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Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland

Technische Unterstützung der Kommune Oujda, Marokko bei der Einführung von Radwegen gesucht

Datum
20. Juni 2018 - 17. Dezember 2018
Veranstalter
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Veranstaltungsort
Deutschland/Marokko
XX
Ansprechpartner

Für weitere Fragen steht Ihnen Frau Nadja Bonarius (Servicestelle Kommunen in der Einen Welt) gerne zur Verfügung unter: nadja.bonarius@engagement-global.de ,  Telefon: 0228-20717620

Anmeldeschluss

Die Frist zur Abgabe der Interessenbekundung endet am 08. September 2018

Weitere Informationen

Kurze Darstellung des Projekts
Die Kommune Oujda ist eine der ersten Städte in Marokko mit einem Städtischen Mobilitätsplan, der die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur zum Ziel hat. Dieser enthält einen Entwurf zur Einrichtung eines Radwegnetzes, der bereits durch den Kommunalrat genehmigt worden ist. Die Kommune bittet um Unterstützung bei der Durchführung des Projekt. Erforderlich ist eine detaillierte bautechnische Studie, die vor der eigentlichen Umsetzung des Projekts vor Ort erstellt werden soll. Die Kommune möchte mit der Einrichtung von eigens für Radfahrer vorgesehenen Wegen das Radfahren fördern und die Zahl der Verletzten unter den gefährdeten Personen verringern.

Hauptaktivitäten
• Ernennung eines Lenkungsausschusses (Kommune, Bezirk, Zivilgesellschaft usw.) und Einbeziehung von Experten
• Untersuchung und Analyse der Empfehlungen, die im Städtischen Mobilitätsplan in Hinblick auf Radwege gemacht wurden, und Benennung der wichtigsten Ergebnisse dieser Diagnose
• Festlegung der prioritär umzusetzenden Streckenabschnitte und Erstellung der Studie als erste Maßnahme
• Einrichtung der Radwege und Organisation von Sensibilisierungsaktivitäten in Zusammenarbeit mit den lokalen Vereinen

Projektziele
• Schutz der Verkehrsteilnehmer und Beseitigung von Konfliktpunkten
• Langfristige Verbesserung der Verkehrsmittelwahl (Modal Split)
• Einführung einer Kultur des Radfahrens
• Weniger Umweltbelastung

Ungefähres Budget
728.000 Euro

Aktuelle (kommunale) Herausforderungen und Themen allgemein
Das Stadtbild ist im Gegensatz zu vielen anderen marokkanischen Städten modern. Oujda hat eine Universität, es ist Verkehrsknotenpunkt und wichtige Handelsstadt. Obwohl der Tourismus kaum eine Rolle spielt, gibt es einige Sehenswürdigkeiten. Gegenwärtig hat die Kommune das Thema Mobilität als Priorität gesetzt.

Regionale Gegebenheiten
Oujda liegt im Nordosten Marokkos in direkter Nähe zur algerischen Grenze. Oberhalb der Stadt befinden sich die östlichen Ausläufer des Rif-Gebirges, das parallel zur Mittelmeerküste verläuft. Aufgrund der Nähe zum Mittelmeer sind die Sommer heiß und trocken und die Winter vergleichsweise kalt und regenreich.

Motive der Partnerschaft
Es besteht ein Interesse an einer langfristigen und zugleich projektorientierten Partnerschaft. Neben dem oben dargestellten Projekt ist eine Zusammenarbeit in weiteren Fachgebieten vorstellbar.

Kulturelle Vielfalt (Diversität)/ Aktivitäten
Marokko ist ein islamisch geprägtes Land, dessen Bevölkerung arabischer Herkunft ist und/oder zum indigen Volk der Amazigh (Berber) zählt.
Amtssprachen sind Arabisch (gesprochen wird der marokkanisch-arabische Dialekt Darija) und Tamazight. Französisch ist als Geschäfts- und Bildungssprache sowie im Süden und Landesinneren verbreitet, Spanisch an der Küste und im Norden des Landes.

Wirtschaftliches Profil
Oujda ist das politische und wirtschaftliche Zentrum Nordostmarokkos. Neben dem innerstädtischen Handel, Handwerk und Dienstleistungsgewerbe gibt es zahlreiche kleinere Industriebetriebe. Durch die Nähe zur spanischen Exklave Melilla sowie zu Algerien hat die Stadt internationale Bedeutung erlangt.

Hintergrund - Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland - Aufruf zur Beteiligung an Projektpartnerschaften in Nordafrika (Algerien, Marokko, Tunesien)

Urbanisierung, Kommunale Selbstverwaltung und lokale Demokratie im Maghreb: das Wissen und die Erfahrungen deutscher Kommunen und kommunaler Unternehmen sind gefragt Die Maghrebstaaten Algerien, Marokko und Tunesien gehören zu den Ländern mit dem größten Städtewachstum weltweit. Aufgrund teils jahrhundertealter zentralistischer Staatsstrukturen verfügen die Kommunen über wenig Kompetenzen und Kapazitäten zur Steuerung ihrer Entwicklung und Daseinsvorsorge. Nach dem sogenannten Arabischen Frühling, der 2010 in Tunesien begann, verlangen Bürgerinnen und Bürger jedoch zunehmend Qualität und Effizienz bei den kommunalen Dienstleistungen, Bürgernähe, Transparenz und Beteiligung in der Kommunalpolitik. Vor diesem Hintergrund gehören in allen drei Ländern die schrittweise Einführung kommunaler Selbstverwaltung und die Stärkung der Gebietskörperschaften zu den Prioritäten der Regierungen, um Stabilität und sozialen Frieden zu sichern.

Die kommunale Zusammenarbeit zwischen deutschen und maghrebinischen Kommunen kann dazu beitragen, die Lebensqualität der Menschen vor Ort und die Funktionsfähigkeit der Kommunalverwaltungen zu steigern. Städte, die effizient und transparent im Sinne Ihrer Bürgerinnen und Bürger funktionieren, sind zudem Anreiz für junge Menschen, ihre Zukunft im eigenen Land mitzugestalten. Die gemeinsame Umsetzung konkreter Projekte in den Städten des Maghreb ist somit ein Baustein im Mosaik der Stabilisierung der nordafrikanischen Länder.

Für die deutschen Kommunen ist die Zusammenarbeit mit Städten in Nordafrika ebenfalls eine Bereicherung. Das Kennenlernen anderer kommunaler Lösungsansätze, interkulturelle Begegnungen und neue Lernerfahrungen bereichern das eigene Arbeits- und Lebensumfeld. Zudem besteht durch eine Projektpartnerschaft die Möglichkeit, das kommunale Engagement auf internationaler Ebene auszubauen und sich global zu vernetzen. Die Zusammenarbeit kann auch als Chance genutzt werden, zugewanderte Menschen aus Nordafrika stärker einzubinden und dauerhafte, integrationsunterstützende kommunale Arbeitsbeziehungen zu entwickeln.

Durchführung
Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) führen die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) das Vorhaben "Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland" durch. Das Vorhaben ist als Teil der übergeordneten Bemühungen der Bundesregierung zu verstehen, durch eine Vielzahl an Instrumenten die Staaten und Kommunen in der Middle East North Africa (MENA) Region zu stärken und somit Fluchtursachen zu bekämpfen.

Welche Projekte werden umgesetzt?
Kernstück der Partnerschaften sind Projekte, die von den maghrebinischen Kommunen vorgeschlagen werden und sich an ihren konkreten Bedarfen orientieren. Die Themenbereiche sind:

• Abfallwirtschaft: Einrichtung von Mülltrennungsanlagen, Projekte zu Kompostierung oder Recycling
• Energie und Klima: Nutzung von erneuerbaren Energien
Mobilität: Verkehrs- und Sicherheitspläne, Planung von Radwegen
• Stadtentwicklung und -sanierung: Instandsetzung von Grünanlagen oder Gebäuden
• Bürgerbeteiligung: Ideenwettbewerbe, Abstimmungsprozesse auf lokaler Ebene

Die Projektsteckbriefe der Kommunen die noch deutsche Partner suchen sind im Download-Bereich online verfügbar: https://skew.engagement-global.de/wissenstransfer-maghreb-deutschland.html

Projektstruktur
Im Rahmen des Projektes sind Studienreisen, Hospitationen und Delegationsbesuche vorgesehen. Kurzzeiteinsätze für deutsche Kommunalbedienstete in die jeweiligen Projekte vor Ort oder der Empfang der maghrebinischen Partner in Deutschland sind jederzeit möglich und werden von GIZ und SKEW begleitet und finanziert. Für die deutschen Projektpartner werden bedarfsorientierte Fortbildungen wie Landeskundeseminare, interkulturelle Vorbereitungskurse und Netzwerkveranstaltungen angeboten. Seit Projektbeginn im September 2016 arbeiten 10 deutsche Kommunen und kommunale Unternehmen aktiv in Projektpartnerschaften mit maghrebinischen Kommunen. Das Projekt hat eine aktuelle Laufzeit bis Ende 2019.

Wer kann sich beteiligen?
Interessenbekundungen können durch Kommunalverwaltungen, Landkreise, städtische Fachakteure und technische Experten aus der Kommunalverwaltung sowie von kommunalen Unternehmen in Deutschland eingereicht werden.

Erwartet wird die Bereitschaft, Kommunalvertreter für die Teilnahme an Programmveranstaltungen freizustellen bzw. sich über den einmaligen Erfahrungsaustausch hinaus an praxisrelevanten Folgeaktivitäten, insbesondere an Planungsworkshops und bedarfsorientierten Beratungseinsätzen im Rahmen der gemeinsamen Kleinprojekte zu beteiligen.

Alle anfallenden Reisekosten für die Vertreter deutscher Akteure, die im Rahmen des Projektes anfallen (Teilnahme an Veranstaltungen in Deutschland, Projektplanungsworkshops im Maghreb), werden von der SKEW nach dem BRKG übernommen. Die Kosten für die maghrebinischen Partner trägt die GIZ. Alle Projektaktivitäten werden umfassend von der GIZ und der SKEW begleitet und unterstützt.

Verfahren
Wir freuen uns über Ihre Interessenbekundung und beraten Sie gerne persönlich:
Frau Nadja Bonarius, nadja.bonarius@engagement-global.de, +49 228 20 717-620
Im September 2018 organisieren wir ein Informationstreffen für interessierte Kommunalakteure.

Projektsteckbriefe der maghrebinischen Kommunen, die Interessenbekundung sowie FAQ´s zu den detaillierten Leistungen von SKEW und GIZ finden Sie im Download Bereich unter: https://skew.engagement-global.de/wissenstransfer-maghreb-deutschland.html

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