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VCÖ-Radfahr-Umfrage 2015

Zwei Drittel der Kinder fahren mehrmals pro Woche Rad

Kind auf einem Fahrrad
© Doris Reichel

In Österreich fahren zwei Drittel der Kinder mehrmals die Woche Rad - Schlechte Infrastruktur Haupthindernis für häufigeres Radfahren

Zwar fahren zwei Drittel der Kinder mehrmals die Woche mit dem Rad, auf Alltagswegen sind es nur drei von zehn Kindern. Zwei Drittel der Eltern sind dafür, dass Kindern unter 10 Jahren generell das Radfahren am Gehsteig erlaubt wird. Derzeit ist das nur für sehr kleine Kinderfahrräder erlaubt. Der VCÖ fordert den Ausbau der Radfahr-Infrastruktur und mehr Verkehrsberuhigung in Wohngebieten.

Radfahren ist bei Kindern sehr beliebt. Bei der vom Institut Intergral im Auftrag des VCÖ durchgeführten repräsentativen Umfrage sagten nur sechs Prozent der Eltern, dass ihr Kind nie Rad fährt. Zwei Drittel der Kinder treten mehrmals die Woche in die Pedale, weitere 18 Prozent mehrmals im Monat. Befragt wurden Eltern mit Kindern im Alter von 5 bis 15 Jahren. "Als Spielgerät nutzen fast alle Kinder das Fahrrad sehr häufig. Alltagswege fährt nur jedes dritte Kind mehrmals die Woche mit dem Rad", weist VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer auf ein weiteres Ergebnis hin.

Der VCÖ ließ auch die Gründe erheben, warum nicht häufiger Rad gefahren wird: Der am häufigsten genannte Grund (von 34 Prozent) war, dass es keine gute Radfahr-Infrastruktur gibt. Der zweithäufigste Grund: Eltern halten das Radfahren im Straßenverkehr für zu gefährlich. Während die direkte Wohnumgebung von 78 Prozent der Eltern als für das Radfahren verkehrssicher eingeschätzt wird, sind es am Schulweg nur 57 Prozent. 43 Prozent der Eltern schulpflichtiger Kinder sehen den Schulweg ihres Kindes als zu wenig verkehrssicher für das Radfahren.

"Gerade der Schulweg wäre eine gute Möglichkeit, um während der Schulzeit auf die tägliche gesunde Portion Bewegung zu kommen. Mangelnde Verkehrssicherheit schränkt die Mobilität der Kinder stark ein. Umso wichtiger ist es, in den Ortsgebieten mit Verkehrsberuhigung die Verkehrssicherheit für Kinder zu erhöhen", betont VCÖ-Experte Gansterer. In den ländlichen Regionen braucht es vor allem sichere Radverbindungen zwischen den Wohnsiedlungen und dem nächstgelegenen Ort.

Die Mehrheit der Eltern wünscht zudem eine Änderung der StVO (Straßenverkehrsordnung). Derzeit dürfen Kinder nur mit kleinen Kinderfahrrädern (bis 12 Zoll) am Gehsteig mit dem Rad fahren (in Schritttempo). Zwei Drittel der Eltern sprechen sich dafür aus, dass Kinder unter zehn Jahren unabhängig von der Größe des Fahrrads am Gehsteig fahren dürfen. "Bewegungsmangel ist ein zunehmendes Problem bei Kindern. Umso wichtiger ist es, Kindern das Radfahren zu erleichtern", unterstützt VCÖ-Experte Gansterer den Wunsch vieler Eltern, dass die Kleinen mit Schrittgeschwindigkeit generell am Gehsteig fahren dürfen. In Österreich bewegen sich nur ein Fünftel der 11- bis 15-Jährigen täglich mindestens eine Stunde mit mittlerer Intensität wie ärztlich empfohlen wird.

Beliebt bei den 5- bis 15-Jährigen sind auch Tretroller. 58 Prozent der Kinder sind damit unterwegs. Jedes vierte Kind fährt häufiger mit dem Tretroller als mit dem Rad. "Auch hier braucht es eine Modernisierung der StVO. So wie in Deutschland sollte ohne Alterslimit das selbständige Scootern am Gehsteig erlaubt werden", so VCÖ-Experte Gansterer. Derzeit dürfen Kinder unter 12 Jahren nur in Begleitung einer mindestens 16-jährigen Person am Gehsteig fahren. Nur mit Radfahrausweis dürfen Kinder ab zehn Jahren auch alleine mit dem Tretroller fahren.

Mehr Ergebnisse der VCÖ-Radfahr-Umfrage auf www.vcoe.at/radfahren

VCÖ-Umfrage: Schlechte Infrastruktur hält Kinder vom Radfahren ab Gründe, warum Kinder nicht oder nicht häufiger Radfahren:

  • Keine gute Radfahr-Infrastruktur: 34 Prozent
  • Eltern finden es zu gefährlich: 32 Prozent
  • Wege sind zu weit: 29 Prozent
  • Anderes (Roller, Microscooter, Skateboard) wird bevorzugt: 29 Prozent
  • Habe zu wenig Zeit, um mit Kind Rad zu fahren: 28 Prozent
  • Macht keinen Spaß: 19 Prozent
  • Kind kann nicht gut genug Rad fahren: 11 Prozent

Quelle: Integral, VCÖ-Radfahr-Umfrage 2015

VCÖ: Zwei Drittel der Eltern wollen, dass Kinder unter 10 generell am Gehsteig fahren dürfen Sollen Kinder unter 10 Jahren unabhängig von der Größe des Fahrrads am Gehsteig fahren dürfen?

  • Ja: 64 Prozent
  • Nein: 36 Prozent

Quelle: Integral, VCÖ-Radfahr-Umfrage 2015

VCÖ-Umfrage: Zwei Drittel der Kinder fahren mehrmals die Woche Rad (Wie häufig fährt ihr Kind mit dem Fahrrad?)

  • Mehrmals die Woche: 68 Prozent
  • Mehrmals im Monat: 18 Prozent
  • Seltener: 8 Prozent
  • Nie: 6 Prozent

Quelle: Integral, VCÖ-Radfahr-Umfrage 2015

VCÖ: Am beliebtesten ist Radfahren zum Spielen und in der Freizeit Spielen, Freizeit: 90 Prozent (65 Prozent mehrmals im Monat)

  • Radausflüge: 73 Prozent (21 Prozent mehrmals im Monat)
  • Auf Alltagswegen: 66 Prozent (30 Prozent mehrmals im Monat)
  • In die Schule: 26 Prozent (15 Prozent in der Schulzeit mehrmals die Woche)

Quelle: Integral, VCÖ-Radfahr-Umfrage 2015

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Quelle: www.vcoe.at/de/presse/aussendungen-archiv/details/items/vcoe-in-oesterreich-fahren-zwei-drittel-der-kinder-mehrmals-die-woche-rad

Meta Infos
Stand der Information
21. Juli 2015
Quelle

VCÖ - Mobilität mit Zukunft (www.vcoe.at)

Land
Oesterreich
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen
Schlagworte