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Digitale Daten für den Radverkehr

Verkehrsministerkonferenz möchte nationale Datenplattform zur Radverkehrsinfrastruktur etablieren

Projekt Radroutenplaner Deutschland
Projekt Radroutenplaner Deutschland © www.radroutenplaner-deutschland.de

Die Verkehrsministerkonferenz fasst immer wieder Beschlüsse zu verschiedenen Themen, auch den Radverkehr betreffend. Bei der letzten Zusammenkunft in Saarbrücken ging es unter anderem um die Frage wie flächendeckende und aktuelle digitale Daten und Dienste zum Radroutennetz für jedermann zur Verfügung gestellt werden können.

Ein Beispiel wie eine flächendeckende Harmonisierung aussehen könnte, ist im vom Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz koordiniertem Projekt "Radroutenplaner Deutschland" zu sehen.

Zu dem Thema hat sich die der VMK zuarbeitende Länderarbeitsgruppe "Digitale Daten für den Radverkehr" umfassende Gedanken gemacht, die im VMK-Beschluss (Punkt 6.7 der Tagesordnung) wie folgt zusammengefasst wurden:

Digitale Daten für den Radverkehr (Beschluss der Verkehrsministerkonferenz am 4./5. April 2019 in Saarbrücken)

  1. Die Verkehrsministerkonferenz nimmt den Bericht der Länderarbeitsgruppe zu "Digitale Daten für den Radverkehr" zur Kenntnis.
  2. Sie stellt fest, dass durch flächendeckende und aktuelle digitale Daten und Dienste zum Radroutennetz die Sicherheit, die Leistungsfähigkeit und der Komfort des Radverkehrs in seinen verschiedenen Facetten deutlich gefördert werden kann. Sie stellt weiter fest, dass der Radverkehr im Rahmen multimodaler Anwendungen im Nahverkehr eine wichtige Rolle spielen kann und dass auch dafür digitale Daten von Bedeutung sind.
  3. Sie vereinbart, in Anlehnung an das Vorgehen zur Infrastruktur im öffentlichen Verkehr, eine nationale Datenplattform, integriert in den MDM, zur Radverkehrs-infrastruktur zu etablieren, die auch verfügbare kommunale Daten einschließt und die für Dienstleister frei zugänglich sein soll.
  4. Sie bittet den Bund, die Kooperation der Länder zur digitalen Radverkehrs-infrastruktur und die entsprechenden digitalen Angebote dauerhaft im nationalen Radverkehrsplan zu verankern und zu unterstützen.
  5. Die Verkehrsministerkonferenz bittet die Bundesregierung, die Einrichtung einer zentralen Stelle sicherzustellen, welche die Bemühungen der Länder um einen gemeinsamen Datenmodell-Standard für ein routingfähiges Radwegenetz koordiniert, diesen mit europäischen Partnern, insbesondere den angrenzenden Nachbarstaaten, abstimmt und anschließend eine bundesweit einheitliche Datenerfassung bzw. Datennacherfassung vorantreibt und steuert.
  6. Die Verkehrsministerkonferenz fordert die Bundesregierung auf, neben den organisatorischen Voraussetzungen auch finanzielle Voraussetzungen zu schaffen, damit ein gemeinsamer Datenmodell-Standard für das Radwegenetz entwickelt werden kann. Darüber hinaus fordert die Verkehrsministerkonferenz die Bundesregierung auf, die anschließende Datenerfassung durch Länder und Kommunen finanziell zu unterstützen, sodass die Integration des Datenmodell-Standards in die bestehenden Systeme und Erfassungsmethoden der Länder ohne großen zusätzlichen finanziellen Aufwand gewährleistet werden kann.