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Mecklenburg-Vorpommern

"Wirtschaftsfaktor Fahrrad" lautete das Thema der dritten Fahrradkonferenz

Konferenzraum
© Arne Koerdt

Minister Seidel: Alleinstellungsmerkmale im Radtourismus weiterentwickeln

"Wirtschaftsfaktor Fahrrad" so lautete das Thema der dritten Fahrradkonferenz, die am Donnerstag in der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Rostock stattfand. "Der Radtourismus ist auch für Mecklenburg-Vorpommern ein wichtiger Erwerbszweig und eine bedeutende Einnahmequelle. Nahezu jeder zweite Gast, der unser Land besucht, nutzt während seines Urlaubes ein Fahrrad", sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Jürgen Seidel.

"Mecklenburg-Vorpommern hat sich zu einer der beliebtesten Radreiseregionen Deutschlands entwickelt. Aber es gibt noch eine Menge zu tun. Wichtig ist, dass unser Land Alleinstellungsmerkmale im Radtourismus durch entsprechende auf die Zielgruppe abgestimmte Angebote erlangt. Dazu gehören zum Beispiel auch Fahrradhotels mit einem Rundum-Service für Radtouristen von der Zimmer- und Hotelausstattung über Radvermietung und Pannenservice bis zum gastronomischen Angebot", sagte Seidel.

Zwischen 1992 und 2009 wurden rund 140 Millionen Euro in touristische Radwege investiert. Das Wirtschaftsministerium hat diese Entwicklung mit rund 95,5 Millionen Euro unterstützt. „Aktuell sind über 40 Förderanträge für den weiteren Ausbau des touristischen Radwegenetzes in Bearbeitung, die in den kommenden Jahren umgesetzt werden sollen. Das geplante Gesamtinvestitionsvolumen beträgt rund 21 Millionen Euro", sagte Seidel.

"Der Radtourismus gehört zu den Wachstumsmärkten der Tourismusbranche. MV setzt dabei auf eine gut ausgebaute Infrastruktur. Der Bau von Radwegen bedeutet auch Aufträge für Unternehmen in der Region und sichert Arbeitsplätze", sagte Peter Volkmann, Geschäftsführer für den Bereich Tourismus der IHK zu Rostock.

"Aktives Handeln ist gefragt, denn wir stehen im Wettbewerb mit anderen Bundesländern. Die Verbesserung der Qualität der Radwege, wie beispielsweise eine bessere Beschilderung sowie angepasste Öffnungszeiten von Gaststätten und Lokalen entlang der Routen, zählen dazu. Hier haben wir noch Potenzial", sagte Seidel. Der Qualitätsmonitor Deutschlandtourismus hat unter anderem ergeben, dass jeder 10. Radtourist weniger zufrieden mit den Radwegen in MV war.

"Eine erhebliche Qualitätsverbesserung ist auf vielen Radstrecken auch ohne hohe Investitionskosten erreichbar. Die Beseitigung gefährlicher Hindernisse bringt dabei Sicherheit und Qualität. Eine intelligente Planung der Routenführung verbessert die Qualität und erspart viele Investitionen. Die Radfernwege-Zertifizierung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) bietet sich als Instrument zur Qualitätssicherung an", sagte der Vorsitzende vom ADFC Landesverband Mecklenburg-Vorpommern Thomas Möller. Mit Bayern und Franken gehört Mecklenburg-Vorpommern zu den beliebtesten deutschen regionalen Radreiseregionen. (Quelle: ADFC-Radreiseanalyse 2010)

"Mit innovativen Produkten können neue Märkte erschlossen und Nischen besetzt werden. Dabei lassen sich beispielsweise Radfahren und gesunde Ernährung hervorragend kombinieren", sagte Seidel. Der Wirtschafts- und Tourismusminister warb für das speziell für touristische und einheimische Aktivradler entwickelte Menü "Großer Wadenbeißer". Das ist ein Radler-Menü, welches landesweit für Power in den Pedalen sorgt. "Unser knackiger Genusssalat ist ein Synonym für eine vollwertige Köstlichkeit für alle gesundheitsbewussten Radreisenden", sagte Seidel weiter. Der "Große Wadenbeißer" ist im Auftrag des Wirtschaftsministeriums vom Zentrum für Lebensmitteltechnologie in Neubrandenburg entwickelt worden und besteht hauptsächlich aus regionalen Produkten. Weitere Informationen zum Großen Wadenbeißer sowie das Rezept zum Download stehen unter: www.fitmahlzeit.de.

Die Radfahrkonferenz wurde unter Federführung des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus MV sowie in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern MV und mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. ausgerichtet.

Zur Originalpressemitteilung der Landesregierung MV.

Zur Originalpressemitteilung der IHK zu Rostock.

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Wettbewerb sucht die fahrradfreundlichsten Arbeitgeber Deutschlands

Rostock, 25.03.10 - Der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e. V. hat heute auf der Konferenz "Wirtschaftsfaktor Fahrrad" in Mecklenburg-Vorpommern den Wettbewerb "Die fahrradfreundlichsten Arbeitgeber" gestartet.

Das Fahrrad als absolut klima- und umweltverträgliches Verkehrsmittel im Nahbereich wird häufig unterschätzt und hat gerade bei Unternehmen noch einen geringen Stellenwert. Hierauf möchte B.A.U.M. mit Hilfe des Wettbewerbs aufmerksam machen und sucht bundesweit die fahrradfreundlichsten Arbeitgeber.

Gefördert wird der Wettbewerb vom Bundesverkehrsministerium. Unterstützt wird der Wettbewerb zudem u.a. von den Unternehmen LeaseRad, TRENGA DE, WSM, VAUDE, dem VSF e.V. sowie dem Zweirad-Industrie-Verband. Namhafte Medienpartner sorgen für die Bekanntmachung des Wettbewerbs in der Öffentlichkeit. Schirmherr des Wettbewerbs ist Prof. Dr. Klaus Töpfer.

Der Wettbewerb richtet sich insbesondere an Unternehmen, aber auch an Behörden und sonstige Einrichtungen mit mindestens 10 Mitarbeitern und honoriert das konzeptionelle, umfassende Bemühen, die Fahrradnutzung bei den Mitarbeitern zu fördern. Die Teilnahme am Wettbewerb ist bis zum 31. August 2010 online unter www.fahrrad-fit.de möglich. Die Auszeichnung der Gewinner erfolgt im Herbst 2010. Zu gewinnen gibt es eine Fülle wertvoller Preise, z.B. Fahrräder und -zubehör oder auch eine ganze Fahrradflotte für 6 Wochen. Gute Praxisbeispiele werden vielfältig kommuniziert.

Zu den Bewertungskriterien des Fragebogens gehören z.B. Grundsätze und Organisation der Fahrradförderung, Infrastruktur fürs Fahrradfahren, Motivation der Mitarbeiter zum Radfahren, Angebote & Service für Radfahrer, Information und Kommunikation sowie sonstige Aktivitäten zur Fahrradnutzung. Bewerber können über einen spezifischen Zugang auf der Internetwebsite des Projekts ihre Aktivitäten vorstellen sowie den Online-Fragebogen ausfüllen.

Diverse Kommunen und Regionen, darunter z.B. Köln, Bonn, Dortmund, Kassel, Darmstadt, Aachen, aber auch Mecklenburg-Vorpommern, beteiligen sich mit regionalen Wettbewerben und suchen die fahrradfreundlichsten Arbeitgeber vor Ort.

Meta Infos
Stand der Information
25. März 2010
Quelle

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus (Nr. 81/10), Industrie- und Handelskammer zu Rostock (www.rostock.ihk24.de) + Dieter Brübach, B.A.U.M. e.V. (www.fahrrad-fit.de)

Land
Mecklenburg-Vorpommern
Deutschland
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen