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Statt Autoprämie

Verkehrs-Bündnis fordert #MobilPrämieFürAlle

Statt Autoprämie: Verkehrs-Bündnis fordert #MobilPrämieFürAlle
Statt Autoprämie: Verkehrs-Bündnis fordert #MobilPrämieFürAlle © ADFC

Am 5. Mai empfängt die Bundesregierung die Automobilindustrie zu einem weiteren Autogipfel. Die Industrie fordert Auto-Kaufprämien zur Kompensation der coronabedingten Ausfälle. Gegen diese Pläne hat sich jetzt ein breites Verbände- und Unternehmensbündnis formiert. Das Bündnis fordert eine Mobilitätsprämie für alle, mit der man beispielsweise auch E-Bikes und Bahn-Abos kaufen kann.  

Das Bündnis fordert:

  1. Mobilitätswirtschaft ist mehr als Auto, zukunftsfähige Mobilität ist ein intelligenter Mix.
  2. Wir erwarten, dass Menschen sich frei entscheiden können und eine etwaige Autoprämie auch für Alternativen zu einem Auto in gleicher Höhe verwendet werden kann: Finanzierung von Fahrrädern (auch Pedelec/Lastenrad/E-Lastenrad/Kinderräder). Finanzierung von ÖV-Ticket/Zeitkarte/Bahngutscheine/Bike-/Car-Sharing
  3. Wir erwarten, dass eine etwaige Autoförderung innerhalb der #MobilPrämieFürAlle maximal sozial-, klima- und umweltgerecht ausgestaltet wird.

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: "Die Bundesregierung darf nicht dieselben Fehler wie vor der Krise machen. Mobilität ist mehr ist als immer nur Auto, Auto, Auto! Auch der Kauf eine E-Lastenrads oder eines ÖPNV-Abos scheitert bei vielen Menschen am Geld. Wir wollen nicht, dass die Regierung den Bürgerinnen und Bürgern die Verkehrsmittelwahl diktiert, sondern ihnen alle Optionen ermöglicht!"

VSF-Geschäftsführer Albert Herresthal sagt: "Eine Neuauflage der früheren 'Abwrackprämie' im Jahr 2020 wäre ein schlimmer Fehler. Moderne Mobilität ist vielfältig! Deshalb darf es keine weitere einseitige Subventionierung des Autokaufs auf Kosten der Steuerzahler mehr geben. Eine #MobilPrämieFürAlle muss auch für Fahrräder, E-Bikes und für öffentliche Verkehrsmittel nutzbar sein!"

Zuspitzung der Auto-Überlastung in den Städten verhindern

Stork: "Durch Corona hat sich das Leben fast aller Menschen schlagartig geändert. Sie stehen jetzt vor der Entscheidung, wie sie ihre Mobilität nach Corona neu organisieren. Das Horrorszenario wäre, wenn jetzt wirklich alle ins Auto steigen, denn dann bricht der Verkehr in Deutschland zusammen. Der Zeitpunkt jetzt ist eine riesige Chance für die Bundesregierung, Deutschland für einen intelligenten Verkehrsmix zu begeistern!"

Corona nicht für rückwärtsgewandte Klimapolitik missbrauchen!

Herresthal: "Die Auswirkungen der Pandemie haben viele Menschen erschüttert und die Wirtschaft zurückgeworfen. Staatliche Hilfsprogramme sind daher sinnvoll, aber wir dürfen andere drängende Probleme jetzt nicht ausblenden. Intelligente Wirtschaftsförderung muss zugleich positiv wirksam fürs Klima sein, sonst ist die nächste Krise vorprogrammiert. Daher müssen wir die Chance nutzen, eine neue und nachhaltige Mobilität in Deutschland voranzutreiben – als cleverer Mix verschiedener Verkehrsmittel!"

Dirk Flege: "Im Kampf gegen Corona-Krise nicht Klimakrise verschärfen"

"Die Bundesregierung darf nicht den Fehler der Finanzkrise wiederholen, als sie mit der Abwrackprämie ohne Rücksicht auf die Klimabelastung die Dominanz des Straßenverkehrs zementiert hat", sagte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, in Berlin. "Diese Wirtschaftskrise trifft den gesamten motorisierten Verkehr, auch den Öffentlichen Personenverkehr", betonte Flege. "Diesmal brauchen wir eine Mobilitätsprämie, die den Verbrauchern die Wahl und die freie Entscheidung überlässt zwischen einem neuen Auto und der Investition in klimafreundliche Verkehrsmittel. Wer will, kann sich mit dieser staatlichen Förderung Abos für den Öffentlichen Personenverkehr kaufen oder auch Elektro-Bikes. Mit einer Mobilitätsprämie stellt die Bundesregierung sicher, dass der Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise nicht die Klimakrise verschärft."

#MobilPrämieFürAlle dient auch den Klimazielen

In seinem Aufruf an die Bundesregierung weist das Bündnis darauf hin, dass eine Mobilitätsprämie auch angesichts der im Klimapaket vereinbarten klimafreundlichen Transformation des Verkehrssektors dringend erforderlich ist. Eine reine Autoprämie setze den falschen Anreiz, immer mehr Wege mit dem Auto zurückzulegen, anstatt je nach Wegezweck das intelligenteste Verkehrsmittel auszuwählen, so das Bündnis.        

Breites Bündnis an Verbänden und Unternehmen

Der vom Fahrradclub ADFC initiierte Aufruf wird von zahlreichen Verbänden und Unternehmen unterstützt – darunter der Autoclub ACE, die Allianz pro Schiene, die Fahrradhändler der Bike&Co, der Bundesverband Zukunft Fahrrad BVZF, die Bewegung Changing Cities, der Deutsche Naturschutzring DNR, der Mobilitätsdienstleister JobRad, der Fahrradverleiher Nextbike, das Unternehmen Paul Lange, der Fahrgastverband Pro Bahn, der Verkehrsclub VCD, der Verbund Service und Fahrrad VSF, der Verbraucherzentrale Bundesverband vzbv und der Zweirad-Industrie-Verband ZIV.

Meta Infos
Stand der Information
28. April 2020
Weitere Informationen
Quelle
Gemeinsame Pressemitteilung von ADFC, ACE, Allianz pro Schiene, Bike&Co, BVZF, Changing Cities, DNR, JobRad, Nextbike, Paul Lange/Shimano, Pro Bahn, VCD, VSF, vzbv und ZIV.
Land
Deutschland
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen
Schlagworte