Rask: "Effects of upgrading to cycle highways - An analysis of demand induction, use patterns and satisfaction before and after" In: Journal of Transport Geography" (Volume 64, October 2017, Pages 203-210)

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Stand der Information
19. März 2018
Quelle