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Forschung Radverkehr

Verkehrssicherheitskampagnen

Image/Kampagnen: Radfahrwerbung zur Verkehrssicherheit in London
Image/Kampagnen: Radfahrwerbung zur Verkehrssicherheit in London © Harry Schiffer

Der Mensch im Mittelpunkt der Verkehrssicherheitsarbeit

Das "Verkehrsklima" und damit die Art und Weise, wie die Menschen im Straßenverkehr insgesamt miteinander umgehen, ist vielerorts noch zu verbessern. Sicheres und konfliktarmes Miteinander im Straßenverkehr hängt zu großen Teilen von einer "fehlertoleranten" Infrastruktur und verträglichen Geschwindigkeiten ab. Nur dann müssen Unachtsamkeit oder Regelmissachtung nicht automatisch zum Unfall führen. Auch die Fahrzeugtechnik kann Beiträge zur Unfallvermeidung liefern.

Die Forschung zeigt, dass der Mensch bei rund 95 Prozent aller Verkehrsunfälle Anteil am Entstehen des Unfalls hat. Die jeweiligen Ursachen sind vielfältig – vom Verlust der Kontrolle über das Fahrzeug bis zur bewussten Missachtung einer Regel. Das menschliche Verhalten im Straßenverkehr ist deswegen der zentrale Ansatzpunkt der Verkehrssicherheitsarbeit.

Vor diesem Hintergrund wollen Verkehrssicherheitskampagnen die grundlegenden Regeln des Miteinanders im Straßenverkehr vermitteln, zu sicherem und kooperativem Verhalten anregen und der Regelmissachtung oder Rücksichtslosigkeit vorbeugen. Sicheres Fahren im Rad- oder Kfz-Verkehr steht dabei häufig im Fokus dieser Kampagnen. Einige aktuelle Beispiele gehen weiter und zielen auch auf eine gleichzeitige Erhöhung des gegenseitigen Verständnisses für einzelnen Verkehrsformen bzw. eine höhere Akzeptanz für den Radverkehr. (...)

Fazit

Gemäß des Grundsatzes "Engineering – Education – Enforcement – Public Relations" sind Verkehrssicherheitskampagnen ein wesentliches Instrument der Verkehrssicherheitsarbeit. Sie ändern das Verhalten im Straßenverkehr aber nicht unmittelbar, sondern leiten vielmehr einen psychologischen Wirkungsprozess ein. Unangemessene Handlungsmuster werden destabilisiert, neue, angemessene Handlungsstrategien werden entwickelt.

Der Erfolg einer Kampagne hängt von den persönlichen Eigenschaften der Adressaten ab, zum Beispiel in welchem Maße sie offen sind für Verhaltensapelle oder positive Vorbilder. Daher muss Klarheit über die Zielgruppen und die Wirkungsweise der eingesetzten Stilmittel und Botschaften bestehen, um mit einer Kampagne zu mehr Verkehrssicherheit beitragen zu können. Um die Passfähigkeit einer Kampagne und ihrer Elemente zu erhöhen, ist eine begleitende Evaluation empfehlenswert.

Download: for-s-06.pdf

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Hintergrund:

Deutsches Expertenwissen zum Radverkehr ist international stark gefragt. Das Fahrradportal zum Nationalen Radverkehrsplan enthält einen Fundus langjähriger Mobilitäts- und Verkehrssicherheitsforschung mit rund 4.000 Inhalten in Neuigkeiten, Veröffentlichungen, Forschungsergebnissen und Praxisbeispielen. Im internationalen Kontext ist jedoch die deutsche Sprache der Veröffentlichungen eine Zugangshürde. Auch für deutsche Kommunen ist die Sprachbarriere hinderlich, wenn sie in (englischsprachigen) Kooperationsprojekten mit EU-Förderung voneinander lernen und lokale Radverkehrsprojekte umsetzen wollen.

Alle 14 Tage wird eine Ausgabe gesondert in den Neuigkeiten beworben. Die bisher veröffentlichte Ausgaben der Reihe "Forschung Radverkehr" finden Sie auf www.nationaler-radverkehrsplan.de/transferstelle

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Zur englischsprachigen Version: Cycling Expertise: Road Traffic Safety Campaigning

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Stand der Information
3. März 2013
Quelle

difu

Land
Deutschland
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen