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Machbarkeitsstudie zu Radschnellverbindungen in Bayern

Vier mögliche Trassen in der Metropolregion Nürnberg für Radschnellwege geeignet

Der Radschnellweg Ruhr an der Stadtgrenze Essen/Mülheim
Der Radschnellweg Ruhr an der Stadtgrenze Essen/Mülheim © Hauswirtschaft / Wikimedia

Machbarkeitsstudie: Vier mögliche Trassen in der Metropolregion Nürnberg für Radschnellwege geeignet
 
Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann und Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly stellten am 13. September 2017 in Nürnberg die Machbarkeitsstudie für Radschnellwege in der Metropolregion Nürnberg vor. Nachdem von den ursprünglichen 21 Korridoren 7 zur weiteren Untersuchung festgelegt wurden, zeigt die neue Studie: Mehr als die Hälfte der untersuchten Strecken können die Kriterien für Radschnellwege erfüllen.
 
Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurden differenzierte Qualitätsstandards für ein Radschnellverbindungsnetz in der Metropolregion Nürnberg und für den Freistaat Bayern erarbeitet – "Der Bayerische Weg". Das Netz soll Radschnellwege, Radhauptverbindungen und Radverbindungen beinhalten, die sich in Bezug auf die Führungsformen, mögliche Knotenpunkte und weitere Ausstattungsmerkmale unterscheiden.
Mit den Trassen Nürnberg – Erlangen / Nürnberg – Fürth / Nürnberg – Oberasbach (nach Zirndorf; inkl. Anbindung Stein) und Erlangen – Herzogenaurach eignen sich nun gleich Vier Strecken rund um die Frankenmetropole Nürnberg für eine Umsetzung von Radschnellwegen. Herrmann betonte, dass Radschnellwege auf den Alltagsradverkehr mit einer hohen Zahl an Radfahrern, insbesondere auf starke Pendlerströme, zielen. Die potenziellen Strecken führen zum Großteil durch Kommunen der AGFK Bayern. Das zeigt, dass die Kommunen motiviert sind, den Radverkehr bayernweit voranzubringen. Die beteiligten Kommunen, der Vorstand und die Geschäftsführung arbeiten deshalb auch so intensiv mit dem Freistaat an der Realisierung der Radschnellwege.
 
Für eine zügige Umsetzung ist es nun wichtig, die Fragen der Baulast und des planungsrechtlichen Verfahrens zu klären. Die Einrichtung eines - oder mehrerer Radschnellwege – ist auch verkehrspolitisch ein wichtiges Zeichen des Freistaats, weshalb die AGFK Bayern fordert, den Kommunen bei der Baulast unter die Arme zu greifen. Durch eine Änderung des Straßen- und Wegegesetzes und die Gleichstellung von Radschnellwegen mit Staatsstraßen kann bei Radschnellverbindungen eine durchgängige und einheitliche Qualität geschaffen werden. Ebenso sollte die Durchführung von Planfeststellungsverfahren für selbstständige Radwege ermöglicht werden. Die vorgestellte Machbarkeitsstudie zeigt also Streckenführungen für ein echtes Pilotprojekt auf und könnte die Qualitätsstandards für ganz Bayern definieren.