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Radverkehrsanalyse Niedersachsen 2018

Wertschöpfung niedersächsischer Radfernwege beträgt 106 Millionen Euro pro Jahr

Radverkehrsanalyse Niedersachsen 2018 - Kurzfassung
Radverkehrsanalyse Niedersachsen 2018 - Kurzfassung © Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung

Radverkehrsanalyse Niedersachsen 2018 vorgelegt

Anlass und Zielsetzung des Projektes:

Der Radverkehr hat in der jüngeren Vergangenheit immer mehr an Bedeutung gewonnen. Fahrrad fahren ist kostengünstig und gesundheitsfördernd. Als umweltfreundliches und flächeneffizientes Verkehrsmittel kann der Radverkehr dazu beitragen, motorisierten Verkehr zu vermeiden. Er leistet so einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Allein aus diesen Gründen ist der Anteil des Radverkehrs an der Mobilität der Bevölkerung weiter zu stärken. Hinzu kommt seine Erholungsfunktion im Freizeitverkehr und nicht zuletzt seine herausragende Bedeutung als Wirtschaftsfaktor im Tourismus.

Entscheidern und Akteuren fehlen jedoch oft Datengrundlagen, anhand derer sie grundlegende Erkenntnisse über die Zielgruppe der Radtouristen erhalten oder Aussagen über die Nutzungsintensität bestimmter Radfernwege, geschweige denn über die wirtschaftlichen Effekte des Radtourismus, treffen können. Um diese Lücken zu schließen und vertiefte Erkenntnisse über den Radtourismus in Niedersachsen zu erhalten, haben das Wirtschaftsministerium des Landes Niedersachsen und die TourismusMarketing Niedersachsen GmbH (TMN) die Radverkehrsanalyse Niedersachsen in Auftrag gegeben. Mit der Umsetzung und wissenschaftlichen Begleitung wurde die IGS Ingenieurgesellschaft Stolz aus Neuss und Berlin (vormals Büro Radschlag) beauftragt. Dabei konnte auf erste Ansätze aus vorangegangenen Untersuchungen in Niedersachsen, wie z. B. für einen Teilabschnitt des Weser-Radweges, aufgebaut werden.

Zu folgenden Kennwerten und Themen wurden Aussagen herausgearbeitet:

  • Radverkehrsaufkommen
  • Radverkehrszusammensetzung
  • Sozidemografische Merkmale der Radtouristen
  • Anzahl der Radtouristen
  • Einschätzung der Radverkehrsinfrastruktur
  • Ausgabeverhalten
  • Wertschöpfung der Radtouristen
  • Verhältnis zwischen Ausgaben für den Radwegeerhalt und Einnahmen aus dem Fahrradtourismus
  • Ansätze für zukünftige Marketingstrategien

Die im Rahmen der Radverkehrsanalyse Niedersachsen angewendete Methodik basiert auf dem Modellprojekt "Radverkehrsanalyse Brandenburg". Dieses Projekt wurde durch das Bundesverkehrsministerium im Rahmen einer Förderung durch den Nationalen Radverkehrsplan in den Jahren 2008 bis 2011 umgesetzt. Im Rahmen des Projektes wurde eine übertragbare Methodik für eine reale Abbildung des Radverkehrsgeschehens im Brandenburgischen Radwegenetz entwickelt. Dabei wurden sowohl der Alltagsradverkehr als auch der touristische Radverkehr betrachtet. Weitere Informationen zum Modellprojekt stehen im Internet unter www.radverkehrsanalyse-brandenburg.de zur Verfügung.

Die vorliegende Kurzfassung beinhaltet neben der Erläuterung der Methodik hauptsächlich beispielhafte Darstellungen von Messergebnissen und Interpretationen von Befragungsdaten. Mit der Kurzfassung soll Akteuren auf unterschiedlichen Ebenen des Radtourismus in Niedersachsen vermittelt werden, welche Daten mit Abschluss der Analyse vorliegen und wie diese genutzt werden können. Hierbei steht uunter anderem die TMN den Akteuren unterstützend zur Seite.

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick

  • Mehr als 90 Prozent der Befragten bewerten das radtouristische Angebot mit einer Gesamtnote "gut" oder sogar "sehr gut"
  • Mehr als 90 Prozent der Radtouristen würden ihren Freunden und Verwandten einen Radurlaub in Niedersachsen empfehlen
  • Radwanderer geben 68 Euro pro Tag aus, Regioradler über 65 Euro und Tagesausflügler wegen des fehlenden Übernachtungsanteils durchschnittlich 16 Euro pro Tag
  • Die Gesamtwertschöpfung der Radtouristen beträgt bezogen auf das untersuchte Radfernwegenetz in Niedersachen rund 106 Mio. Euro pro Jahr
  • Tagesausflügler reisen hauptsächlich mit dem Fahrrad (58 Prozent) an. Radwanderer reisen dagegen bevorzugt mit der Bahn (52 Prozent) an, weil nicht immer der Startpunkt auch der Zielpunkt der Radreise ist. Regioradler reisen zu 80 Prozent mit dem PKW an
  • Der Anteil der Pedelec-Nutzung liegt landesweit bei 34 Prozent. Der Anteil liegt bei Regioradlern bei 42 Prozent, bei Tagesausflüglern bei 26 Prozent und bei Radwanderern bei 14 Prozent
  • Rund 64 Prozent der Radtouristen nutzen die vorhandene Wegweisung zur Orientierung, das verdeutlicht die Bedeutung der wegweisenden Beschilderung für die Produktqualität
  • Tagestouristen und Regioradler fahren durchschnittlich vergleichbare Fahrtweiten von 44,8 km bzw. 45,3 km. Die Radwanderer legen durchschnittlich 67,8 km zurück
  • Radwanderer sind durchschnittlich 8,4 Tage unterwegs, Regioradler sind 6,4 Tage unterwegs
Meta Infos
Stand der Information
25. Dezember 2018
Weitere Informationen
Quelle
Herausgeber: Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr / Auftraggeber: TourismusMarketing Niedersachsen GmbH
Land
Niedersachsen
Handlungsfelder NRVP
Fahrradtourismus
Fahrradthemen
Forschung
Qualitätssicherung
Tourismus
Veröffentlichungen
Schlagworte
Befragung
Radfernweg
Studie