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Stellplatzsatzung stärkt Mobilitätsalternativen

Verpflichtende Herstellung von Fahrradabstellplätzen in Rostock

Abgestellte Fahrräder
© Ralf Winkler

Rostocker Stellplatzsatzung stärkt Mobilitätsalternativen

Im November 2017 wurde die neue Stellplatzsatzung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock von der Bürgerschaft beschlossen. Für Rostocks Bau- und Umweltsenator Holger Matthäus steht fest: "Mit diesem Schritt hat Rostock nun eine der modernsten Stellplatzsatzungen in Deutschland. Es häufen sich entsprechende Anfragen aus der ganzen Bundesrepublik."

Besonders die Bestrebungen, kostengünstigen Wohnraum zu schaffen und den öffentlichen Straßenraum nicht durch zusätzlichen Parkdruck zu belasten, waren die Triebfedern für die neue Satzung. Denn bei Bauvorhaben macht die Herstellung von Tiefgaragenstellplätzen etwa zehn Prozent der Baukosten aus und treibt die Investitionskosten und später die Mieten in die Höhe. In verdichteten Innenstadtgebieten sind Tiefgaragen meist die einzige Möglichkeit, parkende Autos unterzubringen. Insbesondere hier hat der öffentliche Personen-Nahverkehr (ÖPNV) jedoch seine höchste Erschließungsqualität. Dies wurde bei der Erstellung der neuen Stellplatzsatzung zum Anlass genommen, Gebietszonen zu definieren, welche von der Bau- und Bevölkerungsdichte abhängen aber auch von der vorhandenen ÖPNV-Qualität. Daher profitieren Bauvorhaben in der Innenstadt von einer Minderung um bis zu 50 Prozent der zu bauenden Stellplätze.

Herstellung von Fahrradabstellplätzen - Radverkehrsförderung mittels Bauordnungsrecht

Neu ist ebenso die verpflichtende Herstellung von Fahrradabstellplätzen. Es wird unter anderem die Anschlussmöglichkeit des Fahrradrahmens geregelt. Demnach ist das Aufstellen von Vorderradhaltern, sogenannter Felgenkillern, bei Neubauvorhaben nicht zulässig. Weiterhin sollen die Fahrradparkplätze einen sicheren Stand bieten sowie gut zugänglich und ausreichend beleuchtet sein. Die Anzahl der zu errichtenden Fahrradstellplätze richtet sich hierbei nach der Art der Gebäudenutzung und kann der Richtzahlentabelle entnommen werden. Sollten darüber hinaus noch weitere Maßnahmen als die geforderten realisiert werden, welche die Benutzung des Fahrrads weiter attraktivieren, können diese in Form eines Mobilitätskonzeptes geltend gemacht werden und zu einer Reduzierung der Stellplatzablöseverpflichtung genutzt werden. Derartige Maßnahmen im Bereich der Radverkehrsförderung können die Bereitstellungen von Lastenrädern sein, Überdachungen oder Einschließmöglichkeiten von Rädern, Ladeschließfächer für Akkus von Pedelecs oder ähnliches.

Mit der Pflicht zur Herstellung von Elektro-Lademöglichkeiten ab zehn Stellplätzen wird einer zunehmenden Elektrifizierung der Fahrzeugflotte Rechnung getragen und Vorsorge für die Zukunft geschaffen. Hierfür reicht kein Schukostecker, es sind Normalladepunkte mit entsprechend großer Ladeleistung zu installieren.

Möglichkeit der Nutzung von Mobilitätskonzepten

Eine besondere Neuerung ist die Möglichkeit der Nutzung von Mobilitätskonzepten. Mit Hilfe eines qualifizierten Mobilitätskonzeptes kann die Anzahl der abzulösenden Stellplätze um bis zu 30 Prozent verringert werden. Demnach kann der Bauherr alternative Mobilitätsangebote den Gebäudenutzern zur Verfügung stellen. Solche Angebote können Job- und Mietertickets, Carsharing, Lastenräder oder ähnliches sein. Dies schafft Alternativen zum eigenen Auto und trägt somit zu einer Reduzierung des tatsächlichen Stellplatzbedarfs bei.

Die Stabsstelle Mobilitätsmanagement hat in Zusammenarbeit mit dem Amt für Verkehrsanlagen und dem Bauamt einen Leitfaden zur Umsetzung der neuen Stellplatzsatzung erarbeitet, welcher sich an Bauende und Planende richtet. Im Bauamt oder im Amt für Verkehrsanlagen können auch Leitfäden in Papierform mitgenommen werden.

Meta Infos
Stand der Information
20. August 2018
Weitere Informationen
Quelle
Hansestadt Rostock / Mobilitätskoordinator Steffen Nozon
Land
Mecklenburg-Vorpommern
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen
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