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Verkehrsminister will Tote-Winkel-Unfälle mit neuen Maßnahmen zurückdrängen

Lkw schneidet beim Abbiegen ein fahrradfahrendes Kind
Lkw schneidet beim Abbiegen ein fahrradfahrendes Kind © Deutscher Verkehrssicherheitsrat e. V., Bonn

Wie der niederländische Verkehrsminister Eurlings in einem Brief an das Unterhaus schreibt, sollen die geplanten Maßnahmen auf alle Aspekte der Verkehrssicherheit ausgerichtet werden: auf das Verhalten von Lkw-Fahrern und Radlern sowie auf Anpassungen der Infrastruktur und Fahrzeugtechnologie.

Grund ist, dass die Zahl der Tote-Winkel-Unfälle wieder auf das Niveau von vor 2002 gestiegen ist, die Einführung des Tote-Winkel-Spiegels also nicht dazu geführt hat, dass diese Unfall-Art seltener geworden ist. Wie aus der aktuellen Studie der Niederländischen Forschungsgesellschaft für Verkehrssicherheit (SWOV) hervorgeht, handelt es sich bei 68 Prozent aller Unfälle traditionell um Tote-Winkel-Unfälle. Die Unfälle finden sehr häufig - ohne spezifischen Grund - an Knotenpunkten und Kreisverkehren (mit und ohne Ampeln) statt. Die betroffenen Radfahrer und Kraftfahrer sind meistens mit den Orten vertraut, die Wetterumstände sind meistens nicht extrem, aber in Unfälle verwickelte Radfahrer hören beinahe nichts durch das Tragen von MP3-Spielern. Der Umgang mit den Tote-Winkel-Unfällen muss sich deshalb mit mehreren Aspekten der Verkehrssicherheit beschäftigen.

Minister Eurlings möchte die Aufmerksamkeit insbesondere auf die Infrastrukturmaßnahmen lenken, die von den regionalen Straßenverwaltungen umgesetzt werden sollen - ein Vorschlag ist es, die Haltelinien und Haifisch-Markierungen für den motorisierten Verkehr an Knotenpunkten zurückzuverlegen. Außerdem soll 2009 eine allgemeine Öffentlichkeits-Kampagne zum Toten Winkel wiederholt werden. Außerdem möchte der Minister die Branchenorganisationen des Transportgewerbes und andere Akteure fragen, ob sie die der Tote-Winkel-Problematik bei Trainings und/oder Weiterbildungen mehr Aufmerksamkeit schenken können.

Auf dem Gebiet der Fahrzeugtechnologie lässt Minister Eurlings einen Praxistest mit einigen Systemen durchführen, die Lkw-Fahrer bei der Wahrnehmung von verletzlichen Verkehrsteilnehmern wie Radfahrern und Fußgängern unterstützen können. Zugleich will der Minister probeweise das LISA-System zulassen und dafür den Ordnungsrahmen vorübergehend anpassen. Damit soll untersucht werden, ob das System, das - an Lastkraftwagen installiert - beim Abbiegevorgang zur Warnung schwächerer Verkehrsteilnehmer Leucht- und Tonsignale von sich gibt, geeignet ist, nachhaltig die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Grundlage für die Auswahl der Maßnahmen ist der "Strategie-Plan Verkehrssicherheit". Minister Eurlings will unter den Bedingungen einer freien Mobilität für alle Gruppen von Verkehrsteilnehmern keine überproportionalen Investitionen in die Infrastruktur, sondern die Maßnahmen mit dem größten Effekt durchsetzen.

Zur Originalpressemitteilung (vom 28.11.2008) / Zum PDF-Download: "Maatregelen dode hoek" (Kamerstuk, 28-11-2008)

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Stand der Information
19. Dezember 2008
Quelle

Ministerie van Verkeer en Waterstaat / difu

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