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Forderung des VCÖ

Wiener Regelung für Lkw-Abbiegeassistenten auf ganz Österreich ausweiten

Lkw schneidet beim Abbiegen ein fahrradfahrendes Kind
Lkw schneidet beim Abbiegen ein fahrradfahrendes Kind © Deutscher Verkehrssicherheitsrat e. V., Bonn

VCÖ: Wiener Regelung für Lkw-Abbiegeassistenten auf ganz Österreich ausweiten - Anzahl der Lkw in den Städten durch verbesserte Güterlogistik reduzieren

Der VCÖ begrüßt den Vorstoß der Stadt Wien, ein Rechtsabbiegeverbot für alle Lkw über 7,5 Tonnen einzuführen, die keinen Abbiegeassistenten haben. Der tote Winkel bei Lkw ist lebensgefährlich. Lkw-Abbiegeassistenten erhöhen die Verkehrssicherheit für alle, die zu Fuß, mit Fahrrad oder Moped und Motorrad unterwegs sind. Der VCÖ fordert, dass diese Regelung österreichweit in den Städten und Gemeinden umgesetzt werden wird. Darüber hinaus sind verstärkte Logistik-Maßnahmen in den Städten nötig, um den aufgrund des Online-Handels zunehmenden Lieferverkehr zu reduzieren.

"Diese Regelung wird dazu führen, dass viele ihre Lkw mit Abbiegeassistenten nachrüsten", begrüßt VCÖ-Experte Markus Gansterer den Vorstoß der Stadt Wien. Im Frühjahr 2020 soll ein Rechtsabbiegeverbot für alle Fahrzeuge über 7,5 Tonnen, die keinen Abbiegeassistenten haben, mit einer Übergangsfrist von einem Jahr in Kraft treten. Der VCÖ fordert, dass diese Regelung österreichweit in den Städten und Gemeinden umgesetzt werden wird. Es gibt bereits gut funktionierende Nachrüstlösungen für Lkw-Abbiegeassistenten, wie Tests belegen. Die Nachrüstung mit Lkw-Abbiegeassistenten wird vom bmvit mit 25 Prozent oder maximal 900 Euro gefördert. Zudem sind vom Abbiegeverbot jene Lkw, die so konstruiert sind, dass sie dem Lkw-Fahrer eine gute Sicht ermöglichen, nicht vom Abbiegeverbot betroffen.

Lkw sind ein tödlicher Unfallgegner. Der "tote Winkel" bei Lkw ist eine große Unfallgefahr für jene, die zu Fuß, mit Fahrrad oder Moped und Motorrad unterwegs sind. Allein im Zeitraum 2012 bis 2017 wurden in Österreich laut Daten der Statistik Austria 66 Fußgängerinnen und Fußgänger sowie 30 Radfahrende und 29 Moped- und Motorradlenkende bei Unfällen durch Lkw getötet, macht der VCÖ aufmerksam.

Darüber hinaus sind verstärkte Maßnahmen zur Reduktion der Lkw-Fahrten in den Städten nötig. Vor allem der Lieferverkehr mit Klein-Lkw hat in den vergangenen Jahren infolge des Online-Handels stark zugenommen. "International haben sich in Städten so genannte Micro-Hubs bewährt. Ein Lkw liefert einen Container zum Hub, von dort erfolgt mit leichten E-Fahrzeugen oder Transport-Fahrrädern die Feinverteilung. Das erhöht die Verkehrssicherheit und verbessert die Luftqualität", erklärt VCÖ-Experte Gansterer.

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Stand der Information
21. September 2019
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Quelle
VCÖ - Mobilität mit Zukunft
Land
Oesterreich
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen
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