Sie sind hier

Häufig gefragt

Warum wird der Radverkehr gefördert?

Der Radverkehr stellt einen wichtigen und wachsenden Anteil am Verkehrsaufkommen in Deutschland dar. Darüber hinaus liefert er mit seinen positiven Effekten auf die Umwelt, das Klima, die Lebensqualität in den Städten und Gemeinden sowie die Gesundheit der Menschen Beiträge zu vielen aktuellen und zukünftigen verkehrspolitischen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund misst die Bundesregierung der Förderung des Radverkehrs als Teil eines modernen Verkehrssystems in Städten und ländlichen Räumen einen hohen Stellenwert bei. An der Radverkehrsförderung beteiligt sind alle Ebenen - Bund, Länder und Kommunen. Die Grundlage der Radverkehrsförderung des Bundes ist der Nationale Radverkehrsplan.

Die Förderung des Radverkehrs kommt allen Menschen zugute, auch denjenigen, die überwiegend das Auto nutzen oder zu Fuß gehen. Denn der Radverkehr ist als umweltfreundlicher Verkehr weder mit Lärm noch mit schädlichen Emissionen verbunden. Sein Flächenbedarf ist gering. Zusammen mit dem ÖPNV und dem Fußverkehr bietet er die Möglichkeit, insbesondere die Innenstädte vom Kraftfahrzeugverkehr und damit vom Stau sowie von Schadstoffen und Lärm zu entlasten. Nicht zuletzt aus diesem Grund werden Städte, Gemeinden und Regionen mit hohen Radverkehrsanteilen meistens als besonders lebendig und lebenswert bewertet. Zudem ist der Radverkehr ein Wirtschaftsfaktor, der immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Für diejenigen, die das Fahrrad im Alltag und in der Freizeit nutzen, bietet das Rad weitere Stärken: Es garantiert eine bezahlbare Mobilität, kann auf Entfernungen bis sechs Kilometer sogar das schnellste Verkehrsmittel sein und fördert darüber hinaus die Gesundheit.

Was ist der Nationale Radverkehrsplan NRVP?

Der Nationale Radverkehrsplan, kurz NRVP, bildet die Grundlage für die Radverkehrsförderung des Bundes,dessen Aufgabe es ist, die Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung des Radverkehrs zu schaffen. Der Bund fördert den Radverkehr daher in seiner Zuständigkeit als Gesetzgeber sowie in seiner Zuständigkeit für den Bau von Radwegen an Bundesstraßen. Er ertüchtigt Betriebswege entlang von Bundeswasserstraßen zu Zwecken des Radverkehrs. Im Zusammenhang mit seiner Verantwortung für eine nachhaltige Verkehrs- und Stadtentwicklungspolitik wirkt er mit dem Nationalen Radverkehrsplan (NRVP) zudem als Förderer, Impulsgeber, Moderator und Koordinator.

Der NRVP richtet sich allerdings nicht nur an den Bund, sondern maßgeblich auch an die Länder und die Kommunen. Denn im Rahmen des föderalen Systems sind diese grundsätzlich für die einzelnen Maßnahmen der Radverkehrsförderung vor Ort zuständig. Für eine erfolgreiche Radverkehrsförderung bedarf es darüber hinaus aber auch einer Unterstützung durch Verbände, Unternehmen und nicht zuletzt durch die Bürgerinnen und Bürger.

Der aktuell laufende NRVP (NRVP 2020) gilt für die Jahre 2013 bis 2020 und schließt sich nahtlos an den ersten NRVP (NRVP 2002-2012) an. Inhaltlich handelt es sich nicht um eine reine Fortführung, sondern um eine Weiterentwicklung, weil die Radverkehrsförderung auf die neuen verkehrspolitischen und gesellschaftlichen Herausforderungen ausgerichtet wird. Als Teil einer integrierten Verkehrs- und Mobilitätspolitik zielt er über die Förderung des Radverkehrs hinaus auf eine Stärkung des so genannten Umweltverbunds aus Öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV), Fuß- und Radverkehr insgesamt.

Mit dem NRVP 2020 sollen die weiteren Potenziale des Radverkehrs aktiviert werden. Der NRVP 2020 beschreibt die Strategie, mit der die Radverkehrsförderung in Deutschland weiterentwickelt werden soll. Hierzu werden die einzelnen Handlungsfelder, Ziele und Lösungsstrategien aufgezeigt und konkrete Maßnahmenvorschläge benannt. Der Titel des NRVP 2020 „Den Radverkehr gemeinsam weiterentwickeln“ unterstreicht, dass es sich bei der Förderung des Radverkehrs um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe handelt.

Informationen zum Nationalen Radverkehrsplan 2020

Wer hat den Nationalen Radverkehrsplan erstellt?

Kuppel des Reichstagsgebäudes, Sitz des Deutschen Bundestags
Im Koalitionsvertrag für die 17. Legislaturperiode wurde festgelegt, dass der damals laufende NRVP 2002-2012 weiterentwickelt werden soll. Zu Beginn des Prozesses wurden fünf Expertenforen durchgeführt, in denen rund 25 Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie aus Ländern und Kommunen Empfehlungen für den neuen NRVP erarbeitet haben. Anschließend wurde ein breiter Beteiligungsprozess gestartet, der in der Vorlage eines Entwurfs des NRVP 2020 mündete. Dieser wurde unter Länder- und Verbändebeteiligung noch einmal überarbeitet. Der endgültige NRVP 2020 wurde danach dem Bundeskabinett vorgelegt und durch dieses im September 2012 beschlossen.

Wie fördert der Bund den Radverkehr?

Die Aufgabe des Bundes ist es, die Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung des Radverkehrs zu schaffen: Er fördert den Radverkehr daher in seiner Zuständigkeit als Gesetzgeber sowie in seiner Zuständigkeit für den Bau von Radwegen an Bundesstraßen. Er ertüchtigt Betriebswege entlang von Bundeswasserstraßen zu Zwecken des Radverkehrs. Im Zusammenhang mit seiner Verantwortung für eine nachhaltige Verkehrs- und Stadtentwicklungspolitik wirkt er mit dem Nationalen Radverkehrsplan (NRVP) zudem als Förderer, Impulsgeber, Moderator und Koordinator. Im Rahmen des NRVP werden nicht-investive Maßnahmen durch ein Förderprogramm finanziell unterstützt. Im Rahmen dieses Förderprogramms sucht das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) innovative Projekte im Bereich des Radverkehrs, die der Umsetzung des NRVP dienen und seine Ziele auch im Zusammenwirken mit anderen Verkehrsträgern unterstützen. Gefördert werden dabei nicht-investive Modellprojekte, die einen Beitrag zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse für den Radverkehr in Deutschland leisten (z.B. durch Erprobung und Schaffung geeigneter Angebote für die Menschen im Bereich Radverkehr), eine nachhaltige Mobilität sichern (z.B. durch effektive Verknüpfung des Fahrrads mit anderen Verkehrsmitteln, insbesondere dem ÖPNV), Ergebnisse bringen, die auf vergleichbare Anwendungsfälle übertragbar sind, oder die neue Erkenntnisse über das bearbeitete Thema liefern. Förderfähige Projektideen sind dabei insbesondere Informations- und Kommunikationskampagnen (z.B. zur Verbesserung des Verkehrsklimas), Wettbewerbe, technische Innovationen, Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sowie sonstige geeignete Vorhaben, die der Koordinierung und Förderung des Radverkehrs dienen.

Jährlich stehen dafür rund 3,2 Mio Euro zur Verfügung. In jedem Jahr gibt es zwei Förderschwerpunkte, die unter Beratung eines Expertengremiums festgelegt werden.

Hinweise zu den Fördermaßnahmen des Bundes

Wie finde ich Informationen zu Fördermöglichkeiten?

Aktuelle Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten des Bundes und der Länder zum Radverkehr können in der Förderfibel des Fahrradportals recherchiert werden. Hier werden auch Radwege an Bundes- und Landesstraßen, die Städtebauförderung, Landesbauordnungen, EFRE-Mittel und Fördermöglichkeiten im Rahmen der ländlichen Entwicklung thematisiert. Die interaktive, internetgestützte Förderfibel soll es Verwaltungen und der interessierten Öffentlichkeit ermöglichen, sich konkret in Bezug auf ihr Bundesland und ihre Situation zu informieren. Sie soll als Übersicht auf die bestehenden Fördermöglichkeiten aufmerksam machen. Details der konkreten Förderung sind dann im Dialog mit der jeweils benannten Förderstelle zu klären. Trotz gelegentlicher Relevanz für den Radverkehr werden Maßnahmen der Arbeitsförderung, Kredite für kommunale Infrastrukturmaßnahmen, Förderung von Betrieben des Gastgewerbes sowie Förderung der Landschaftspflege nicht aufgenommen.

Angezeigt wird eine Übersicht zu den jeweils relevanten Finanzierungs- und Fördergrundlagen, Detailangaben zu den einzelnen Förderrichtlinien bzw. Finanzierungsmöglichkeiten (z.B. Fördersatz, Antragsfristen, Maßnahmeträger, inhaltliche und lokale Eingrenzung). Wenn die Rechtsgrundlage  hinterlegt ist kann diese als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Die Förderfibel Radverkehr wurde 2005 im Rahmen einer Förderung von Maßnahmen zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans entwickelt. Die Erstellung des Konzepts und die Zusammenstellung der Inhalte erfolgte durch die ISUP GmbH mit Unterstützung der Bundesländer. Die Pflege und mindestens jährliche Aktualisierung der Inhalte erfolgt durch die ISUP GmbH auf Basis der Angaben der Länder.

Die Förderung von nicht-investiven Maßnahmen durch den Bund im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans 2020 wird in einer Richtlinie geregelt. Fördermöglichkeiten und Antragsfristen sind im Fahrradportal des Bundes beschrieben.

Zur Förderfibel

Was ist die Fahrradakademie?

Ein Seminar zum Radverkehr
Der Nationale Radverkehrsplan 2020 bildet die Grundlage für die Radverkehrsförderung des Bundes. Wissensvermittlung, Fortbildung, Vernetzung und Erfahrungsaustausch aller Akteure, die in öffentlichen Verwaltungen, bei der Polizei, den Verbänden und in der Privatwirtschaft mit Fragen des Radverkehrs beschäftigt sind, sind wesentliche Säulen des NRVP.

Die Fahrradakademie am Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) verfolgt diese Ziele seit 2007 dank der Förderung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und hat sich zur bedeutendsten Institution zur Fort- und Weiterbildung von Akteuren der Radverkehrsförderung entwickelt. Unterstützt wird die Fahrradakademie bei ihrer Arbeit auch von den kommunalen Spitzenverbänden, dem Deutschen Städtetag, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund und dem Deutschen Landkreistag.

Das Fortbildungsangebot der Fahrradakademie umfasst ein- und mehrtägige Seminare in ganz Deutschland, Workshops sowie Exkursionen. Zudem unterstützt die jährliche Fahrradkommunalkonferenz die Zusammenarbeit und die Vernetzung der Kommunen. Seit kurzem wird das Programm durch Möglichkeiten der Online-Fortbildung (E-Learning) ergänzt. Bei Interesse führt die Fahrradakademie auch Inhouse-Schulungen für Kommunen und Länder durch.

Die Referentinnen und Referenten der Fahrradakademie verfügen über langjährige praktische Erfahrung und sind u.a. in Landesbehörden, Kommunen, Planungsbüros oder der Forschung tätig. Neben den Vorträgen bieten Diskussionsrunden und Arbeitsgruppen Gelegenheit zum fachlichen Austausch unter Kolleginnen und Kollegen. Die Veranstaltungsformate und -inhalte werden anhand der Interessen der Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer ständig weiterentwickelt.

> Veranstaltungen der Fahrradakademie

> E-Learning in der Fahrradakademie

Noch Fragen? Kontakt:

Sekretariat der Fahrradakademie
Simone Harms und Sylvia Kanzler
Deutsches Institut für Urbanistik
Zimmerstr. 13-15
10969 Berlin
+49 (0)30/39001-132
mailto: fahrradakademie@difu.de

 

An wen richtet sich die Fahrradakademie?

Seminar der Difu-Fahrradakademie
Seminar der Difu-Fahrradakademie © Doris Reichel
Radverkehr boomt. Die große Dynamik auch in Themen der Radverkehrsförderung macht es oft schwer, auf dem neuesten Stand zu bleiben. Planungsmöglichkeiten, Rechtsgrundlagen und wissenschaftliche Erkenntnisse der Radverkehrsförderung entwickeln sich ständig weiter. Die starke Zunahme des Radverkehrs erfordert es vielerorts, vormals bewährte Strategien zu überdenken. Gefragt sind innovative Handlungsansätze und neue Lösungen.

Die Förderung des Radverkehrs ist heute in vielen Kommunen und Ländern ein etabliertes Handlungsfeld. Sie wird jedoch im Rahmen der klassischen Berufs- und Universitätsausbildung noch nicht genügend berücksichtigt. Fort- und Weiterbildung zu Radverkehrsthemen für Personen aus der Praxis nehmen daher einen zentralen Stellenwert in der Radverkehrsförderung des Bundes ein.

Radverkehrsförderung muss zunehmend interdisziplinär gesehen und thematisch breiter angelegt werden. Dies gilt beispielsweise für den Rechtsrahmen sowie Fragen der Straßenraumgestaltung, Qualitätssicherung, Kommunikation oder auch der Integration von Öffentlichem Verkehr und Radverkehr.

In kompakter und praxisnaher Form richten sich die Veranstaltungen der Fahrradakademie daher an Akteure aus Verwaltung, Planungsbüros, Politik, Wirtschaft und Verbänden, z.B. aus den folgenden Aufgabenfeldern:

  • Stadtplanung, Verkehrsplanung, Straßenplanung, Straßenbau/Tiefbau
  • Straßenverkehrsrecht, Verkehrssicherheit, Verkehrslenkung, Verkehrsordnung, Polizei
  • Kommunalpolitik
  • Kommunikation und Mobilitätserziehung
  • Öffentlicher Nahverkehr
  • Wirtschaft, z.B. IHKs, Wohnungs-, Immobilien- und Bauwirtschaft
  • Stadtmarketing und Tourismus

Die Fahrradakademie führt über ihr allgemeines Fortbildungsprogramm hinaus auch Sonderveranstaltungen zu aktuellen Themen der Verkehrs- und Mobilitätspolitik durch. Dieses Angebot richtet sich an Akteure auf der Leitungs- und Entscheidungsebene von Bund, Ländern und Kommunen.

Noch Fragen? Kontakt:

Sekretariat der Fahrradakademie
Simone Harms und Sylvia Kanzler
Deutsches Institut für Urbanistik
Zimmerstr. 13-15
10969 Berlin
+49 (0)30/39001-132
mailto: fahrradakademie@difu.de

 

 

Ich habe konkrete Fragen zu Radverkehrsthemen, an wen wende ich mich?

Sie haben inhaltliche Fragen zu bestimmten Radverkehrsthemen oder im Nachgang zu einem Seminar der Fahrradakademie, suchen Kontakte oder haben Anregungen?

Dann wenden Sie sich bitte an

Thomas Weber
Deutsches Institut für Urbanistik
Zimmerstr. 13-15
10969 Berlin
+49 (0)30/39001-174
mailto: fahrradakademie@difu.de