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Verkehrsunfallstatistik 2012 - Zahl der verunglückten und getöteten Radfahrer bleibt konstant

2012 verunglückten 74.776 Fahrradfahrer auf deutschen Straßen, 406 Fahrradfahrer kamen dabei ums Leben. Im Vergleich zu 1992 nahm die Zahl der getöteten Radfahrer - trotz der starken Zunahme des Radverkehrs innerhalb der letzten 20 Jahre - um 55,2 Prozent ab.

2012 Verunglückte nach der Art ihrer Verkehrsteilnahme

  • Verunglückte Fahrradfahrer 2012: 74.776 (2011: 76.750) -2,6 Prozent
    Getötete Fahrradfahrer 2012: 406 (2011: 399) +1,8 Prozent
  • Insgesamt verunglückte Verkehrsteilnehmer 2012: 387.978 (2011: 396.374) -2,1 Prozent
    Insgesamt getötete Verkehrsteilnehmer 2012: 3.600 (2011: 4.009) -10,2

Der Personenkraftwagen ist das am meisten genutzte Verkehrsmittel. Pkw-Insassen haben deshalb mit 55,7 Prozent auch den größten Anteil an den Verunglückten im Straßenverkehr. Am zweithäufigsten kamen Menschen auf einem Fahrrad zu Schaden (19,3 Prozent).

Von den 3.600 im Jahr 2012 im Straßenverkehr getöteten Personen war

  • jeder zweite ein Insasse in einem Pkw
  • jeder sechste ein Fahrer oder Mitfahrer auf einem Motorrad
  • jeder siebte ein Fußgänger
  • jeder neunte ein Fahrradfahrer

Zwei Drittel der tödlich verletzten Fußgänger und Fahrradfahrer kamen innerhalb von Ortschaften ums Leben, während im Pkw oder auf dem Motorrad die meisten Menschen (85,2 Prozent) auf Außerortsstraßen ihr Leben verloren. Verglichen mit dem Vorjahr kamen wesentlich weniger Menschen auf einem Motorrad ums Leben (- 122 Personen). Auf Kleinkrafträdern kamen dagegen 23 Menschen mehr zu Tode, auf Fahrrädern waren es 7 Personen mehr.

Ein Rückblick auf das Jahr 1992 zeigt die Veränderungen, die sich in den letzten 20 Jahren bei den einzelnen Verkehrsteilnehmergruppen ergeben haben: Am stärksten ist die Zahl der Todesopfer im Pkw (- 72,2 Prozent) zurückgegangen. Wesentlich kleiner war die Abnahme bei den Getöteten auf Fahrrädern (- 55,2 Prozent).

Der Anteil der tödlich verletzten Pkw-Insassen an allen Verkehrstoten hat sich von 60,5 Prozent im Jahr 1992 auf 49,8 Prozent im Jahr 2012 verringert. Bei den Fahrradbenutzern ist dieser Wert um knapp 3 Prozentpunkte auf 11,3 Prozent gestiegen. Folgende Gründe sind für diese strukturelle Veränderung in den letzten 20 Jahren mitverantwortlich: Fahrradfahren ist sehr beliebt geworden, deshalb sind heute wesentlich mehr Menschen mit dem Fahrrad unterwegs als noch vor 20 Jahren. Die zunehmende Zahl an Elektrofahrrädern dürfte diesen Trend noch verstärken.

2012 bei Straßenverkehrsunfällen verunglückte Kinder nach Art der Verkehrsbeteiligung

  • Mit dem Fahrrad verunglückte Kinder unter 15 Jahren 2012: 9.892 (2011: 10.918) -9,4 Prozent
    Auf dem Fahrrad getötete Kinder unter 15 Jahren 2012: 16 (2011: 24) -33,3 Prozent
  • Insgesamt verunglückte Kinder unter 15 Jahren 2012: 29.321 (2011: 30.676) -4,4
    Insgesamt getötete Kinder unter 15 Jahren 2012: 73 (2011: 86) -15,1

Jeweils rund ein Drittel der verunglückten Kinder kam im Jahr 2012 als Insasse in einem Pkw oder auf einem Fahrrad zu Schaden. Jedes vierte verunglückte Kind war zu Fuß unterwegs, als der Unfall passierte.

Von den im Jahr 2012 getöteten Kindern verlor fast die Hälfte als Mitfahrer in einem Pkw das Leben. Mehr als jedes vierte getötete Kind (27,4 Prozent) kam als Fußgänger ums Leben, 21,9 Prozent als Fahrradfahrer. Gegenüber dem Vorjahr ist vor allem die Zahl der Kinder gesunken, die als Radfahrer oder als Fußgänger zu Tode gekommen sind.

Zwar verunglücken Kinder im Alter von 6 bis 9 Jahren immer noch am häufigsten in einem Auto (38,4 Prozent), aber etwa jedes dritte verunglückte Kind in diesem Alter war als Fußgänger und rund jedes vierte als Radfahrer unterwegs. 10- bis 14-Jährige verunglückten am häufigsten auf ihrem Fahrrad.

Bei den 6- bis 14-Jährigen, die im Straßenverkehr auf dem Fahrrad oder als Fußgänger verunglückten, ergeben sich im Tagesverlauf zu bestimmten Uhrzeiten klare Häufungen: So verunglückten 2012 die meisten Kinder in den Zeiten, in denen sie sich normalerweise auf dem Weg zur Schule oder zurück befinden. Häufigste Unfallursache bei den 6- bis 14-jährigen Radfahrern, die an Unfällen mit Personenschaden beteiligt waren, war eine falsche Straßenbenutzung (22,7 Prozent), hier insbesondere die Nutzung der falschen Fahrbahn.

Insgesamt haben Kinder aber im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil ein geringeres Unfallrisiko als andere Altersgruppen. Der Anteil der Kinder unter 15 Jahren an allen Verunglückten bei Straßenverkehrsunfällen betrug 7,6 Prozent, ihr Bevölkerungsanteil lag bei 13,2 Prozent. Wurden in den 1950er Jahren noch über 1.000 getötete Kinder pro Jahr gezählt, sank diese Zahl in den 1990er Jahren auf unter 500 und liegt 2012 bereits das dritte Mal unter 100.

2012 bei Straßenverkehrsunfällen verunglückte Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren

Im Jahr 2012 verunglückten 19.023 Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren im Straßenverkehr, das waren durchschnittlich 52 Jugendliche täglich. 113 Jugendliche starben bei Verkehrsunfällen, das waren 2,6 Prozent weniger als 2011. Das Risiko für die Jugendlichen im Straßenverkehr zu verunglücken ist 2012, bei gleichzeitig abnehmender Bevölkerungszahl, ebenfalls gesunken. 7.969 Jugendliche verunglückten je eine Million Einwohner ihrer Altersgruppe, 47 starben im Straßenverkehr, darunter 6 Radfahrer.

Gemäß ihrer hauptsächlichen Verkehrsteilnahme verursachten 15- bis 17-Jährige die meisten Unfälle als Fahrer eines Mofas/Mopeds (34,9 Prozent), am zweithäufigsten als Radfahrer (31,5 Prozent) und danach als Motorradfahrer (18,1 Prozent).

2012 bei Straßenverkehrsunfällen verunglückte 18- bis 24-Jährige

  • Verunglückte 18- bis 24-Jährige Fahrradfahrer 2012: 7.344 (2011: 4.138) -1,5
    Getötete 18- bis 24-Jährige Fahrradfahrer 2012: 12 (2011: 9) -45,5
  • Verunglückte 18- bis 24-Jährige Pkw-Fahrer 2012: 51.089 (2011: 25.435) -2,2
    Getötete 18- bis 24-Jährige Pkw-Fahrer 2012: 435 (2011: 326) -16,7

Häufiger als andere Altersgruppen verunglücken junge Erwachsene in einem Pkw: Im Jahr 2012 waren es 70,8 Prozent der insgesamt 72.130 im Straßenverkehr verunglückten jungen Erwachsenen, in den übrigen Altersklassen waren es im Schnitt nur 52,2 Prozent. Am zweithäufigsten verunglückten 18- bis 24-Jährige auf einem Fahrrad (10,2 Prozent), erst an dritter Stelle folgte das Motorrad (6,7 Prozent).

Bezogen auf je eine Million Einwohner dieser Altersklasse verunglückten 10.841 junge Erwachsene, 92 junge Erwachsene je eine Million Einwohner verloren im Jahr 2012 bei Verkehrsunfällen ihr Leben. Damit ist das Tötungsrisiko für die 18- bis 24-Jährigen im Straßenverkehr immer noch mehr als doppelt so hoch wie das durchschnittliche Risiko aller Altersgruppen, das bei 44 Getöteten je eine Million Einwohner liegt. Langfristig ist allerdings ein deutlicher Abwärtstrend zu beobachten: War vor 20 Jahren noch fast jeder vierte Verkehrstote ein 18- bis 24-Jähriger, so war im Jahr 2012 erstmals "nur" jeder sechste in diesem Alter.

2012 bei Straßenverkehrsunfällen verunglückte Senioren ab 65 Jahren nach Art der Verkehrsbeteiligung

  • Mit dem Fahrrad verunglückte Senioren 2012: 12.639 (2011: 12.803) -1,3
    Auf dem Fahrrad getötete Senioren 2012: 221 (2011: 210) +5,2
  • Insgesamt im Straßenverkehr verunglückte Senioren 2012: 44.881 (2011: 45.388) -1,1
    Insgesamt im Straßenverkehr getötete Senioren 2012: 994 (2011: 1.044) -4,8

Der Anteil der Menschen im Alter von 65 und mehr Jahren an der Gesamtbevölkerung steigt ständig, in den letzten 20 Jahren von 15,0 Prozent auf 20,6 Prozent. Senioren sind heute zudem aktiver als frühere Generationen. Sie nutzen ihr Auto bis ins hohe Alter und sind auch immer häufiger als Zweiradfahrer unterwegs.

Von den verunglückten Senioren waren die meisten Fahrer oder Mitfahrer in einem Pkw (45,8 Prozent), mehr als jeder vierte benutzte ein Fahrrad (28,2 Prozent). 15,0 Prozent der verunglückten Senioren waren als Fußgänger unterwegs.

Wesentlich seltener als im Vorjahr starben ältere Menschen als Fußgänger (– 10,5 Prozent) oder als Insasse in einem Pkw (– 9,3 Prozent). Dagegen kamen mehr Senioren auf Zweirädern zu Tode: Auf Fahrrädern waren es 11 und auf Motorrädern 10 Personen mehr als ein Jahr zuvor.

Insgesamt zeigen die Ergebnisse der Unfallstatistik, dass ältere Menschen, wenn sie im Straßenverkehr verunglücken, schwerere Unfallfolgen zu erleiden haben. Dies wird durch folgende Zahlen deutlich: 9,4 Prozent der bei Straßenverkehrsunfällen verletzten Pkw-Insassen waren mindestens 65 Jahre alt, aber 22,2 Prozent der dabei getöteten. Der Anteil der Senioren an allen Personen, die auf dem Fahrrad verletzt wurden, betrug 16,7 Prozent, bei den Fußgängern belief sich der Seniorenanteil auf 20,7 Prozent. Jedoch war mehr als jeder zweite getötete Radfahrer oder Fußgänger 65 Jahre oder älter. Der Grund für das im Vergleich zu jüngeren Personen wesentlich höhere Risiko Älterer, infolge von Verletzungen durch Verkehrsunfälle zu sterben, dürfte die mit zunehmendem Alter nachlassende körperliche Widerstandskraft sein.

Quelle und weitere ausführliche Informationen:

Meta Infos
Stand der Information
10. Juli 2013
Quelle

Statistisches Bundesamt (www.destatis.de)

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